Beiträge
105
  • #1

Angst vor der Liebe

Hat jemand von euch auch Angst vor der Liebe? Oder hattet ihr dieses Problem früher und habt es überwunden? Wie ist es für euch, wenn ihr Angst vor der Liebe habt/hattet? Wie äussert sich das? Was hilft dagegen?

Ich habe extreme Angst vor der Liebe. Mir wird das immer bewusster, ich hatte es vermutlich schon immer, es hat mit meiner Kindheit zu tun, wurde wohl aber später durch schwierige Erfahrungen und Übergriffe verstärkt. Ich verhalte mich deshalb wohl oft seltsam und extrem kontraproduktiv, verletze vermutlich auch ernsthaft an mir interessierte Männer oder gebe ihnen jedenfalls das Gefühl, ich würde kein Interesse an ihnen haben. Ich kann mich dann erst gar nicht auf einen Kontakt einlassen. Früher war mir das nicht bewusst, sondern ich hatte nur immer das Gefühl, für mich interessante Männer würden sich nicht für mich interessieren oder irgendetwas in mir würde es sabotieren. Aber in Wahrheit gehe ich ihnen aus dem Weg oder stosse sie weg, aus lauter Angst und Vermeidung. Hingegen bin ich ansonsten inzwischen sehr kontaktfreudig und kommunikativ und kann auch mit Männern (und natürlich auch Frauen) problemlos ins Gespräch kommen, wenn ich selbst keinerlei weiterführendes Interesse habe oder wenn ich das Gefühl habe, der Mann habe sowieso kein Interesse an mir, vielleicht weil es offensichtlich nicht passt (z.B. vom Alter her oder weil der Mann gebunden ist oder sich einfach so verhält, dass deutlich wird, dass es nicht um eine Beziehung, um Liebe oder auch nicht um Sex gehen kann).

Hat jemand von euch auch Angst vor der Liebe (gehabt)? Mich interessieren eure Erfahrungen und Anregungen, was hilfreich sein könnte. Es kann sich dabei auch um Erfahrungen oder Ideen bezüglich weniger gravierenden Ängsten handeln.

Danke!
 

chrissi22

User
Beiträge
1.307
  • #2
Da bist Du in guter Gesellschaft. In verschiedenen Abstufungen gibt's das oft, sogar Menschen die sehr offensiv auf andere zugehen, haben im Grunde Angst vor wirklichem Fallenlassen. M.E. hilft da nur, den alten Prägungen auf den Grund zu gehen, man kann das durchaus auflösen, aber es sind viele Schritte. Man kann auch lieben, wenn man unvollkommen ist 😉 Nur dieses wegstoßen müsstest Du als erstes angehen, da das total kontraproduktiv ist beim Kennenlernen. Wenigstens erstmal durchatmen und abwarten bis das Gefühl der Bedrängnis weg geht, bevor Du reagierst? Auf längere Sicht wirst Du Unterstützung brauchen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reactions: Femail-Me, dasX and authentisch

Rise&Shine

User
Beiträge
3.605
  • #3
Hast Du wirklich Angst vor der Liebe oder bist Du jemand, der einfach viel länger braucht, bis er vertrauen fasst, bevor er sich fallen lassen oder öffnen kann?
 

Rise&Shine

User
Beiträge
3.605
  • #4
  • Like
Reactions: dasX, pleasure, authentisch und ein anderer User
Beiträge
105
  • #6
Hast Du wirklich Angst vor der Liebe oder bist Du jemand, der einfach viel länger braucht, bis er vertrauen fasst, bevor er sich fallen lassen oder öffnen kann?
Na ja, ich denke, direkt vor der Liebe hat eigentlich niemand Angst. Sondern vor etwas, das wegen traumatischer Erfahrungen eng damit verknüpft ist.
Ich habe, so glaube ich, Angst davor, mich selbst, meine Selbstbestimmung und mein eigenes Leben (wieder) zu verlieren. Angst, mich jemandem auszuliefern.
 
