mann_neuss

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  • #1

Online Dating ist eine Fehlgeburt

Nach reichlich einem Jahr mit Online Dating ist mir jetzt klar geworden, warum diese Art der Kontaktanbahnung nicht funktionieren kann. Und vielleicht findet sich ja jemand hier in diesen Zeilen wieder, dann erspare ich ihm (oder ihr) hoffentlich weitere zeitverschlingende oder gar schmerzhafte Erfahrungen auf diesem Feld.

Der Groschen fiel, als ich mich, wie aus dem Nichts, an eine Schlüsselszene aus dem Film „World War Z“ mit Brad Pitt erinnerte. Hier eine kurze Zusammenfassung des Films: Eine weltweite Zombie Epidemie ist ausgebrochen und Pitt ist ein Wissenschaftler der UNO, der eine effektive Gegenmaßnahme sucht – und sie schließlich auch findet. In betreffender Szene rennt eine Horde Hunderter Zombies auf ein Kind zu. Der Zuschauer denkt, dieses Kind ist gleich erledigt und wird selbst zum Zombie mutieren, aber, falsch gedacht. Kurz bevor die Horde auf das wie versteinert da stehende Kind trifft, teilt sie sich und rennt links und rechts vorbei. Es erinnert an Moses, der das Rote Meer teilt. Pitt beobachtet diese Szene und erkennt schließlich, was dieses Kind so einzigartig macht, warum es von den Zombies nicht attackiert wird, warum es verschmäht wird. Das Kind leidet an einer Krankheit, und scheinbar mögen Zombies nur gesunde Opfer.

Und da wurde mir klar, warum Online Dating nicht funktioniert. Männer, die online nach Frauen suchen sind – im wahrsten Sinne des Wortes – bedürftig, bedürftig nach Nähe, bedürftig nach Liebe, bedürftig nach Partnerschaft. Alles sehr verständliche und im Grunde sogar sympathische Gefühle. Aber wenn Frauen etwas nicht mögen, dann sind das bedürftige Männer. Und wenn wir ehrlich sind, dann mag niemand bedürftige Menschen (mit Ausnahme der eigenen Kinder natürlich, was aber biologisch begründet ist).

Ein Mensch, dem mit unsichtbarer Tinte auf der Stirn geschrieben steht „Hab mich bitte, bitte lieb!“, schreckt ab, wirkt unangenehm, weckt Erinnerungen an die eigene Einsamkeit. Wie bei einem Kranken möchte man/frau sich nicht anstecken. Es entsteht eine Atmosphäre, die unterschwellig anstrengend und unangenehm ist. Man/frau möchte eigentlich fliehen. Und das Gegenüber online eigentlich perfekt zu passen schien. Was stimmte nur nicht?

Und da wären wir bei der Biologie. Ein Mann, der bedürftig ist, stinkt. Er stinkt nach Versager. Er stinkt nach Einsamkeit. Er stinkt nach Hilflosigkeit.

Natürlich muss er nicht wirklich ein hoffnungsloser, bedürftiger Tropf sein. Aber selbst ein Porsche fahrender Kinderarzt mit Vorortvilla wirkt bedürftiger als der arbeitslose Prolet in der 2-Zimmer-Sozialwohnung, weil Ersterer eine Partnerin sucht und Letzterer mit seinem Leben zufrieden ist und mit dem Thema „Weiber“ abgeschlossen hat.

Woher kommt das?

Ich behaupte, es sind – wie so vieles – unsere Gene. Wir sind noch in der Steinzeit. So wie unser Körper in Furcht vor Nahrungsmittelknappheit gnadenlos jede überschüssige Kalorie in Fettpolster umwandelt, braucht Frau immer noch den Ernährer, auch wenn sie sich dieser Tatsache überhaupt nicht bewusst ist. Selbst die Ärztin trifft sich lieber mit dem Chefarzt als mit dem Pfleger. Die Ratio kann noch so sehr aktiv werden: passt das Einkommen, passt das Alter, passen die Interessen, passt der Bildungsstand, stimmt die Entfernung der Wohnorte? Man/frau kann diese Suche nach dem perfekten Partner bis ins kleinste Detail aufschlüsseln und mit (scheinbar) wissenschaftlicher Genauigkeit betreiben. Beide Seiten können das. Es wird ihnen nur nichts nützen. Die Gene gewinnen. Frau sucht den gesunden Steinzeitmenschen, der Kinder zeugt, in den ersten Jahren den Kühlschrank füllt, und mehr nicht. Mag er danach verschwinden, so ist das biologisch absolut in Ordnung. Ist es da ein Wunder, dass so viele Partnerschaften am Ende sind, sobald das Kind in der Grundschule angekommen ist?

