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MaryCandice

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  • #6.601
Bin nicht traurig. Auch nicht verwirrt. Aber jetzt weiß ich, dass ich einen Zweipersonen-Urlaub alleine verbringen werde.
Es war mein Geburtstagsgeschenk an ihn (Konzert mit Aufenthalt in einer österreichischen Stadt). Gestern hat er mir gesagt, dass er nicht mitfahren will. Ich solle ihn nicht fragen, warum nicht, er könnte es mir nicht sagen. Und eigenartigerweise.... zuerst war ich enttäuscht und dann.... glücklich! Jetzt weiß ich, dass sich dieser Mann nie und nimmer für mich verbiegen wird. Dass er sich gut fühlen kann, weiß, was ihm gut tut und dass er sich so frei fühlt, mir jederzeit auch nicht gefallen zu können/müssen solange er nicht gegen meine Prinzipien verstößt.
Ich hab tatsächlich den einen Mann gefunden, der mich 'handeln' kann und vor dem ich tiefsten Respekt empfinde.

Und gelernt, dass wenn ich etwas, was ich ihm schenken will, hinterfragen muss, es bleiben zu lassen. Lol...
 
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Inge21

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  • #6.602
@MaryCandice
Guten Morgen, wenn Du das so sehen kannst und Dich dabei wohl fühlst. Für mich klingt das nach sich was schön reden. Aber das ist meine persönliche Meinung aus meinen persönlichen Erfahrungen.
 
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MaryCandice

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  • #6.605
Damals war vor sieben Jahren. Karten für ein Konzert in unserer Stadt für ihn ud seinen Sohn. Andere Zeiten, komplett andere Situation. Über dieses Geschenk jetzt hat er sich nicht wirklich gefreut. Nur, dass ich so aufmerksam zugehört habe, um zu erkennen, was ihm gefällt, obwohl nur nebenbei erwähnt.
Es war kein "Schatz, ich hab Urlaub für uns gebucht!" "Schön, ich will aber nicht!" Da wäre ich auch enttäuscht. Aber die ganze Situation hat uns so viel voran gebracht, wie es der Urlaub, gemeinsam verbracht, nie hätte können. Nichts auf dieser Welt hat nur Nachteile. Oft sogar mehr Vorteile. Aber viele erkennen die in ihrer Enttäuschung nicht mehr und zerstören dadurch etwas Schönes.
Ich weiß jetzt, mit dem Mann kann ich beruhigt alt werden. Angstfrei und vertrauensvoll.
 

fafner

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  • #6.606
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fafner

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  • #6.608
MC. Bei Dir weiß man's ja nicht, wie es war.
 

Tone

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  • #6.610
Nur, dass ich so aufmerksam zugehört habe, um zu erkennen, was ihm gefällt, obwohl nur nebenbei erwähnt.
Das kann schon enttäuschend sein. Du achtest aufmerksam darauf was ihm Freude bereitet und dann kommt dein Geschenk nicht so an wie gehofft. Andererseits ist er ehrlich zu dir und wie du oben schreibst, verbiegt er sich nicht. Viele tun das, sei es einem Streit auszuweichen oder weil sie nicht ihre eigenen Bedürfnisse ausdrücken können. Ich finde in deiner Erzählung steckt mehr als sich viele vorstellen können.
 
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199MKt8gf

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  • #6.611
Mary, warum kann er denn den Grund nicht sagen? Vertrauensvoll empfände ich diesen zu nennen und Beweggründe mitzuteilen. Grundsätzlich bin ich auch für ein Eigenleben und kein Anhänger der totalen Zweisamkeit, weil es eine Beziehung auch erdrücken kann. Jedoch würde ich da schon nachdenklich werden.
 
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Tone

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  • #6.612
Jedoch würde ich da schon nachdenklich werden.
Und was ist an etwas Nachdenklichkeit in einer langen Beziehung problematisch? So verstehe ich deinen Beitrag, so als ob in einer lebendigen Beziehung keine Differenzen oder Zweifel Platz haben. Genau deshalb finde ich den Beitrag von @MaryCandice so wertvoll, für Singles wie auch jene in einer Partnerschaft. Warum kann man den Wunsch eines Partners oder einer Partnerin nicht einfach unhinterfragt akzeptieren? Es wird schon einen Grund geben, vielleicht kennt er ihn selbst nicht und hat aus dem Bauch heraus das liebe Geschenk von @MaryCandice nicht angenommen, vielleicht nennt er ihn später, vielleicht ... usw.
 
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199MKt8gf

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  • #6.613
Für mich gehört zu einer Partnerschaft, den anderen auch zu verstehen. Nur so kann man etwas akzeptieren.
 