  • Like
Reactions: Rise&Shine

tina*

User
Beiträge
986
  • #7
Liebe authentisch,

welcome back im Forum - back to the roots :).
Bitte wiederhole nicht deine "alten" Ansätze: deine Versuche, Lösungen über das Forum zu bekommen, sind aus meiner Sicht nicht zur Verbesserung deiner Lage geeignet. Du hast hier schon so viel aus deinem Leben geschrieben.

Das Forum ist kein "sicherer Raum" - das ist ziemlich kontraproduktiv. Bist du stabil genug, auch unfreundliche Antworten auszuhalten?
Du machst hier nur "Scheinfortschritte", wenn du nicht gleichzeitig eine kontinuierliche Therapie machst.
Die ist nicht einfach zu finden, aber bleibe bitte dran!

Na ja, ich denke, direkt vor der Liebe hat eigentlich niemand Angst. Sondern vor etwas, das wegen traumatischer Erfahrungen eng damit verknüpft ist.
Vom Kopf her weißt du ja schon viel. Ich lege dir (wieder) eine körperorientierte Traumatherapie an's Herz.
Viel Erfolg beim Finden.
🌷
 
  • Like
Reactions: dasX, IPv6, pleasure und ein anderer User
Beiträge
105
  • #8
Liebe authentisch,

welcome back im Forum - back to the roots :).
Danke, das ist lieb von dir!
Bitte wiederhole nicht deine "alten" Ansätze: deine Versuche, Lösungen über das Forum zu bekommen, sind aus meiner Sicht nicht zur Verbesserung deiner Lage geeignet. Du hast hier schon so viel aus deinem Leben geschrieben.

Das Forum ist kein "sicherer Raum" - das ist ziemlich kontraproduktiv. Bist du stabil genug, auch unfreundliche Antworten auszuhalten?
Du machst hier nur "Scheinfortschritte", wenn du nicht gleichzeitig eine kontinuierliche Therapie machst.
Die ist nicht einfach zu finden, aber bleibe bitte dran!
Danke, Tina. Deine Beiträge habe ich immer ganz besonders geschätzt.
Allerdings sehe ich es erstens nach wie vor so, dass ich dank des Forums sehr viel gelernt habe, auch wenn es mich manchmal zugegebenermassen auch durch den Wind gebracht hat. Zweitens bin ich jetzt stärker und bewusster geworden. Drittens hat ein Teil meines noch bestehenden Problems vermutlich gerade etwas mit dem Forum zu tun, weshalb ich es vielleicht auch nur hier lösen kann. Das sagt mir meine Intuition und diese erweist sich nicht selten als wichtiger und vor allem langfristig tragfähiger als die Ratschläge anderer. Viertens habe ich gar nie Therapieunterbrüche gehabt und bin jeweils langjährig am selben Ort geblieben.
Vom Kopf her weißt du ja schon viel. Ich lege dir (wieder) eine körperorientierte Traumatherapie an's Herz.
Viel Erfolg beim Finden.
🌷
Ich mache seit ein paar Monaten neben der Gesprächstherapie auch noch Somatic Experiencing. Das empfinde ich tatsächlich als sehr hilfreich und heilsam. Am meisten bringen mich aber das tägliche Focusing, Jin Shin Jyutsu und 30minütiges kreatives Schreiben gleich nach dem Aufwachen weiter.

Das Forum ist für mich, neben dem Versuch, Dinge zu klären, auch ein Bewusstwerdungshilfsmittel bezüglich meiner eigenen Interaktion resp. der Reaktionen der anderen darauf und eine gute Übungsmöglich in verschiedenster Hinsicht. Ich weiss aber, dass ich vorsichtig sein muss.

So, jetzt lasse ich die Sache aber für heute ruhen. Ich habe noch etwas abgemacht. Euch einen schönen Tag!
 