Selbst der auf dem Papier großartigste Partner kann den Eindruck nicht verwehren, dass er im Grund hilfsbedürftig ist.

Natürlich wird jeder sofort ein Gegenbeispiel parat haben: „Ja, aber ich kenne ein Paar, das hat sich online kennengelernt.“ – Natürlich, das mag ja sein. Und es gibt mit Sicherheit auch Partner, die sich durch einen Autounfall kennengelernt haben. Nur will man wirklich diesen Stress? Steht der Aufwand, den Mann und Frau bei der Online-Suche noch betreiben, wirklich in einem gesunden Verhältnis? Ich sage: Nein.

Ich bin jetzt seit knapp einem Jahr bei Parship. Ich habe fünf oder sechs Dates gehabt, alle so unterhaltsam wie ein Tatort – kann man gucken, muss man aber nicht. Natürlich waren die meisten Treffen nicht unbedingt langweilig oder gar peinlich. Aber beide Seiten haben sofort vom ersten Augenblick an instinktiv gefühlt: Das wird nichts. Im Grunde hätte ich auf jedes Date verzichten können. Nur „dank“ Corona kann ich konstatieren, dass ich meist wirklich nichts Bessere zu tun hatte, und froh gewesen war, mal ein Wochenende auf diese Art füllen zu können.

Und allen (sic!) meinen erfolglosen Dates, die ich nach mehreren Monaten nochmal kontaktiert habe, ging es ähnlich. Bei keiner hatte es inzwischen Zoom! gemacht. Alle waren ernüchtert, ermüdet, wenn nicht sogar zermürbt. Im Grund sitzen sie nur ihre Abos aus und warten darauf, dass Corona endlich vorüberzieht.

Darum mein Tipp: Finger weg vom Online Dating. Sucht euch den Kick, das Glitzern in den Augen des Anderen, die Romantik des Augenblicks, die Spannung, das Herzflattern in realen Treffen, in der wirklichen Welt: im Buchladen, im Wartezimmer, beim Job, im Hobby, in der Nachbarschaft oder im Verein.
 
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Morgenrot

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  • #2
Na klar, nur Männer suchen nach einer Beziehung......
Ich frage mich warum sie nicht alle Single sind? Gibt es doch Frauen, die ebenfalls eine Partnerschaft angehen möchten?
Und oh Wunder, Ich habe meinen Schatz hier kennengelernt.... Bin eine Frau übrigens.
Und wenn du die Partnersuche als Thema "Weiber" bezeichnest, wird im realen Leben auch nicht viel dabei rauskommen, hat nicht mit OD zu tun, such die Ursachen woanders.

Und das "Frau sucht den gesunden Steinzeitmenschen, der Kinder zeugt, in den ersten Jahren den Kühlschrank füllt, und mehr nicht. Mag er danach verschwinden, so ist das biologisch absolut in Ordnung. Ist es da ein Wunder, dass so viele Partnerschaften am Ende sind, sobald das Kind in der Grundschule angekommen ist?" ist ein Witz, aber wenn dich das tröstet.
Erstens schreibst du "Frau sucht" - also doch? Und zweitens was glaubst du wievielte Männer ihre Frauen verlassen, mit denen sie jahrelang glücklich waren, Kinder haben, ein Haus zusammen gebaut hatten? Und das oft nur wegen einem jüngeren Exemplar? Mir ist es auch passiert. Und weißt du was? Ich bin wieder glücklich mit meinem neuen Partner. Und nein sein Einkommen war mir egal, Kinder will ich keine mehr, sein Kind ist mir willkommen, umgekehrt genauso.
Vergiss deine Theorien, die taugen nichts.
 
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Morgenrot

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  • #3
"Und allen (sic!) meinen erfolglosen Dates, die ich nach mehreren Monaten nochmal kontaktiert habe, ging es ähnlich. Bei keiner hatte es inzwischen Zoom! gemacht. Alle waren ernüchtert, ermüdet, wenn nicht sogar zermürbt. Im Grund sitzen sie nur ihre Abos aus und warten darauf, dass Corona endlich vorüberzieht."
Waren das Frauen? Merkst du was?
 
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  • #4
Nach reichlich einem Jahr mit Online Dating ist mir jetzt klar geworden, warum diese Art der Kontaktanbahnung nicht funktionieren kann. Und vielleicht findet sich ja jemand hier in diesen Zeilen wieder, dann erspare ich ihm (oder ihr) hoffentlich weitere zeitverschlingende oder gar schmerzhafte Erfahrungen auf diesem Feld.