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  • #6.614
Für mich gehört zu einer Partnerschaft, den anderen auch zu verstehen. Nur so kann man etwas akzeptieren.
Danke für deine ehrliche Antwort. Das ist ja das schöne an Beziehungen, jede ist anders. Meine Frau z.B. akzeptiert auch Entscheidungen die ich ohne Begrüdung treffe. Oft ist der Zeitpunkt ungünstig oder ich bin schlecht drauf. Nach einer gewissen Zeit ist es mir selbst ein Bedürfnis meiner lieben Partnerin in allen Facetten offen zu legen, weshalb ich so knapp angebunden war. Umgekehrt gilt das genau so, weil ich ihr vertraue. Wäre das Vertrauen einmal schwer entäuscht worden, sähe das sicher anders aus. Soweit ich die Beiträge von @MaryCandice überblicke, ist ihr Mann eine vertrauenswürdige Person.
 
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199MKt8gf

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  • #6.617
Mein Partner das unbekannte Wesen. Das ist vermutlich so und ich finde das auch nicht schlecht. Jeder Mensch ist auch ein Rätsel und unergründlich. Eine stabile Beziehung hält das aus. Ich würde sogar so weit gehen und das als großen Bestandteil der Beziehung betrachten. Es muss nicht alles auf dem Seziertisch betrachtet werden. Nur: das finde ich jetzt nicht besonders geheimnisvoll und kann da auch keinen Stabilitätsfaktor sehen.
Unabhängig von Marys Partnerschaft, die ich nicht im entferntesten beurteilen kann. Meine Überlegungen waren eher allgemeiner Natur.
 
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Ariadne_CH

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  • #6.619
Ich finde es gut, dass du so gelassen mit der Situation umgehen kannst, @MaryCandice !
Ich selber wäre wohl ziemlich enttäuscht.
Andererseits denke ich, dass du durchaus auch den Anspruch an einen Partner stellen kannst, dass er dir seine Beweggründe erklärt. Vielleicht kannst du ihn in einem ruhigen, entspannten Moment, in dem es gerade passt, darauf ansprechen. (Nur sofern du das Bedürfnis überhaupt hast, natürlich.)

Ich habe das Gefühl, du zeigst im Moment viel Stärke und Selbstbewusstsein. Er könnte da durchaus mal "nachziehen". Egal aus welchen Gründen (und ich gehe auch davon aus, dass er gute Gründe hat), das Mindeste, was ich für meine Partnerin tun würde, ist zu schauen, dass meine Partnerin nicht auch noch alleine fahren muss. Obwohl du jetzt wahrscheinlich schreiben wirst, dass du sowieso lieber alleine fährst. ;)
Eine etwas kritischere Sicht auf deine bessere Hälfte würde ich jedenfalls auch nicht schlecht finden.
 
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  • #6.620
Unabhängig von Marys Partnerschaft, die ich nicht im entferntesten beurteilen kann. Meine Überlegungen waren eher allgemeiner Natur.
Für mich gehört zu einer Partnerschaft, den anderen auch zu verstehen. Nur so kann man etwas akzeptieren.
Diese Verallgemeinerung teile ich nicht, weil man auch etwas akzeptieren kann ohne es zu verstehen. Dazu bedarf es wie oben erwähnt einer grossen Portion Vertrauen.
Obwohl du jetzt wahrscheinlich schreiben wirst, dass du sowieso lieber alleine fährst. ;)
Jetzt lieber allein fahren fände ich ein wenig kindisch, weil im ursprünglichen Wunsch der gemeinsamen Fahrt die Enttäuschung mitschwingt, statt diese offen auszusprechen. Geschmacksache :)
 
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fleurdelis*

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  • #6.622
Interessant ist doch der Gedanke, dass jemand glücklich ist, wenn er feststellt, dass der andere sich nicht verbiegen lässt? ... Wieso? ... Weil man weiß, man kann den anderen verbiegen und freut sich, dass er's nicht mitmacht? ... Verbiegen .. ist sowieso so eine Sache ... ein afrikanisches Sprichwort sagt: "Nur ein Baum der sich im Sturm biegen kann, bricht nicht" ... Also hat "biegen" auch was positives ... Wenn man akzeptiert, dass der andere sich nicht verbiegt, verbiegt man sich da nicht versehentlich selbst? ... Aber kann man überhaupt erwarten, dass keiner sich verbiegt ... Wenn ich von mir ausgehe, mache ich das für jemanden der mir wichtig ist schon mal ... hält beweglich ... allerdings, wenn nur ich mich verbiegen müsste, würde es mir langweilig werden ...dann würde ich schon beginnen mit etwas abzuschließen ....
 
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  • #6.623
Interessant ist doch der Gedanke, dass jemand glücklich ist, wenn er feststellt, dass der andere sich nicht verbiegen lässt? ... Wieso? ... Weil man weiß, man kann den anderen verbiegen und freut sich, dass er's nicht mitmacht? ... Verbiegen .. ist sowieso so eine Sache ... ein afrikanisches Sprichwort sagt: "Nur ein Baum der sich im Sturm biegen kann, bricht nicht" ... Also hat "biegen" auch was positives ... Wenn man akzeptiert, dass der andere sich nicht verbiegt, verbiegt man sich da nicht versehentlich selbst?
Wenn sich jemand nicht verbiegen lässt, also Rückgrat zeigt - eine seltene Eigenschaft in Zeiten wo weltweit die Sehnsucht nach den starken Führern blüht - zeugt das Selbstbewusstsein, jemand der sich selbst treu bleibt. Deshalb arbeitet man ja idealerweise permanent an einer Beziehung in der zwei eigenständige Individuen zusammen sind, sonst spräche man aus meiner Sicht von Assimilation und nicht Partnerschaft.
 