  • Like
Reactions: dasX

Rise&Shine

User
Beiträge
3.605
  • #9
Na ja, ich denke, direkt vor der Liebe hat eigentlich niemand Angst. Sondern vor etwas, das wegen traumatischer Erfahrungen eng damit verknüpft ist.
Ich habe, so glaube ich, Angst davor, mich selbst, meine Selbstbestimmung und mein eigenes Leben (wieder) zu verlieren. Angst, mich jemandem auszuliefern.
Verstehe.
Schön, dass Du es erkennst und angehst.
Ich wünsche Dir Erfolg dafür!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reactions: authentisch

Maron

User
Beiträge
17.687
  • #10
Liebe/Nähe, Vertrauen usw. werden Bestandteil der Traumatisierung sein, insofern kann es schon so stimmen: nämlich insofern, dass du durch eine neue Bezugsperson in die Situation kommst "getriggert zu sein" und Ängste, Vertrauensverlust und Stress die Folge sind. Du würdest ev. die Pfade suchen müssen, welche menschlichen Verhaltensweisen genau im Zusammenhang damit stehen.

Auch eine Therapie kann den aktuellen Stress ausgelöst haben, das wäre nicht ungewöhnlich. Deine traumatischen Gefühle aktualisieren sich und du solltest genau diese Ängste (auch aus dem anderen Thread) dort ansprechen. Sieh es als Chance für die Zukunft, auch wenn es jetzt schwierig ist.

Fakt ist, dass traumatisierte Menschen immer Ängste bei und vor Lebensveränderungen haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reactions: Mr. Hyde

Maron

User
Beiträge
17.687
  • #11
@authentisch
darf ich etwas persönliches in deinen Thread schreiben?
 
  • Like
Reactions: authentisch

tina*

User
Beiträge
986
  • #13


zur Beziehungsfähigkeit

 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reactions: authentisch and IPv6
Beiträge
105
  • #15
Das, was Dami Charf da sagt, finde ich sehr wertvoll. Ich habe mich auch in Vielem wiederfinden können.

Durch das Zulassen aller Gefühle (es sind im Laufe der letzten ungefähr drei Jahre immer mehr dazu gekommen, die ich annehmen konnte) und das Nachspüren von ihnen in meiner körperlichen Wahrnehmung - ohne Angst und im Vertrauen darauf, dass das ein heilsamer Prozess ist -, lerne ich, alles auszuhalten und gar nicht mehr derart schlimm zu finden. Ich muss jetzt nicht immer darauf reagieren, sondern kann es einfach zulassen und oft auch mit einem Anteil Neugierde erforschen. Ich erlebe dies als sehr beruhigend und fühle mich viel ruhiger, gelassener und geerdeter. Das Chaos im Kopf nimmt stetig ab, ich sehe viel klarer, was tatsächlich geschieht und was nur meine Ängste und getriggerten Vorstellungen sind.

Wenn ich die im Körper gespeicherten, traumatischen, aber für lange Zeit unterdrückten Gefühle, (zum ersten Mal) spüre, löst dies oft im ersten Moment den Eindruck aus, es sei unerträglich. Das ist es aber nie! Und ich weiss das nun aus Erfahrung schon ganz genau, weshalb ich es auch überhaupt erst wagen kann, denn der Prozess verläuft ganz automatisch vom Einfacheren zum Schwierigeren. Wenn ich diesen Emotionen, diesem ganzen Schrecken, nach einer Weile mit ganz viel Mitgefühl, mit einem warmen, liebevollen Gefühl begegne, dann lösen sie sich mit der Zeit auf, werden weniger belastend, weniger schlimm, und ich werde stärker, klarer, gesunder.

In den beiden Youtube-Filmen, die tina* verlinkt hat, sagt Dami Charf, dass es nicht darum geht, dass alles vorbei ist und nichts Schwieriges mehr passiert, sondern dass man damit leben kann, ohne sich die ganze Zeit darum kümmern zu müssen, ohne das eigene Leben nicht mehr leben zu können. Das glaube ich auch. Ich werde wohl mein Leben lang Stimmen hören. Aber vielleicht sind sie gar nicht mehr so belastend für mich, behindern mich (schon bald?) gar nicht mehr? Dami Charf sagt: "Ich hab vielleicht Schmerzen und gleichzeitig wird das Leben immer bunter." Und sie sagt, dass sie bezüglich Vielem, einst Schwierigem entdeckt: "Oh, das tangiert mich gar nicht mehr!" Das erlebe ich auch immer wieder so.

