Rise&Shine

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  • #72.695
Die Menschen gehen nicht mehr zum Schuster, weil sie ihre (Plastik)Schuhe billig bei Deichmann gekauft haben. [hier Liste ergänzen].
Das war die „Geiz ist Geil“ Zeit und Einstellung. Mehr Konsum statt Qualität.

Kräftig unterstützt von Banken mit sog. Konsumentenkrediten.

Die Sehnsucht nach Produkten, die Qualität haben und eine gute Lebensdauer, wird immer größer.
Meine Großmutter hat schon immer gesagt: billig gekauft ist 2x gekauft.

Und diese Generation hat sehr wohl Wert auf Qualität gelegt.

Sie hat auch gesagt: wenn man sich einen Gebrauchsgegenstand nicht leisten kann, dann muss man eben sparen.

Interessant, diese Wellen und schön, wenn man dazu zurückkehrt.
 
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Rise&Shine

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  • #72.696
Wir sprechen ja über "flexible Arbeitszeiten". Dazu gehört z.B. auch, dass Pausen nicht kontrolliert werden.
Der Arbeitgeber muss Pausen nachweisen können, noch mal: Arbeitszeitgesetz.
Paragraph 4 regelt die Ruhepausen. Paragraph 5 die Ruhezeiten.
Paragraph 22 und 23 die Bußgeld und Strafvorschriften u.a. Bei Verstößen dagegen. Auf wiederholte Verstöße droht etwa Freiheitsstrafe bis zu 6 Monaten.

Es ist nicht so einfach, innerhalb dieses Gesetztes „flexibel“ zu sein.

Während Corona gab es Sonderregelungen, die nicht mehr gelten.
 

BellaDonna

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  • #72.698
Ha, ich brauchte ne Knetmaschine.. Stiftung Warentest hat die billigste Küchenhilfe von Lidl als Nr. 1 getestet. Ersparnis: ca. 400 Euro zu herkömmlichen Design Maschinen von Kitchenhilfe usw.
Bei dem von dir zitierten Satz geht es in allererster Linie um die Langlebigkeit.
Und genau diese Erfahrung habe ich gemacht.
In Qualität investiert und jahrelang Freude an den Dingen statt häufig neu und nachkaufen.
 

HrMahlzahn

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  • #72.701
Nur mal so:
1. Ich habe von meinen Eltern die Miete fürs Studentenwohnheim bezahlt bekommen und die Bücher. Ab und zu noch Klamotten. Ich habe also neben meinem Vollzeitstudium 15-20h nebenbei arbeiten müssen um mir Essen, Getränke, etc leisten zu können. Dazu gehörten Tätigkeiten als HiWi, Kellnerin in einem Biergarten, Pflegeaushilfe, Putzfrau, Inventuren in Supermärkten, etc.
Zu jedem Monatsende habe ich Thrombozyten in der Blutbank gespendet ( gab mehr Geld als für Blutkonserven) und ca 1 Woche lang von Pellkartoffeln und Quark gelebt. Völlig unvorstellbar heute, aber da wir alle damals so drauf waren und hart im Nehmen, war es eben unsere Lebenswirklichkeit. Mit "alle" und "uns" meine ich die eingeschworene Gemeinschaft ( deutlich in der Minderheit, dafür umso cooler :cool:,) die keine Arztkinder waren.
2. Ich habe als Akademikerin mit fast Studienabschluss 1 Jahr ohne jedes Entgelt als vollwertig eingesetzte Assistenzärztin arbeiten müssen, um meinen Abschluss letztgültig anerkannt zu bekommen. Nannte sich PJ (praktisches Jahr)
3. Danach habe ich 18 Monate auf einer Intensivstation als Stationsärztin gearbeitet zum Gehalt einer "Krankenpflegehilfeschülerin". Ja, genauso steht es auf meinen immer noch aufbewahrten Gehaltsabrechnungen. Nannte sich ÄiP (Ärztin im Praktikum).
Gibt es übrigens nicht mehr, da auch das Gericht es als Ausbeutung enpfand und daher abgeschafft wurde.
4. Nachdem ich dann mit 26 Jahren endlich mal ein normales Einstiegsgehalt hatte, habe ich mir meinen ersten Gebrauchtwagen auf Raten gekauft. Davor war nur ein Fahrrad drin.

Aber man sollte sich da noch nicht zu früh freuen, da man regelhaft in der anschliessenden Facharztausbildungszeit (bei mir 5 Jahre) nur befristete Einjahresverträge bekommen hat. Hat bei mir insgesamt mit Studium, PJ und ÄiP zu 5 Umzügen in 5 Jahren geführt.
Und hat, nebenbei, allen Kollegen/Kolleginnen, die schon (mit 30!!!) verheiratet waren und Kinder hatten, den kalten Schweiss auf die Stirn getrieben.

