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  • #16
Alles wunderschöne Theorie, aber ist man sich immer bewusst, wo man noch der Heilung bedarf? Selbst mit den höchsten Ansprüchen ehrlich mit sich zu sein. Es gibt Wunden die kann man alleine heilen, aber es gibt auch die, die sich nur durch gute Erfahrungen heilen lassen, deswegen macht es keinen Sinn sich den guten Erfahrungen zu verschließen. Ab wann es gesund ist, sich wieder ins Leben zu werfen kann man nur aus dem eigenen Bauch entscheiden und man sollte nicht zu kritisch sein, auch eine Übergangsbeziehung kann nett sein.
Sehe ich nicht so. Wer sich wirklich mit der vergangenen Beziehung auseinandersetzt, sich ggf. prof. Hilfe sucht, wird schnell, sofern ein ausreichendess Reflexionsvermögen vorhanden ist, heraus finden, wo die wahren Ursachen zu finden sind.

Wenn sich beide bewusst sind, dass es nur eine Übergangsbeziehung ist, dann habe ich mit so einer Beziehung kein Problem. Da Frauen m.E. eher bereit sind zu reflektieren und an sich zu arbeiten, sind sie meistens die Verlierer in so einer "Übergangsbeziehung".
 

beo

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  • #17
Sehe ich nicht so. Wer sich wirklich mit der vergangenen Beziehung auseinandersetzt, sich ggf. prof. Hilfe sucht, wird schnell, sofern ein ausreichendess Reflexionsvermögen vorhanden ist, heraus finden, wo die wahren Ursachen zu finden sind.

Wenn sich beide bewusst sind, dass es nur eine Übergangsbeziehung ist, dann habe ich mit so einer Beziehung kein Problem. Da Frauen m.E. eher bereit sind zu reflektieren und an sich zu arbeiten, sind sie meistens die Verlierer in so einer "Übergangsbeziehung".
Das ist absolut kein Widerspruch zu meiner Aussage.

Und zwar weil Reflexion so schwer zu fassen ist. Jeder Mensch hält sich für reflektiert, sogar die, die keinerlei Anzeichen von Reflexion zeigen. Deswegen sind Ratschläge die in Richtung Reflexion gehen hinfällig, den die ist da oder nicht. Auf der Anderen Seite sind die Selbstzweifel und da kann es sinnvoll sein, zu ermutigen es locker zu nehmen.
 
D

Deleted member 23363

  • #18
Wunden lecken ist nur der Anfang. Dann kommt das Aufarbeiten der vielen Fragen. Dauert lange (bei dem einem mehr, bei dem anderen weniger lang) bis es nicht mehr dauerhaft weh tut. Wird immer weniger.


Ja, die Gefahr ist groß - ich glaube, da liegt vielleicht auch der Ursprung der Strohfeuermenschen.
Willst du das einem leidensfähigen Menschen antun? Auch wenn es nur unbewusst passiert?


Nein. Sie heilt nicht und lässt auch nicht vergessen. Sie pimpt das Ego auf (was m.E. wichtig ist) und schafft neue Eindrücke/Erlebnisse. Heilen musst du dich selbst, vergessen wirst du nie (wär auch blöd - dann tappst du evtl. wieder in die gleiche Falle).


So lange du dir diese Frage(n) stellen musst, hast du doch schon deine Antwort.;)


Naja, bereitwillig würde ich das jetzt nicht nennen. :oops:
Lass und nimm dir Zeit. Ich war auch immer viel zu ungeduldig, wollte das Alles viel schneller hinter mich bringen. Hatte oft genug die Schnauze voll, mich ständig damit auseinandersetzen zu müssen. War es leid, immer und immer wieder die gleichen doofen Gedanken durchzukauen. Ich wollte einfach nur, dass das alles aufhört. Dass es mir gut geht. Dass ich mit allem, was passiert ist, meinen Frieden machen kann.
Es hat gedauert. Es war anstrengend. Es war traurig. Es war hart und hat mich manchmal an meine Grenzen gebracht.
ABER:
Es kommt der Tag, da wachst du auf und dein erster Gedanke ist nicht "oh mein Gott, dass ist wirklich alles passiert". Die Momente, in denen du grübelst oder an das, was passiert ist in Dauerschleife denkst, werden weniger bis sie so gut wie gar nicht mehr kommen. Vor Kurzem habe ich eine lustige Anekdote aus dem gemeinsamen Leben mit meinem Ex erzählt. War im Nachhinein betrachtet echt merkwürdig. Da war kein Groll mehr. Nur noch die Erinnerung an einen schönen Moment. Ich weiß, dass das ein fragiler Zustand ist. Aber ich weiß (jetzt) auch, dass es immer nur besser wird.
Deshalb @apfelstrudel ... sei nicht ungeduldig. Du wirst den Prozess nicht verkürzen können. Es dauert, so lange es eben dauert. Bei mir waren es fast zwei Jahre, bis ich hier angekommen bin.
Versuche dir so viele neue positive Eindrücke zu verschaffen, wie es geht (war ein Rat meiner Therapeutin - den habe ich erfolgreich befolgt). Mache etwas, was du immer schon mal machen wolltest. Egal ob eine Wanderung, ein Fallschirmsprung, eine Reise oder oder oder. Aber eins dabei ist wichtig: Mache all diese Sachen für DICH. Weil sie DIR gut tun.
Mach die Augen auf. Es gibt so viel Schönes zu sehen. Total egal, ob es ein Schmetterlingsschwarm ist, der dich umzingelt, du eine Sternschnuppe siehst, lachende Kinder beim Spielen oder ein Panorama, dass dir die Luft wegnimmt.
Das Leben ist schön! ;) Auch als Single.
Ich glaube fest daran, dass dann auch noch der richtige Partner kommt. Und bis dahin lasse ich es mir gut gehen und halte die Augen offen.;)
Dem schließe ich mich an!
 