Kürzlich habe ich mir auf meinem Balkon ganz viele Blumen eingepflanzt. Ich hatte dann das Gefühl, dass ich das erste Mal in meinem Leben etwas wirklich nur für mich mache. Bisher, wenn ich z.B. in den Wald ging - was ich liebe -, tat ich es vor allem, damit ich stabil bleiben, weiter genesen oder mich erholen konnte, um wieder zu arbeiten oder für andere da zu sein. Ich schaue nun jeden Tag meine Blumen an und freue mich sehr. Ich habe nun begonnen, mein eigenes Leben zu leben.

Jetzt fehlt mir noch die Liebe, und wohl habe ich auch noch Angst davor. Ich habe wohl vor allem Angst, ich könnte den Falschen in mein Leben lassen. Aber ich werde das auch noch überwinden können, denn ich bin ein sehr mutiger Mensch. Was es dazu noch braucht und wie viel Zeit vergehen wird, bis es gelingt, weiss ich nicht. Das wird sich zeigen.

Trotzdem würde es mich interessieren, wenn jemand anderes, der das Thema auch kennt, noch von sich erzählen würde. Vielleicht @Maron?
 

Maron

User
Beiträge
17.687
  • #16
Nö, ich hab keine Angst vor der Liebe. Die Liebe vermeintlich zu verlieren, das war schon eine ziemlich große Herausforderung :)):

Meine Mutter, als sie sich für ihre Krankheit entschieden hatte, schrieb Abschiedsbriefe, wenn sie mal ein paar Stunden alleine von zu Hause raus musste. Sie kam also wieder, nur wusste ich als Kind noch nichts über ambivalentes Verhalten.

Hohe Ambivalenz löst bei mir bis heute das Verlassenheitsgefühl von damals aus, wenn es mich gänzlich unvorbereitet trifft. Das heißt, ich muss auf dieses Thema für mich großen Wert legen. Bei den Menschen, die ich schon gut kenne, passiert das nicht. Es sind alle sehr stabile Personen, verlässlich und vertrauenswürdig.

Zu eher ambivalenten Menschen halte ich mich auf Distanz.
 
  • Like
Reactions: authentisch
Beiträge
105
  • #17
Gerade ist mir etwas klar geworden:
Das Verhaltensmuster meines Vaters (resp. die Verknüpfung von zwei schwierigen Tendenzen bei ihm), welches für mich bezüglich meiner Fähigkeit zu einer Liebesbeziehung sehr traumatisierend war, prägt mich nicht nur hinsichtlich einer riesigen Angst, dies mit einem Mann wieder zu erleben, sondern ich habe dieses Muster selbst auch verinnerlicht und wende es sozusagen präventiv an, um mich vor einer solchen bedrohlichen Möglichkeit zu schützen. Damit kommt es gar nicht erst zu einer richtigen Begegnung...

Wenn ich diese Tendenz in mir selbst, dieses Muster nun annehmen kann, dann werde ich es auch schaffen, es zu überwinden resp. mich davon nicht mehr dominieren zu lassen. Denn eigentlich tue ich sowohl potenziell an mir interessierten Männern wie auch mir selbst mit dem problematischen Handeln genau das immer wieder an, was mich als Kind traumatisiert hat. Und das habe ich kürzlich schon verstanden: Dass die schlimmsten Wunden unserer Kindheit in uns weiterleben, wir tragen bezüglich dieser Thematiken nicht nur ein "Opfermuster", sondern auch das "Tätermuster" selbst in uns. Erst wenn wir dies als unseren Schatten annehmen und integrieren können, werden wir davon frei.

Ich bin jetzt ganz guten Mutes, dass ich es schaffen kann! Und ich wünsche dies auch allen anderen, welche Angst vor der Liebe oder sonstige Schwierigkeiten mit sich herumschleppen und immer wieder mit ihnen zu kämpfen haben.
 