Der Groschen fiel, als ich mich, wie aus dem Nichts, an eine Schlüsselszene aus dem Film „World War Z“ mit Brad Pitt erinnerte. Hier eine kurze Zusammenfassung des Films: Eine weltweite Zombie Epidemie ist ausgebrochen und Pitt ist ein Wissenschaftler der UNO, der eine effektive Gegenmaßnahme sucht – und sie schließlich auch findet. In betreffender Szene rennt eine Horde Hunderter Zombies auf ein Kind zu. Der Zuschauer denkt, dieses Kind ist gleich erledigt und wird selbst zum Zombie mutieren, aber, falsch gedacht. Kurz bevor die Horde auf das wie versteinert da stehende Kind trifft, teilt sie sich und rennt links und rechts vorbei. Es erinnert an Moses, der das Rote Meer teilt. Pitt beobachtet diese Szene und erkennt schließlich, was dieses Kind so einzigartig macht, warum es von den Zombies nicht attackiert wird, warum es verschmäht wird. Das Kind leidet an einer Krankheit, und scheinbar mögen Zombies nur gesunde Opfer.

Und da wurde mir klar, warum Online Dating nicht funktioniert. Männer, die online nach Frauen suchen sind – im wahrsten Sinne des Wortes – bedürftig, bedürftig nach Nähe, bedürftig nach Liebe, bedürftig nach Partnerschaft. Alles sehr verständliche und im Grunde sogar sympathische Gefühle. Aber wenn Frauen etwas nicht mögen, dann sind das bedürftige Männer. Und wenn wir ehrlich sind, dann mag niemand bedürftige Menschen (mit Ausnahme der eigenen Kinder natürlich, was aber biologisch begründet ist).

Ein Mensch, dem mit unsichtbarer Tinte auf der Stirn geschrieben steht „Hab mich bitte, bitte lieb!“, schreckt ab, wirkt unangenehm, weckt Erinnerungen an die eigene Einsamkeit. Wie bei einem Kranken möchte man/frau sich nicht anstecken. Es entsteht eine Atmosphäre, die unterschwellig anstrengend und unangenehm ist. Man/frau möchte eigentlich fliehen. Und das Gegenüber online eigentlich perfekt zu passen schien. Was stimmte nur nicht?

Und da wären wir bei der Biologie. Ein Mann, der bedürftig ist, stinkt. Er stinkt nach Versager. Er stinkt nach Einsamkeit. Er stinkt nach Hilflosigkeit.

Natürlich muss er nicht wirklich ein hoffnungsloser, bedürftiger Tropf sein. Aber selbst ein Porsche fahrender Kinderarzt mit Vorortvilla wirkt bedürftiger als der arbeitslose Prolet in der 2-Zimmer-Sozialwohnung, weil Ersterer eine Partnerin sucht und Letzterer mit seinem Leben zufrieden ist und mit dem Thema „Weiber“ abgeschlossen hat.

Woher kommt das?

Ich behaupte, es sind – wie so vieles – unsere Gene. Wir sind noch in der Steinzeit. So wie unser Körper in Furcht vor Nahrungsmittelknappheit gnadenlos jede überschüssige Kalorie in Fettpolster umwandelt, braucht Frau immer noch den Ernährer, auch wenn sie sich dieser Tatsache überhaupt nicht bewusst ist. Selbst die Ärztin trifft sich lieber mit dem Chefarzt als mit dem Pfleger. Die Ratio kann noch so sehr aktiv werden: passt das Einkommen, passt das Alter, passen die Interessen, passt der Bildungsstand, stimmt die Entfernung der Wohnorte? Man/frau kann diese Suche nach dem perfekten Partner bis ins kleinste Detail aufschlüsseln und mit (scheinbar) wissenschaftlicher Genauigkeit betreiben. Beide Seiten können das. Es wird ihnen nur nichts nützen. Die Gene gewinnen. Frau sucht den gesunden Steinzeitmenschen, der Kinder zeugt, in den ersten Jahren den Kühlschrank füllt, und mehr nicht. Mag er danach verschwinden, so ist das biologisch absolut in Ordnung. Ist es da ein Wunder, dass so viele Partnerschaften am Ende sind, sobald das Kind in der Grundschule angekommen ist?

Selbst der auf dem Papier großartigste Partner kann den Eindruck nicht verwehren, dass er im Grund hilfsbedürftig ist.

