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  • #1

Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

Meine Frage ist vielleicht (?) ein wenig ungewöhnlich aber ich sehe mittlerweile echt nicht mehr durch. Ich bin seit mehreren Jahren mit MS diagnostiziert. Die Krankheit verläuft bei mir bisher zum Glück relativ mild und ich stehe mit beiden Beinen voll im Leben. Nachdem ich jetzt zweimal auf die Nase gefallen bin, frage ich mich langsam, ob es klug ist hinsichtlich der Krankheit mit offenen Karten zu spielen oder diese lieber längere Zeit geheim zu halten. Die letzten zwei Frauen, bei denen ich mich dahingehend offenbart habe, haben unter diversen Vorwänden postwendend die Flucht ergriffen, nachdem es eigentlich beide Male sehr gut zu lief. Beide haben mich unter ganz normalen Umständen kennengelernt. Ich habe bisher nur sehr geringe, auf den ersten Blick nicht sichtbare, Beeinträchtigungen durch die Krankheit.
Mich würde jetzt vor allem die Sicht der Frauen interessieren, wie sie auf so eine Mitteilung bei einem potentiellen Partner reagieren und wann aus ihrer Sicht der richtige Zeitpunkt für so eine Offenbarung ist. Ich bin eigentlich ein Freund von offenen Karten auf der anderen Seite ist so etwas natürlich schon erstmal eine nicht so tolle Mitteilung, die auch entsprechend abschreckend sein kann.
 
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  • #2
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

Hallo daydreamer,

zwar bin ich keine Frau, möchte Ihnen aber gerne dennoch meine Sichtweise schildern, verbunden mit einem Appell an alle weiblichen Leserinnen, daydreamer hier eine Rückmeldung zu geben.

Zunächst kann ich Ihnen sagen, dass Ihre Frage gar nicht so ungewöhnlich ist - immer wieder beschäftigen wir uns im Coaching für PARSHIP mit dem Thema "Krankheit und Partnersuche". Darüber hinaus gab es in der Vergangenheit hier im Forum "Expertenrat" bereits ganz ähnliche Fragen und Beiträge - mit bestimmt auch für Sie interessanten Inhalten.

Grundsätzlich ist die Frage, wann und wie im Verlauf des Kennenlernprozesses dieses wichtige Thema angesprochen wird, nicht pauschal zu beantworten. Zunächst muss man sich klarmachen, dass Menschen, die von einer schweren Erkrankung ihres Gegenüber erfahren, meist erst mal erschrocken reagieren. Hauptgründe hierfür scheinen zum einen Mitgefühl und zum anderen Überlegungen zu sein, welchen Einfluss die Erkrankung auf eine mögliche gemeinsame Partnerschaft haben könnten. Auch vor diesem Hintergrund denke ich, es ist wichtig, in kleinen Schritten und mit viel Einfühlungsvermögen zu handeln. Abraten würde ich in jedem Fall davon, bereits im Profil auf die gesundheitliche Situation hinzuweisen. Die hat in meinen Augen nichts mit "Verheimlichung" zu tun - viel mehr geht es darum, den Beteiligten die Möglichkeit zu geben, über diese besondere Situation zu kommunizieren und dadurch Ängste und Befürchtungen evtl. nehmen zu können. Aus meiner Tätigkeit neben PARSHIP ist mir bekannt, wie unterschiedlich die Verlaufsformen Ihrer Erkrankung sind und auch, wie falsch häufig die Vorstellungen in der Gesellschaft über die Erkrankung sind.

Der Zeitpunkt, wann Sie Ihre gesundheitliche Situation zum Thema machen, sollte abhängig davon sein, wie wohl und vertraut Sie sich in einem Kontakt fühlen. Sobald Sie das Gefühl haben, es besteht eine gewisse Basis und ein hinreichendes Vertrauensverhältnis füreinander, sollten Sie mit Ihrem Gegenüber darüber sprechen. In diesem Gespräch ist es auch wichtig, die eigene Art und Weise, wie Sie persönlich mit Ihrer Erkrankung umgehen, deutlich zu machen. So kann es dann gelingen, Ängste und Vorurteile nach und nach abzubauen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg bei der Partnersuche!