Beiträge
105
  • #18
Und dass wir immer selbst diese Muster in uns tragen, die wir am meisten fürchten und ablehnen, ist eigentlich ein wunderbares Gesetz des Lebens. Denn wenn wir darunter leiden, ohne uns dessen bewusst zu sein, werden wir immer wieder damit konfrontiert, bis wir es schaffen, diesem Schatten in uns ins Auge zu sehen und ihn anzunehmen. Dann werden wir gleichzeitig verständnisvoller, akzeptierender und mitfühlender gegenüber anderen. Wir sehen ja, dass wir, trotz unserer immer besten Absicht und trotz grosser Anstrengungen nicht davor gefeit waren, ähnliche Muster und Handlungstendenzen (wenn auch vielleicht in kleinerem Ausmass) in uns zu tragen. Und das hilft uns zu sehen, dass auch die anderen leidende Menschen sind, die Mitgefühl, Verständnis und Akzeptanz verdienen. Auf diese Weise, nicht nur durch das Annehmen unseres Schmerzes und unseres Leidens, sondern auch durch die Integration unserer Schattenseiten, werden wir offener für andere und unsere Fähigkeit zur Liebe wächst.
 

Hoppel

User
Beiträge
952
  • #19
"Angst vor der Liebe" trifft es wohl nicht. Bezeichnend fand ich deine "Bedrängnis". Die empfindet man, wenn eigene Räume verletzt werden.

Mit den eigenen Räumen fand ich interessant. Das hat etwas mit Schutz zu tun. Die Gründe können unterschiedlich sein. Ich hatte es erst verstanden, als ich es gelesen hatte. Mir war Umwelt zu "laut", das musste ich dämpfen - hatte allerdings zur Folge, dass ich von der "Umwelt" (ein Platz haltender Begriff für alle möglichen Interaktionen) nicht mehr so viel mitbekam. Das fand ich irgendwann so scheisendreck, dass ich die angenommenen Verletzungen durch die Umwelt inkauf nahm. War natürlich nicht so schlimm. Wichtig war die Einsicht, dass viele nichts böses im Schilde führen, das oft nur Ungeschicklichkeiten sind, und die wenigen, die Schindluder treiben, auszuhalten sind.
Im gleichen Maße ging mein Bedarf an persönlichem Raum zurück. Ich mochte nicht so gerne berührt werden, Menschenmassen waren mir nichts, das ist völlig weg. Immer noch mag ich keine nähetümelnden Menschen, weil die das als Mittel zum Zweck nutzen, aber sonst kann ich das genießen, ist ja auch keine Einbahnstraße. Dann funktioniert das auch mit der Liebesfähigkeit, will ich nicht ähnlich umfangreich ausführen, aber dazu gehört unabdingbar Vertrauen. Mit dem Vertrauen gehe ich ziemlich weit, man muss mir erst das Gegenteil beweisen. Ich weiß einfach, dass ich Missbrauch verarbeiten kann! Das kommt schon vor, dann beziehe ich recht eindeutig Position.
 
  • Like
Reactions: dasX and authentisch
Beiträge
105
  • #20
Ich danke für deinen Erfahrungsbericht @Hoppel. Über die Bedrängnis habe zwar nicht ich, sondern jemand anders geschrieben.

Dir @tina* vielen Dank für dein Engagement. Es ist lieb gemeint.
Teilweise schreibst du sinnvolle Dinge.

Allerdings: Wenn du mir schon Ratschläge geben möchtest, dann empfehle ich zu lesen, was ich gestern oder heute und nicht vor Ewigkeiten geschrieben habe. Ich habe auch nicht um eine Therapie durch euch gebeten, sondern um Erfahrungen und allgemeine Gedanken und Anregungen zum Thema "Angst vor der Liebe". Ich habe von mir selbst im Sinne eines Erfahrungsberichtes geschrieben, ohne Bitte um persönliche Hilfe.

Bezüglich Fehlen der Liebe: Ich hatte damit eine Liebesbeziehung gemeint. Aber mich dünkt, dass das aus den anderen Dingen, die ich schrieb, hätte klar werden können, oder findest du nicht?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reactions: Maron

tina*

User
Beiträge
986
  • #21
Ich habe deine Beiträge natürlich gelesen.
Tut mir leid, wenn ich sie nicht ausreichend als Erfahrungsbericht gewürdigt habe. Ich bewundere deinen Mut.