Natürlich wird jeder sofort ein Gegenbeispiel parat haben: „Ja, aber ich kenne ein Paar, das hat sich online kennengelernt.“ – Natürlich, das mag ja sein. Und es gibt mit Sicherheit auch Partner, die sich durch einen Autounfall kennengelernt haben. Nur will man wirklich diesen Stress? Steht der Aufwand, den Mann und Frau bei der Online-Suche noch betreiben, wirklich in einem gesunden Verhältnis? Ich sage: Nein.

Ich bin jetzt seit knapp einem Jahr bei Parship. Ich habe fünf oder sechs Dates gehabt, alle so unterhaltsam wie ein Tatort – kann man gucken, muss man aber nicht. Natürlich waren die meisten Treffen nicht unbedingt langweilig oder gar peinlich. Aber beide Seiten haben sofort vom ersten Augenblick an instinktiv gefühlt: Das wird nichts. Im Grunde hätte ich auf jedes Date verzichten können. Nur „dank“ Corona kann ich konstatieren, dass ich meist wirklich nichts Bessere zu tun hatte, und froh gewesen war, mal ein Wochenende auf diese Art füllen zu können.

Und allen (sic!) meinen erfolglosen Dates, die ich nach mehreren Monaten nochmal kontaktiert habe, ging es ähnlich. Bei keiner hatte es inzwischen Zoom! gemacht. Alle waren ernüchtert, ermüdet, wenn nicht sogar zermürbt. Im Grund sitzen sie nur ihre Abos aus und warten darauf, dass Corona endlich vorüberzieht.

Darum mein Tipp: Finger weg vom Online Dating. Sucht euch den Kick, das Glitzern in den Augen des Anderen, die Romantik des Augenblicks, die Spannung, das Herzflattern in realen Treffen, in der wirklichen Welt: im Buchladen, im Wartezimmer, beim Job, im Hobby, in der Nachbarschaft oder im Verein.

Nicht schlecht überlegt...👍
 
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  • #5
Der Sicht werden sich viele anschließen. Ich betrachtete das OD als Gelegenheit. Als Gelegenheit andere Partner suchende Singles kennenlernen zu können und hatte reichlich davon.

Wäre interessanter zu ergründen, weshalb solch Unterschiede, als nur irgendwelche Gründe zu suchen, weshalb es nicht klappt.
 
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Morgenrot

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  • #6
Der Sicht werden sich viele anschließen. Ich betrachtete das OD als Gelegenheit. Als Gelegenheit andere Partner suchende Singles kennenlernen zu können und hatte reichlich davon.

Wäre interessanter zu ergründen, weshalb solch Unterschiede, als nur irgendwelche Gründe zu suchen, weshalb es nicht klappt.
Nun ja, zwischen Gelegenheit und Fehlgeburt liegen wohl Welten. Deine Sichtweise finde ich vollkommen in Ordnung, mehr als eine Möglichkeit Kontakte zu knüpfen, zu denen es sonst nicht gekommen wäre, ist OD auch nicht.
 
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  • #7
Selbst der auf dem Papier großartigste Partner kann den Eindruck nicht verwehren, dass er im Grund hilfsbedürftig ist.

Ich versteh nicht, wie sich OD in diesem Punkt vom Dating in der realen Welt unterscheiden soll. Wenn du im RL eine Frau (kennengelernt z.B. im Kochkurs, Lesezirkel oder so) nach einem Date fragst, dann erscheinst du doch auf bedürftig, nicht?
 
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Luzi100

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  • #8
Der Sicht werden sich viele anschließen. Ich betrachtete das OD als Gelegenheit. Als Gelegenheit andere Partner suchende Singles kennenlernen zu können und hatte reichlich davon.