Herzliche Grüße,
Markus Ernst
 
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  • #3
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

Hallo daydreamer,
ich stelle mir gerade vor, wir hätten uns hier über unsere Profile kennengelernt und finden uns sympathisch. Ich gehe davon aus, noch weiß ich nichts von Deiner Krankheit. Das finde ich auch gut so. Dann würde ich es aber gut finden, beim zweiten oder dritten Treffen davon zu erfahren. Beim ersten entscheidet sich m.E., ob da zwischen uns überhaupt etwas gehen würde. Und dafür muss ich nicht wissen, ob Du krank bist, sondern ob wir das Gefühl haben, da passt etwas zusammen, da wäre eine Basis vorhanden. Ja, und dann wäre eine Erkrankung sicher eine Frage neben vielen anderen, die in die Überlegungen mit einfließen, ob sich eine Partnerschaft aus der Bekanntschaft entwickeln soll, oder nicht. Mindestens genauso wichtig sind die Themen Altersunterschied, Kinderwunsch, Raucher, Tiere, Eigenschaften, mit denen ich meine, Schwierigkeiten zu haben etc. Und da wirst Du mit der MS sicher auf unterschiedliche Reaktionen treffen. Für mich wäre das nicht unbedingt ein Ausschlusskriterium aber ich würde mich dann auch gern mit Dir zusammen genau informieren, auf was ich/wir uns einstellen müssen. Ich würde es eben genau so überlegen wie bei einem wesentlich älteren Partner. All das trifft aber gar nicht zu, wenn wir uns Hals über Kopf ineinander verlieben würden, dann wäre das sicher ganz egal. Denn ich würd auf jeden Fall mit Dir zusammen sein wollen.

Also, nicht ins Profil, aber möglichst bald ansprechen, mit offenen Karten spielen, damit die potentielle Partnerin weiß, worauf sie sich einlässt. Springt sie ab, war sie eh nicht die Richtige.
Lg, Else
 
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  • #4
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

@Daydreamer
Letztlich kann das kein Hinderungsgrund für eine Beziehung sein. Die Krankheit kann natürlich eine Tragweite haben. Eine Tante von mir hat Glück und ist mit ihren bald 80 Jahren noch voll beweglich. Sie erklimmt jetzt keinen Dreitausender mehr, braucht aber weder Gehhilfe noch Rollstuhl. Mit ihrem Mann lebt sie noch im eigenen Haus. Eine Raumpflegerin haben sie seit einigen Jahren, aber das ist in diesem Alter sicher nicht ungewöhnlich.

Es kann in einem Leben viel passieren. Das weiß vorher keiner. Ich würde es schon gerne von Anfang an wissen, dass du MS hast. Da könnte ich besser mit umgehen, als wie zu einem späteren Zeitpunkt. Denn das gehört ja zu deinem Leben und dich gibt es, wenn, nur so.

Natürlich ist jeder durch die Medien geprägt, was MS angeht. Das ist sehr schade. Die Forschung ist heute wesentlich weiter, als wie vor Jahrzehnten. Es gibt mittlerweise hoffnungsvolle Ansätze, dieser Krankheit den Schrecken zu nehmen. Wenn es dich interessiert, dann melde dich doch über die Mitarbeiter des Forums bei mir. Ich gebe dir völlig unverbindlich die Infos. Von meiner Seite aus halte ich keinen weiteren Kontakt zu dir. Ich kann auch den Mitarbeitern die Infos geben und die mailen dir diese, ohne dass ich deine E-Mail Adresse erfahre.

Viel Gesundheit & viel Glück wünsche ich dir :)
 
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  • #5
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

Ich sehe es wie Else. Wenn die Info SOFORT rüberkommen würde, würde es mich vielleicht auch abhalten, den Kontakt überhaupt anzufangen. Wenn man aber die Person ein bisschen kennt und Gefühle entstehen - dann ist die Krankheit zwar ein wichtiges Thema, aber kein Hinderungsgrund.
 