Es hat mich an den alten Strang erinnert - ich finde es manchmal interessant, den Vergleich zu ziehen, wie ich das früher gesehen habe; wenn das für dich nichts ist, ist auch ok.
Ich habe auch in einigen Themen einige Schleifen gedreht; es hat mich v.a. in den letzten Runden dabei weiter gebracht, genau zu benennen, um was es geht statt so allgemein. Weiter möchte ich das hier nicht darlegen. Da bin ich leider eine Niete 🤷‍♀️.

Vielleicht schreibt ja noch jemand etwas "Mundgerechtes" hier. 🍀
 
  • Like
Reactions: authentisch

Vergnügt

User
Beiträge
1.834
  • #22
Weißt du @authentisch ich könnte dir schon was erzählen, was mir Angst macht und wie ich damit umgehe. Aber nicht hier. Nicht alle, aber von manchen kommt dann victim blaming. Denn wenn frau richtig gut auf sich aufpasst, passieren ihr keine schlimmeren Sachen. Nicht die Täter sind Schuld, sondern das Opfer hat nicht genug aufgepasst.
Deshalb halte ich das hier für keinen geeigneten Raum für einen offenen Austausch. Ich hoffe, du kannst das verstehen.


So verhalten sich Frauen richtig, damit sie nicht zum Opfer werden. Treffen sie diese Vorkehrungen so alle nicht, dann sind sie selber Schuld. Wären sie vorsichtiger gewesen, wäre ihnen das nicht passiert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Beiträge
105
  • #23
@tina*

Danke! Es hat mich gestern geärgert, dass du die alten Dinge ausgegraben hast, weil ich mir meiner Entwicklung bewusst bin und es nervt, wenn die anderen einem bei Dingen helfen wollen, die man schon bewältigt hat.

Man kann hier allerhand lernen... Und wenn ein Teil meiner Ängste sich auf ein mehr oder weniger anonymes Umfeld beziehen, kann man diese vielleicht am Besten dort hinter sich lassen? Das würde allerdings eher in den anderen Thread passen.
 

Maron

User
Beiträge
17.687
  • #24
Zuletzt bearbeitet:

fleurdelis

User
Beiträge
326
  • #25
Auf diese Weise, nicht nur durch das Annehmen unseres Schmerzes und unseres Leidens, sondern auch durch die Integration unserer Schattenseiten, werden wir offener für andere und unsere Fähigkeit zur Liebe wächst.

Einspruch. :) Integration von Schattenseiten ist kontraproduktiv. Was willst damit? Meiner Meinung nach haben diese Schattenseiten auch nichts damit zu tun, wie viel und ob überhaupt jemand Mitgefühl hat. Liebe wächst nicht durch Leid, das würde pathologische Formen annehmen. Diese 'Schattenseiten' sind dazu da, um angeeignete Verhaltensmuster zu überprüfen, und zu verändern.
Angst vor Liebe ist für mich eine Aussage, mit der ich persönlich wenig anfangen kann. Angst vor erneuter Enttäuschung, oder Angst vor erneuten Verletzungen eher. Da müsste die "Angst vor Liebe", definiert werden.
 
  • Like
Reactions: dasX

Hoppel

User
Beiträge
952
  • #26
Ich danke für deinen Erfahrungsbericht @Hoppel. Über die Bedrängnis habe zwar nicht ich, sondern jemand anders geschrieben.
Ja, du hast Recht. Gut, wobei ich schon denke, dass deine "Angst vor der Liebe" zur Bedrängnis führt.
Ich frage mich aber auch, warum du den Thread so nennst, denn aus deinen Schilderungen würde ich schließen, dass die Beziehung mit den befürchteten Problemen der Punkt sind. - Oder ist es doch die Liebe an sich?
Du schilderst in deinem anderen Thread "Merkwürdigkeiten", die ich mit eher ausgeprägtem Misstrauen in Verbindung brächte. Das fällt mir zB deshalb nicht auf, weil mir IdR das Misstrauen als Motivation fehlt.
Mit einiger Wahrscheinlichkeit sind das alles Erscheinungsformen mit einer gemeinsamen Ursache. Ist natürlich günstig wenn das so wäre und für dich erkennbar ist.
Für mich hatte eine bewusste Auseinandersetzung(/Konfrontation ) den Erfolg gebracht, indem ich zuließ was ich als verletzend erfahren hatte, bzw wovor ich mich schützen zu müssen glaubte.
Häufig wird es so sein, dass sich Erfahrungen relativieren und man lernt mit denen und üblicherweise wenigen negativen umzugehen. Blöd wäre allerdings, wenn du die Männer "suchtest", die deine Erfahrungen bestätigten.
 