Nur mal so...wii
Du hattest es noch gut. Du konntest immerhin noch in deinem Studierten Betuf arbeiten. Zu Beginn der Neunziger, nach der Wende stand man mitfertigem Studium auf der Straße. MEINE Freundin wollte Gyäkologin werden, machte sogar einen"richtigen" ordentlichen akademischen Doktor, bekam aber nur mit Vitamin B eine Assistentenstelle in der Psychiatrie. Dieses Jahr wurde sie regulär berentet. Ich selbst bekam als Biologe und Anthropologe gar nix. Die netten Beamten auf dem Arbeitsamt lachten sich einen Ast. Da ich vor dem Studium 4 Jahre Sanitäter bei der Bundeswehr war, konnte ich wenigstens als Krankenpfleger arbeiten. DIE Bafögschulden hatte ich trotzdem am Hals. Das Studium hatte ich mir selbst finanziert mit dem Geld von der Bundeswehr und als Hi(rnamputierter)Wi(lder). Von zu Hause gab es nix.
Die Enkel meiner Schwester, die jetzt in Beruf und Studium gehen, haben jede Menge Chancen.
TEL aviv wie der Franzose sagt.
.
 
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  • #72.703
Warum hast du dich nicht früher, vor deinem Studium, umfassend informiert, wie dein späterer Berufsweg sein kann/wird?

Also wenn ich so alles lese über deinen beruflichen Werdegang, kann ich verstehen, warum du so gefrustet bist mit deinem Leben. Ich kann verstehen, warum du mich so auf dem Kicker hast, weil vielleicht... ich habe inzwischen, ich muss zählen, über 40 Berufsjahre, stehe ganz gut da, habe all das Wissen an die nächste Generation weitergeben, die beruflich und Einkommensmässig sehr gut dasteht.

Weisst du, deine ständige Hinweise, dass sich jemand mehr bilden soll, sich umfassender informieren soll usw. und so fort...... dabei hat es dir selber anscheinend nicht viel geholfen.
 
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HrMahlzahn

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  • #72.704
nicht unbedingt; Beispiel meines Neffen. Studiert Umweltingenieur an einer der besten ETH der Welt. Bachelor, Master, Praktikum. Findet seit Jahren keinen Job (ausser lausig bezahlte Praktiken).
ETH gibt es nicht in der Welt, sondern nur in der Schweiz. Und Bachelor ist kein Studium sondern eine Krankheit und ein Praktikant im Unterschichtenfernsehen. :cool:
 
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  • #72.705
Warum hast du dich nicht früher, vor deinem Studium umfassend informiert, wie dein späterer Berufsweg sein kann/wird?

Also wenn ich so alles lese über deinen beruflichen Werdegang, kann ich verstehen, warum du so gefrustet bist mit deinem Leben. Ich kann verstehen, warum du mich so auf dem Kicker hast, weil vielleicht... ich habe inzwischen, ich muss zählen, über 40 Berufsjahre, stehe ganz gut da, habe all das Wissen an die nächste Generation weitergeben, die beruflich und Einkommensmässig sehr gut dasteht.

Weisst du, deine ständige Hinweise, dass sich jemand mehr bilden soll, sich umfassender informieren soll usw. und so fort. Dabei hat es dir selber anscheinend nicht viel geholfen.
Was Studienberateran Uni und Arbeitsamt erzählten war nur Unsinn und die Wiedervereinigung machte den Rest,
 

Erin

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  • #72.706
ETH gibt es nicht in der Welt, sondern nur in der Schweiz. Und Bachelor ist kein Studium sondern eine Krankheit und ein Praktikant im Unterschichtenfernsehen.
Dann korrigiere ich mich: Unter mehr als 1650 Hochschulen weltweit erreicht die ETH Zürich im QS World University Ranking 2022 den achten Platz. Laut QS gehört die ETH Zürich damit zum achten Mal hintereinander zu den zehn besten Hochschulen der Welt.
 

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  • #72.707
Was Studienberateran Uni und Arbeitsamt erzählten war nur Unsinn und die Wiedervereinigung machte den Rest,
Ja, stimmt, war zu Zeiten, als meine Tochter ihr Abi machte, immer noch so. Deswegen sind wir andere Wege gegangen, die sich sehr gut ausgezahlt haben, in jeder Hinsicht.

Ich fand es damals ganz schlimm, was wie hoch die Arbeitslosigkeit bei den Studien-Absolventen war und wie die in Praktiken verheizt wurden.
 