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  • #6
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

Hallo Daydreamer,

über die Frage habe ich mir auch Gedanken gemacht.Ich habe ebenfalls eine chronische Krankheit, die bewirkt bei mir glücklicherweise keine gesundheitlichen Einschränkungen (andere mit der gleichen Krankheit sind schwerbehindert) und wird auch keine mehr bewirken.
Nur bewirkt die Krankheit ein Hautbild, dass gemeinhin als unattraktiv angesehen wird. Bei dem von mir eingestellten Foto wird das nur in Ansetzen sichtbar. Nicht desto trotz: würde ich das gleich in das Profil schreiben oder in einer der ersten Mails würde jeder, der dann daraufhin in einem medizinischen Buch nachschlägt (NF ist nicht so bekannt wie MS) schreiend die Flucht ergreifen, ob der Schilderungen, die man da lesen kann.
Ich war vor vier Jahren schon mal in diesem Forum und habe hier meinen damaligen Freund kennen gelernt. Ich hatte ihn bald, schon vor dem ersten Treffen, damit konfrontiert und damit beinahe in die Flucht geschlagen. Auch nach dem ersten Treffen war das für ihn noch ein Knackpunkt. Nun: wir wurden trotzdem ein Paar und das die Beziehung nicht hielt, hing nicht mit meiner NF zusammen.
Wir sind Profis was unsere Krankheit betrifft und können damit ganz anders umgehen, darüber auch mal Witze machen - was andere nicht tun dürfen. Ich denke man sollte darum mit der Information zurückhaltend umgehen und diese wenn sie kommt nicht dramatisieren.
Sprich: Mist ich bin gerade gestolpert, aber keine Angst eine Krücke brauche ich trotz MS glücklicherweise nicht.
Ich würde alternativ bei entsprechendem Lichteinfall sagen: Jemine,wenn die Sonne im falschen Winkel scheint, sieht man was das alles auf der Haut sprießt, aber wie ein Broccolie sehe ich ja noch nicht aus ..!
 
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  • #7
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

@ Daydreamer

Für eine verliebte Frau ist deine Krankehit kein Hinderungsgrund. Für andere Frauen, die vielleicht schon im Vorfeld Zweifel hatten, obs passen könnte, ist das natürlich das Killerkriterium...
Darum lass Dich nicht entmutigen, eine Frau nimmt einiges in Kauf für den Mann, den sie liebt! Man kanns vielleicht nicht vergleichen, aber mein Exmann wurde nur mit einem Arm geboren. Der fehlende Arm war nie ein Problem für mich, wir hatten eine tolle Beziehung! Also Kopf hoch!

Was den Zeitpunkt angeht: Ich würds sagen, sobald du merkst, dass es ernster wird und du ernsthaft über eine Beziehung mit der Frau nachdenkst. Vorher eher nicht.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.
 
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  • #8
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

@daydreamer

ich bin zwar keine frau, kann dir aber als nicht selbst betroffener gerne meine erfahrung schildern. habe mehrere treffen mit einer betroffenen gehabt. sie hatte es mir, glaube ich, beim dritten date, eher beiläufig erzählt. zunächst habe ich da gar nicht so recht drauf reagiert, vielleicht weil ich schon einiges für sie empfunden habe. wohl eher aus unkenntnis der weit verbreiteten erkrankung war ich die nächsten tage emotional abber völlig am boden. ich habe mich selbst nicht mehr wiedererkannt. es hat mich sehr mitgenommen, erst recht, als ich mich selbst etwas schlauer gemacht habe.

sie selbst hat ihre krankheit nie groß zur sprache gebracht, und ich wollte sie nicht durch vielleicht unangenehme fragen in bedrängnis bringen, zumal wir uns noch nicht wirklich kannten. mit der zeit - wir trafen uns noch einige male - konnte ich meine befürchtungen abbauen und wurde gelassener.
mir wurde klar, dass ihre krankheit natürlich auch einfluss auf ihr verhalten hatte. sie selbst sprach dieses nie direkt an, und ich blieb eher zurückhaltend mit fragen.
nur einmal sprach sie mich direkt darauf an, und wir unterhielten uns etwas darüber, aber nicht wirklich erschöpfend. somit hatte ich das gefühl, dass sie selbst nicht wirklich darüber sprechen, sondern es anderen gegenüber eher ignorieren wollte. das empfand ich als sehr bedrückend, denn ich musste mir selbst einen reim auf das eine oder andere verhalten von ihr machen. das war für mich emotional alles andere als einfach.
am ende muss ich sagen, war ihre krankheit für mich gar nicht das problem, sondern ihre konsequente verschwiegenheit über diese. es wäre für mich deutlich einfacher gewesen, wenn sie sich mir selbst anvertraut hätte, sodass ich sie in einigen dingen einfach von vornherein besser verstehen konnte. ich selbst hätte damit überhaupt kein problem gehabt.