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chava

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  • #6.624
Ich hab tatsächlich den einen Mann gefunden, der mich 'handeln' kann und vor dem ich tiefsten Respekt empfinde.
Meine Liebe,
Akzeptanz und Verständnis ist eine ganz wichtige Eigenschaft für eine
feste und stabile Beziehung, die wachsen und dauern soll.
Positives Denken ist super fürs ganze Leben -
und eine Voraussetzung fürs glücklich-sein, eine Kunst,
die leider sehr vielen Menschen fehlt, die du beherrschst . . . :)

Und übrigens, die Menschen haben unterschiedliche Ansichten:
ICH genieße es, wenn der Hansi mich abends am TV
anlächelt und mir vorm Schlafengehen ein schmalziges
Liebeslied singt - und das nur für mich ganz alleine.
Ich würde NIE in ein Konzert, zur Fanreise oder Wanderung gehen
. . . da wäre ich ja eine von 10.000, die ihn anhimmeln . . . :rolleyes:;)
 
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fleurdelis*

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  • #6.625
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  • #6.626
Was für'n Mensch ist das eigentlich, der sich "verbiegen" muß, um das Geschenk eines angeblich geliebten Partners annehmen zu können?

Ich bin hier mal wieder im völlig falschen Film... :eek:

Na ja, @Inge21 hat es meines Erachtens richtig erkannt.
 
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199MKt8gf

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  • #6.627
Diese allgemeinen Überlegungen bringen Mary auch nicht weiter. Zumal sie ja auch keine Frage stellte, sondern bekundete, dass sie das akzeptiert und es der Stabilität keinen Abbruch tut. Er hat einen eigenen Willen, keine Lust, etwas zu erklären, andere Pläne, whatever.
 
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Sandbank

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  • #6.628
Ist er das? Ist es (im Moment) nicht nur eine "halbe" Ehrlichkeit?
Viele tun das, sei es einem Streit auszuweichen oder weil sie nicht ihre eigenen Bedürfnisse ausdrücken können.
Wie siehst du dazu die Aussage, er wolle nicht, aber sie soll auch nicht fragen, weshalb?
Du sprichst von Vertrauen... versteh ich... aber wie steht es mit seinem Vertrauen darauf, dass sie mit seiner Erklärung und Begründung seiner in diesem Fall konträhren Bedürfnisse umgehen kann?
Warum kann man den Wunsch eines Partners oder einer Partnerin nicht einfach unhinterfragt akzeptieren?
Kann man schon, finde ich auch, aber man kann sich genauso gut erklären, mit dem Wunsch, sich dem Partner zu "zeigen". Mir wäre schon daran gelegen, dass mein Partner mich, die Ablehnung eines Geschenkes versteht.
 
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  • #6.629
... Rückgrat ist abgeleitet vom Rücken .. sprich Wirbelsäule .. und die Wirbelsäule ist keine feste Stange, sondern überaus beweglich ... wieso sollte der Gedanke, sich auch mal für etwas zu verbiegen, mangelndes Rückgrat zeigen?
Gut erkannt, das unterscheidet Wirbeltiere von den Wirbellosen. Der Gedanke sich zu verbiegen ist situationsabhängig. Wir sprechen nicht davon statt mit Zitroneneis ausnahmsweise mit Organge vorlieb zu nehmen. Rückgrat zeigen bedeutet Haltung zeigen, in besonderen Fällen seine Würde bewahren. Zur Haltung gehört auch Verantwortung für die Konsequenzen einer Entscheidung übernehmen, heisst zeitnah seine Entscheidung zu begründen.
Ist er das? Ist es (im Moment) nicht nur eine "halbe" Ehrlichkeit?
Stimmt, aber ...
Wie siehst du dazu die Aussage, er wolle nicht, aber sie soll auch nicht fragen, weshalb?
... was wenn hier zwei Überraschungen zeitlich kollidieren?
Du sprichst von Vertrauen... versteh ich... aber wie steht es mit seinem Vertrauen darauf, dass sie mit seiner Erklärung und Begründung seiner in diesem Fall konträhren Bedürfnisse umgehen kann?
Eine sehr gute Frage :). Ich nehme einfach aus den vielen Schilderung von @MaryCandice ein Grundvertrauen an, das das Verhalten eines Partners einordnet. Ohne wechselseitige Überprüfung solcher 'Modelle' des Partners kann das freilich zu grösseren Missverständnissen führen, bis hin zu Verletzungen.
 
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