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Deleted member 23363

  • #19
Wunden lecken ist nur der Anfang. Dann kommt das Aufarbeiten der vielen Fragen. Dauert lange (bei dem einem mehr, bei dem anderen weniger lang) bis es nicht mehr dauerhaft weh tut. Wird immer weniger.
d'accord!
Ergänzung:
Bei der Aufarbeitung der Fragen musste ich einige Male auch schon einsehen, dass ich keine Antworten bekommen werde. Diese Fragen unbeantwortet stehen zu lassen und nicht mehr darüber nachzudenken, dauerte bei mir immer noch längere Zeit als die Aufarbeitung der Fragen, auf die es Antworten gab.
 
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  • #21
darunter verstehe ich, was man aus einer gescheiterten beziehung in eine neue liebe ungewollt mitträgt.

wie geht ihr mit dem thema um?
muß man seine wunden selbst lecken, bis sie einem nicht mehr weh tun?
ist die gefahr zu hoch, dass man - vielleicht unbewußt - jemandes energie absaugt um sich selbst zu kurieren und dadurch den menschen den man liebt - den man vielleicht aber auch nur wegen seiner heilungsfähigkeiten liebt - leid zufügt?
ist das nur gut möglich mit einem entsprechend leidensfähigen partner?
ist eine affäre dazu geeignet diese wunden zu heilen, oder zu vergessen?
oder ist es auch so, dass sich zu viele gedanken darüber zu machen und aus angst jemand anderen nur auszunutzen, man sich selbst im wege steht... und auch der liebe?


irgendwie hat man ja nicht nur die wunden auf der haut, sondern man trägt bereitwillig die scherben mit sich rum, die einem diese wunden zugefügt haben...
darunter verstehe ich, was man aus einer gescheiterten beziehung in eine neue liebe ungewollt mitträgt.

wie geht ihr mit dem thema um?
muß man seine wunden selbst lecken, bis sie einem nicht mehr weh tun?
ist die gefahr zu hoch, dass man - vielleicht unbewußt - jemandes energie absaugt um sich selbst zu kurieren und dadurch den menschen den man liebt - den man vielleicht aber auch nur wegen seiner heilungsfähigkeiten liebt - leid zufügt?
ist das nur gut möglich mit einem entsprechend leidensfähigen partner?
ist eine affäre dazu geeignet diese wunden zu heilen, oder zu vergessen?
oder ist es auch so, dass sich zu viele gedanken darüber zu machen und aus angst jemand anderen nur auszunutzen, man sich selbst im wege steht... und auch der liebe?


irgendwie hat man ja nicht nur die wunden auf der haut, sondern man trägt bereitwillig die scherben mit sich rum, die einem diese wunden zugefügt haben...
darunter verstehe ich, was man aus einer gescheiterten beziehung in eine neue liebe ungewollt mitträgt.

wie geht ihr mit dem thema um?
muß man seine wunden selbst lecken, bis sie einem nicht mehr weh tun?
ist die gefahr zu hoch, dass man - vielleicht unbewußt - jemandes energie absaugt um sich selbst zu kurieren und dadurch den menschen den man liebt - den man vielleicht aber auch nur wegen seiner heilungsfähigkeiten liebt - leid zufügt?
ist das nur gut möglich mit einem entsprechend leidensfähigen partner?
ist eine affäre dazu geeignet diese wunden zu heilen, oder zu vergessen?
oder ist es auch so, dass sich zu viele gedanken darüber zu machen und aus angst jemand anderen nur auszunutzen, man sich selbst im wege steht... und auch der liebe?


irgendwie hat man ja nicht nur die wunden auf der haut, sondern man trägt bereitwillig die scherben mit sich rum, die einem diese wunden zugefügt haben...
 