inwieweit und wann sich betroffene anvertrauen sollten, ist natürlich nicht pauschal zu beantworten. ich selbst würde als besten zeitpunkt wohl den moment wählen, in dem man merkt, dass zwischen beiden eine gewisse sympathie ist, die man vielleicht ausbauen könnte. als nicht betroffener fände ich es klug, wenn mein gegenüber die initiative ergreift und möglichst offen darüber spricht. es geht manchmal ja nicht mal um die krankheit an sich, sondern um den einfluss dieser auf das tägliche leben und verhaltensweisen. der betroffene selbst sollte der experte für seine krankheit sein und kann eben dieses nicht von anderen erwarten. indem du dich selbst erklärst, kannst du deinem gegenüber auch seine angst nehmen, die im augenblick wahrscheinlich viel größer ist als bei dir.

wie das gegenüber auf deine offenbarung reagiert, ist natürlich immer von der person und von der art und weise abhängig. es gibt menschen, die können damit umgehen und andere eben nicht. ich war anfangs erschüttert und konnte das erst im laufe der zeit abbauen. und die andere frage ist, wie du als betroffener mit den reaktionen der anderen umgehen kannst.

ich möchte dir aber vor allem mut machen. mir selbst war am ende unwichtig, ob meine verehrte nun die krankheit hat oder nicht. entscheidend für dieses gefühl ist aber, dass du zeigst, dass du mit deiner krankheit selbst "gut zurecht kommst", wenn man das so überhaupt sagen kann. wenn beim gegenüber das gefühl aufkommt, dass du selbst sehr darunter leidest und eigentlich nicht damit klar kommst, wird dieses es auch nicht können.
wenn es ansonsten gut passt, kann eine chronische erkrankung schnell in den hintergrund geraten und steht nicht "im weg" :).

alles gute und viel glück
maddib
 
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  • #9
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

"Offene Karten" - unbedingt! Aber wohlbedacht platziert, und nur einer Person gegenüber, die es wert ist, von so einem wichtigen Lebensthema zu erfahren. Ich schaue mir die Menschen lange an, bevor ich etwas preisgebe. Und meine Erfahrung ist, dass (m)eine Krankheit nie, wirklich nie ein Grund war sich abzuwenden.

Information kann man nicht wieder zurückholen. Es gibt viele Menschen, die mit bestimmten Themen nicht umgehen können. Und wer schützt dich dann vor Verletzungen?

Viel Glück dir!
 
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  • #10
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

Selbst wenn ich mich jetzt ins Abseits schieße, weil diese Antwort natürlich nicht pc ist...

Eine Krankheit wie MS würde mich möglicherweise auf Abstand gehen lassen. Zu groß wäre meine Furcht vor dem, was da als Partnerin auf mich zukommen könnte.
In meinem Bekanntenkreis gab es erst vor kurzem einen Todesfall aufgrund von MS und auch eine nahe Freundin von mir ist daran erkrankt, sie in einer (hoffentlich) milderen Verlaufsform. Ich finde es auch schwer zu vergleichen mit den meisten anderen Erkrankungen oder 'Behinderungen' wie dem fehlenden Arm.

Etwas anderes ist es, wenn die Krankheit erst im Verlauf einer bereits bestehenden Partnerschaft diagnostiziert wird.
 
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  • #11
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

wir verabschieden Kontakte aus unterschiedlichsten Gründen, wo wir annehmen, dass Eigenschaften von diesem nicht zu einer potentiellen gemeinsamen Zukunft passen, so gehört sicher auch eine chronische Krankheit zu einem dieser Hinderungsgründe und wahrscheinlich kein Unwesentlicher ...

... aber die Welt ist eben vielfälltig und bei entsprechender Wahrheit wird sich auch hier ein Partner finden, vielleicht ist ein bisschen mehr Ausdauer notwendig ...
 
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  • #12
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

Erstmal danke für die Antworten :)
Im Grundton bestätigt es mich eigentlich nur darin, wie ich es bisher gehandhabt habe.