  • Like
Reactions: dasX and authentisch
Beiträge
105
  • #27
Das ist sehr gescheit und auch nachvollziehbar, dass hierher Ängste verknüpft werden könnten. Denn du kennst die Menschen nicht und insofern kannst du auch kein Vertrauen haben oder aufbauen.
Ich kann ein Vertrauen aufbauen, dass - selbst wenn ich mich mir unbekannten Menschen zeige - nichts Schlimmes geschieht.

Einspruch. :) Integration von Schattenseiten ist kontraproduktiv. Was willst damit? Meiner Meinung nach haben diese Schattenseiten auch nichts damit zu tun, wie viel und ob überhaupt jemand Mitgefühl hat. Liebe wächst nicht durch Leid, das würde pathologische Formen annehmen. Diese 'Schattenseiten' sind dazu da, um angeeignete Verhaltensmuster zu überprüfen, und zu verändern.
Ich habe den Eindruck, wir verstehen unter "Integration von Schattenseiten" nicht dasselbe. Was meinst du damit genau?

Für mich geht es darum, dass ich sie erst mal sehen und annehmen muss, und zwar ohne mich dafür zu verurteilen, sondern ich sollte für die damit verbundenen Schwierigkeiten und den Schmerz auch Selbstmitgefühl aufbringen. Natürlich will ich nicht meine Schattenseiten toll finden oder bewusst ausleben. Sondern ich will sie sehen, verstehen und akzeptieren. Ich glaube, damit werden sie automatisch weniger heftig, weniger belastend. Erst wenn man sie integriert hat, kann man daran arbeiten und die Verhaltensmuster dauerhaft verändern. Aber vielleicht ist die Frage auch, ob es eher "oberflächliche" oder tiefgehende Traumata betrifft. Die oberflächlicheren problematischen Muster kann man durchaus verändern, ohne Schattenseiten annehmen (integrieren) zu müssen. Aber wenn's wirklich tief geht, funktioniert dies meines Erachtens nicht. Dazu fand ich das Buch "Die revolutionäre Kraft des Fühlens" von Maria Sanchez interessant, weil sie genau diesen Unterschied deutlich macht und auch ansatzweise erklärt, wie man sich den tieferliegenden Problemen annehmen kann. Sie nennt dies "emotionale Selbstbegleitung", eine Art achtsame Begleitung von sich selbst bezüglich des Fühlens und dabei die Muster entdecken, mit denen man sich selbst immer wieder etwas "antut".

Angst vor Liebe ist für mich eine Aussage, mit der ich persönlich wenig anfangen kann. Angst vor erneuter Enttäuschung, oder Angst vor erneuten Verletzungen eher. Da müsste die "Angst vor Liebe", definiert werden.
Da hast du recht, ich hatte dies ja auch schon selbst gemerkt und versucht zu erklären, wie es bei mir ist. Allerdings ist das, was genau dahinter steckt, wohl individuell, weshalb ich den Titel, sozusagen als Sammeltitel eines Threads doch geeigneter finde, auch weil dies eher ermöglicht, dass andere auch von sich erzählen oder LeserInnen sich darin wiederfinden können. Dies auch @Hoppel. Für mich ist das Wort "Bedrängnis" nicht wirklich passend, ich hatte für mich schon die passende Beschreibung gefunden:
Na ja, ich denke, direkt vor der Liebe hat eigentlich niemand Angst. Sondern vor etwas, das wegen traumatischer Erfahrungen eng damit verknüpft ist.
Ich habe, so glaube ich, Angst davor, mich selbst, meine Selbstbestimmung und mein eigenes Leben (wieder) zu verlieren. Angst, mich jemandem auszuliefern.