BellaDonna

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  • #72.711
nicht unbedingt; Beispiel meines Neffen. Studiert Umweltingenieur an einer der besten ETH der Welt. Bachelor, Master, Praktikum. Findet seit Jahren keinen Job (ausser lausig bezahlte Praktiken).
https://www.stepstone.de/jobs/umweltingenieur-in?q=Umweltingenieur/in

Ich habe dein Statement gelesen und konnte mir das nicht vorstellen.
Wieso bekommt er keinen Job?
Es gibt Dich recht viele Angebote.

Ist er vielleicht nicht flexibel genug?
 

HrMahlzahn

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  • #72.712
Ja, stimmt, war zu Zeiten, als meine Tochter ihr Abi machte, immer noch so. Deswegen sind wir andere Wege gegangen, die sich sehr gut ausgezahlt haben, in jeder Hinsicht.

Ich fand es damals ganz schlimm, was wie hoch die Arbeitslosigkeit bei den Studien-Absolventen war und wie die in Praktiken verheizt wurden.
Bei uns gab es nicht mal Praktikas zum Verheizen. Deswegen froren wir auch noch in unserem Elend. Igitt war die Welt kalt. Das einzig gute an der Kälte war, dass ich lernte die Eiszeit zu lieben und ich in ganz Europa westlich des Ostblocks sämtliche Neandertaler besuchen konnte.
 

Erin

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  • #72.714
das spielt sicher auch eine Rolle. Er möchte in einem Umweltunternehmen (wie z.b. WWF) arbeiten. Zudem verlangen viele Arbeitgeber "Berufserfahrung von mehreren Jahren". Die hat er mittlerweilen schon, aber eben nur als Praktikant und das zählt nicht.
Ich kenne auch Umweltwissenschaftler mit Abschluss einer Fachhochschule die verzweifelt einen Job suchen. Man könnte ja meinen, diese Berufssparte sei heiss begehrt, ist sie aber nicht hier in der CH.
 
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HrMahlzahn

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  • #72.716
WWF
World
Wildlife
Found

Eine NGO für Tierschutz

Irgendwie leckt wohl heute meine Lachgasleitung. Ich schäme mich für mich.
 
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BellaDonna

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  • #72.718
Er möchte in einem Umweltunternehmen (wie z.b. WWF) arbeiten. Zudem verlangen viele Arbeitgeber "Berufserfahrung von mehreren Jahren".
Ja - das ist oft so.
Aber ein Job in einem Unternehmen, welches nicht seinen Vorstellungen entspricht könnte aber immerhin für die oft erforderliche Erfahrung sorgen.
Und ein zeitweiser Umzug in ein anderes Gebiet (oder sogar Land) bedeutet nicht, dass man sein gewohntes Umfeld komplett und für immer aufgeben muss.
Das meine ich mir Flexibilität.
Mit Weitsicht und nicht nur kurzfristig agieren.
Dann könnte seine Chance eher kommen, als würde er als - sagen wir mal - Laborassisten - zu arbeiten.

Ich kann es aber nachvollziehen. In jungen Jahren habe ich auch oft vor einer Entscheidung gedacht: Oh Gott - das wird dann für den Rest meines Lebens sein.
 

Erin

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  • #72.719
Ja - das ist oft so.
Aber ein Job in einem Unternehmen, welches nicht seinen Vorstellungen entspricht könnte aber immerhin für die oft erforderliche Erfahrung sorgen.
Und ein zeitweiser Umzug in ein anderes Gebiet (oder sogar Land) bedeutet nicht, dass man sein gewohntes Umfeld komplett und für immer aufgeben muss.
Das meine ich mir Flexibilität.
Mit Weitsicht und nicht nur kurzfristig agieren.
Dann könnte seine Chance eher kommen, als würde er als - sagen wir mal - Laborassisten - zu arbeiten.

Ich kann es aber nachvollziehen. In jungen Jahren habe ich auch oft vor einer Entscheidung gedacht: Oh Gott - das wird dann für den Rest meines Lebens sein.
solange er sich mit dem Lohn eines Praktikanten durchschlagen kann und sonst von niemandem finanziell abhängig ist, wird er wohl weiter hoffen, hier was zu finden. Veränderungen mag er gar nicht und somit nimmt er das, was er hier kriegen kann. Finde ich auch o.k., seine Entscheidung mit wenig Geld auszukommen und dafür im gewohnten Umfeld bleiben.
 

BellaDonna

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  • #72.720
solange er sich mit dem Lohn eines Praktikanten durchschlagen kann und sonst von niemandem finanziell abhängig ist, wird er wohl weiter hoffen, hier was zu finden. Veränderungen mag er gar nicht und somit nimmt er das, was er hier kriegen kann. Finde ich auch o.k., seine Entscheidung mit wenig Geld auszukommen und dafür im gewohnten Umfeld bleiben.
Ja. Seine individuelle Entscheidung für einen Lebensweg konsequent zu gehen ist auch gut.