Ich gehe mit der Krankheit eigentlich in fast allen Lebensbereichen offensiv um. Mein privates Umfeld und meine direkten Kollegen wissen es und stellen keine dummen Fragen, wenn ich gerade mal wieder leichte Probleme mit dem Gleichgewicht habe.

Es ist meine Krankheit, mit der ich mich den Rest meines Lebens arrangieren muss. Was da eventuell noch passiert, weiß ich selber nicht. Folglich werde ich meiner Linie treu bleiben und die MS zum richtigen Zeitpunkt thematisieren. Selbstverständlich bringt man sowas nicht beim ersten Date an, aber wie schon in den Antworten geschrieben, finde ich es selber eigentlich auch nur fair, wenn man es anspricht, sobald Gefühle ins Spiel kommen.

@Floristin: Ich kann Ihren Standpunkt gut nachvollziehen. Klar ist man als Betroffener verletzt wenn sich der Andere wegen der Krankheit abwendet aber es hat eben eine etwas größere Tragweite wenn man darüber nachdenkt eine Beziehung einzugehen.
Allerdings sind Sie in meinen Augen auch das typische "Negativbeispiel". Ich glaube, es gibt nur wenige Menschen, die niemanden mit MS kennen oder negative oft völlig überholte Vorstellungen von dieser Krankheit haben. Als ich damals meine Diagnose bekam, hat mich das ziemlich aus der Bahn geworfen. Nach zwei heftigen Schüben innerhalb von 3 Monaten habe ich mich aber entsprechend damit beschäftigt und mich informiert. Langer Rede, kurzer Sinn - nach mittlerweile 5 schubfreien Jahren und einer guten Therapie habe ich einen gänzlichen anderen Blick auf die Krankheit als damals.

In diesem Sinne vielen Dank für das Feedback.
 
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  • #13
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

Zitat von Daydreamer:
Allerdings sind Sie in meinen Augen auch das typische "Negativbeispiel". Ich glaube, es gibt nur wenige Menschen, die niemanden mit MS kennen oder negative oft völlig überholte Vorstellungen von dieser Krankheit haben.
Durch meine Freundin, die ich häufiger sehe oder mit ihr telefoniere, wird mein Wissen über die Krankheit laufend 'upgedatet'.
Mag allerdings sein, dass ich durch den Todesfall, der erst wenige Wochen her ist, besonders für den schlimmstmöglichen Verlauf sensibilisiert bin.
 
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  • #14
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

hi daydreamer

ich hab eine chronische krankheit und bin alleinerziehend.
ich habe kontaktanfragen gesendet und auch erhalten, mit dem gegenüber mehrmals gemailt und telefoniert und wenn dann ein grosses interesse da war auf beiden seiten, ein 1.date abgemacht. vor dem 1. date habe ich aber immer die person informiert, dass ich eine chronische krankheit hab. ich gehe sehr offen mit meiner krankheit um. und ja, es gab solche die absagten und es gab solche die wollten mich erst recht treffen :)) ...!!! ich mag offene karten und klarheit, dies ist mir am liebsten ... aber im grunde kann es jeder so machen, wie er es am besten findet und sich auch wohl mit dem "wie und wann sag ich`s" fühlt. irgendwann wird es klappen...

ich wünsch dir eine gute zeit und viel spass im leben

itatschi
 
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  • #15
AW: Chronische Krankheit - offene Karten oder lieber nicht

Guten Morgen,

die Resonanz und die vielen bestimmt hilfreichen Ratschläge auf die Frage von daydreamer freuen mich und sprechen für ein breites Interesse an der Thematik.

Als sehr wichtig empfinde ich - parallel zur Kommunikation über die Erkrankung selbst - dem Gegenüber so gut wie möglich die Angst vor evtl. Einschränkungen im Zusammenleben zu nehmen bzw. klar zu äußern, in welchen Lebensbereichen man unter Umständen etwas kürzer treten muss und auf welche Aktivitäten die Erkrankung gar keinen Einfluss hat. Die Erfahrung aus Gesprächen zeigt hier doch, dass eine große Unwissenheit in der Bevölkerung herrscht.

Herzliche Grüße,
Markus Ernst