Vielen Dank für eure bisherigen Beiträge!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reactions: dasX and fleurdelis

fafner

User
Beiträge
12.993
  • #28
Es kann sich dabei auch um Erfahrungen oder Ideen bezüglich weniger gravierenden Ängsten handeln.
Was ist denn weniger gravierend? Spinnen? 🕷️

Die Veranlagung zu dem, was einen plagt, geht m.E. niemals weg. Deshalb kommt hier etwas anderes ins Spiel: Akzeptanz.
Nach meiner Beobachtung hast Du diesen 🗝️ für Dich durchaus bereits entdeckt.
Fakt ist, dass traumatisierte Menschen immer Ängste bei und vor Lebensveränderungen haben.
Dann bin ich wohl auch traumatisiert. Wußte ich noch gar nicht... :rolleyes:
Das, was Du beschreibst, ist doch einfach nur völlig normal. 🥱
Zum Beispiel der an einem interessierten Person kommunizieren, dass man länger braucht, um auf jemanden zuzugehen, dass es Geduld braucht und Du beim Gefühl des Bedrängnisses die Beine in die Hand nimmst. Wer sich für Dich interessiert, wird das verstehen.
Das ist doch ein Wunschtraum. Tatsächlich nimmt ja das Interesse um so mehr ab, je mehr man mit solchen Dingen konfrontiert wird. Und im fortgeschrittenen Alter doch erst recht.
Deshalb dürfen Datingphasen ja auch nicht zu lange dauern. Je mehr beide frühzeitig um die Macken des Gegenübers wissen, desto schwieriger wird es. 🤭
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reactions: authentisch

Megara

User
Beiträge
13.357
  • #29
Was ist denn weniger gravierend? Spinnen? 🕷️

Die Veranlagung zu dem, was einen plagt, geht m.E. niemals weg. Deshalb kommt hier etwas anderes ins Spiel: Akzeptanz.
Nach meiner Beobachtung hast Du diesen 🗝️ für Dich durchaus bereits entdeckt.

Dann bin ich wohl auch traumatisiert. Wußte ich noch gar nicht... :rolleyes:
Das, was Du beschreibst, ist doch einfach nur völlig normal. 🥱

Das ist doch ein Wunschtraum. Tatsächlich nimmt ja das Interesse um so mehr ab, je mehr man mit solchen Dingen konfrontiert wird. Und im fortgeschrittenen Alter doch erst recht.
Deshalb dürfen Datingphasen ja auch nicht zu lange dauern. Je mehr beide frühzeitig um die Macken des Gegenübers wissen, desto schwieriger wird es. 🤭
Datingphasen sollten wirklich nicht zu lange dauern.
Manche Macken würde ich auch nicht zu früh kommunizieren. Es reicht wenn man sich deren bewusst ist und manchmal
kommen Sie bei einem neuen Partner in gewohnter Ausprägung oder überhaupt ,auch gar nicht so zum Vorschein.
Überdies nimmt diese frühe Problematisierung dem Kennenlernen auch Leichtigkeit und Lockerheit.
 
  • Like
Reactions: authentisch

Saucebox

User
Beiträge
262
  • #30
Eines der besten Bücher zum Thema "Traumata", das ich selbst mal gelesen habe, allerdings in original Englisch - es soll auch in Deutsch sehr gut sein:


(nur eine Beispiel Beschreibung)

Manche Macken würde ich auch nicht zu früh kommunizieren.
Oder auch gar nicht, denn sie können genau jene Menschen anziehen, die man nicht (mehr) in seinem Leben möchte. Hier ist allerhöchste Vorsicht angesagt, wenn man nicht wirklich stabil ist.
Überdies nimmt diese frühe Problematisierung dem Kennenlernen auch Leichtigkeit und Lockerheit.
Deswegen sollte man mMn nur dann ins Dating einsteigen, wenn man Leichtigkeit und Lockerheit auch dann zeitnah wieder hinbekommt, wenn ein Trigger ein Flashback auslöst.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Like
Reactions: authentisch and Megara