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  • #24
Mir stellt sich gerade die Frage, ob man das immer will oder machen sollte.
MItunter verzögert sich dadurch m. E. doch auch der Zeitraum der Verarbeitung bzw. des Abschlusses / Loslassens.
Guten Morgen!

Ich denke, viele wolles nicht machen, machen es auch nicht und wundern sich dann, warum die Next-Beziehung immer wieder scheitert, vielleicht sogar die 2. Ehe mit weiteren Kindern genauso endet, wie die 1. Ehe, mit dramatischen Folgen.

Von daher sollte man schon hinschauen, was die Ursachen des Scheiterns sind, um auch hinsichtlich der Seele der eigenen Kindern nicht noch Schaden anzurichten und auch sein eigenens Leben von Belastungen, hohen Unterhaltszahlungen bis zur Pfändungsgrenze, zu vermeiden, damit man selber erstmal sich erholen kann, aufarbeiten, klar im Kopf werden und somit positives mit in die nächste Beziehung bringen kann. Mit Müll im Gepäck kann man doch keine neue Reise anfangen. Zudem ich es unfair und respektlos finde, den neuen Beziehungsmensch in seine eigene unverarbeitete Vergangenheit einzubeziehen.

Wenn du das anders siehst, anders machst, wünsche ich dir viel Erfolg auf deinem Weg..
 
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  • #25
Die Voraussetzung der Frage ist ja schon, "was man aus einer gescheiterten beziehung in eine neue liebe ungewollt mitträgt" als "Müll" zu bezeichnen.
Das scheint mir doch recht respektlos gegenüber der eigenen Vergangenheit und sich selbst gegenüber zu sein. Ich empfehle da, sich nicht so sehr als ne Mischung aus Müll und Müllentsorger zu definieren, sondern sich irgendwie liebevoller zu sehen.
 
A

apfelstrudel

  • #26
wow..... danke für die vielen antworten!
iiiich habe die ehre, heute mit meiner älteren essen und schwimmen zu gehen. das mach ich auch.
wenn ich dann wieder daheim bin, werd ich mir alle antworten zu gemüte führen und meinen senf dazugeben =)
DANKE vorerst!
*jedemapfelstudelundkaffeedalass*
 
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  • #27
Die Voraussetzung der Frage ist ja schon, "was man aus einer gescheiterten beziehung in eine neue liebe ungewollt mitträgt" als "Müll" zu bezeichnen.
Das scheint mir doch recht respektlos gegenüber der eigenen Vergangenheit und sich selbst gegenüber zu sein. Ich empfehle da, sich nicht so sehr als ne Mischung aus Müll und Müllentsorger zu definieren, sondern sich irgendwie liebevoller zu sehen.
Nee, sehe ich so. Ich differenzierte in meiner Aufarbeitungszeit schon, was Müll ist und was nicht. Das ich mir diese Zeit genommen habe und mir dabei helfen lies, zeigt für mich einen grossen Respekt mir gegenüber. Dieser Respekt mir gegenüber ist für mich auch ein Zeichen von dem liebevollen Umgehen mit mir selber und meiner Vergangenheit.
 
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  • #28
Wenn mir jemand mit "Müll" käme, so wüßte ich vermutlich schnell: der hat auf jeden Fall noch nicht "abgeschlossen", der sitzt noch mittendrinn, der hat sich da eingerichtet.
 
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  • #29
wow..... danke für die vielen antworten!
iiiich habe die ehre, heute mit meiner älteren essen und schwimmen zu gehen. das mach ich auch.
wenn ich dann wieder daheim bin, werd ich mir alle antworten zu gemüte führen und meinen senf dazugeben =)
DANKE vorerst!
*jedemapfelstudelundkaffeedalass*
Ist das schön! :) Ich wünsche euch einen unbeschwerten und glücklichen Tag zusammen. :)
 
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Deleted member 23363

  • #30
Nee, sehe ich so. Ich differenzierte in meiner Aufarbeitungszeit schon, was Müll ist und was nicht. Das ich mir diese Zeit genommen habe und mir dabei helfen lies, zeigt für mich einen grossen Respekt mir gegenüber. Dieser Respekt mir gegenüber ist für mich auch ein Zeichen von dem liebevollen Umgehen mit mir selber und meiner Vergangenheit.
d'accord!
Aus sogenanntem "Müll" kann auch etwas Neues erwachsen; nämlich Erfahrung und Selbsterkenntnis. Dies kann sehr hilfreich sein, weil man besser weiß, worauf man aufpasssen muss. Z.B. habe ich aus meiner Ehe die Erkenntnis mitgenommen, dass ich mit einer alkholkranken Frau nicht kann und will. Und auch einige Erlebnisse beim OD haben mich gelehrt, worauf ich besser achten sollte.