Wäre interessanter zu ergründen, weshalb solch Unterschiede, als nur irgendwelche Gründe zu suchen, weshalb es nicht klappt.
Ja, ist eine oft zu lesende Klage hier; nicht nur von Männern.
Ist ja nicht der erste Thread zu dem Thema.
Ich würde trotzdem meine Einschätzung dazu abgeben wollen; eben weil es so viel Enttäuschung und Bitterkeit hervorruft.
Ich vermute, ein großes Missverständnis des OD ist, dass dort irgendetwas anders laufen könnte als im realen Leben.
Gerade zurückhaltende Menschen erhoffen sich vielleicht mehr oder einfacheren Kontakt, weil sie ja aus der "Anonymität" heraus meinen, anders zu agieren. Ich glaube, dass das nicht funktioniert.
Mir schient, dass genau die von dir @mann_neuss beschriebene Erfahrung (Menge teilt sich und will nix mit dir zu tun haben) genau das Gegenteil beweist: Du erlebst die selbe Ablehnung, die du bereits aus dem realen Leben kennst hier im OD; und das geballt, weil halt auch viel viel mehr potentielle Partnerinnen zur Verfügung zu stehen scheinen.
Aber das ist ein Trugschluss: OD läuft nicht anders ab, als das normale Leben; nur viel schneller und geballter.
Was man dort erlebt (Ablehnung oder "Erfolg") potenziert sich nur im OD.
Die Chancen, einen passenden Partner zu finden sicher auch (allein aufgrund der Masse); aber die geballte Masse der Reaktionen (positiv oder negativ) ist im OD halt wesentlich extremer!
Und schwer zu ertragen, kann ich mir vorstellen; insbesondere wenn man sich nicht bewusst macht, dass das eben eine Art vergrößernder Spiegel ist, in den man da schaut. Der verzerrt viele Wahrnehmungen. Auch wegen der Anonymität.
Frag mal @Wolverine ; der hat das andere Extrem. Ist auch nicht "echt" oder hilfreich (im Endeffekt?) denke ich mir...
..Weitere Gedanken folgen.
Muss noch mal nachdenken.
 
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  • #9
@Mann-neuss: finde ich nicht schlecht, vielleicht etwas arg pessimistisch, aber da ist etwas dran, durchaus. Natürlich werden gleich einige kommen und bashen, du seist selbst schuld, etc. Lachhaft. Als Kommunikationstyp kann ich nur sagen: in Online-Formaten (Social Media, Dating, Foren, etc.) werden Niveau und Reaktionsfreudigkeit immer schlimmer.... Liegt an der Zeit in der wir leben...
 
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JoeKnows

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  • #10
Aber wenn Frauen etwas nicht mögen, dann sind das bedürftige Männer.
Grundsätzlich richtig (auch wenn deine ewig-lange Ausführung dazu etwas überdramatisch ist; Frauen mögen übrigens auch keine Schwätzer).

Aber der Zusammenhang, den du dann zum Online-Dating herstellst, scheint mir doch eher deinem eigenen Selbstbild zu entspringen. Die "Chance", als bedürftig zu erscheinen, ist doch beim Online-Dating genauso groß oder gering wie in der Disco, beim Bäcker um die Ecke oder wo sonst mann versucht Frauen kennenzulernen.
 
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Toaster

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  • #11
Die "Chance", als bedürftig zu erscheinen, ist doch beim Online-Dating genauso groß oder gering wie in der Disco, beim Bäcker um die Ecke oder wo sonst mann versucht Frauen kennenzulernen.
In der Disco finden sich auch Leute die Tanzen wollen, beim Bäcker Leute die Brötchen wollen. Wenn man mit wem ein paar Worte wechselt wird das selten sofort als Kontaktversuch zur Partnersuche wahrgenommen. Zwei fremde Leute unterhalten sich kurz. Kein commitment. Angenehme Situation. Wenn dann die Frage kommt nach einem Kaffee, dann kann es sein dass man abgewiesen wird, und das ist okay. Schließlich hatte man durch das Gespräch eine gewisse ganz menschliche Verbindung. Man hat sich gegenseitig zumindest als Gespächspartner respektiert.

OD, da geh ich nur hin wenn ich wen suche. Ich suche kein Gespräch, keine Verbindung, nur commitment auf zügiges Antworten und Fragen nach Dates. Aufs reale Leben übertragen wäre das, die Frau beim Bäcker wird von 20 Leuten gleichzeitig "Hi, willst du einen Kaffe trinken gehen" angesprochen, was sicherlich etwas sehr direkt ist, und ignoriert 19 davon sofort. 19 Fragen sich ob sie den Smalltalk nicht wert sind und warum.
 
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Cestlavie

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  • #12
Und oh Wunder, Ich habe meinen Schatz hier kennengelernt.... Bin eine Frau übrigens.

Vielleicht ist das der unterschied? Das du eine Frau bist.
Als Mann werden 95% deiner Nachrichten nicht mal gelesen, Profil wird überhaupt nicht angeschaut und nur die wenigsten kriegen eine HALBE Nachricht auf die Reihe - das wars dann aber auch wieder mit ihrem Basic Account.

Davon abgesehen dass, das Profil ja nicht mal geöffnet wurde kann man also nur das Bild und den Namen/Job sehen.. ich frage mich was an einem Azubi so schlimm ist der ein ordentliches nicht-operiertes Bild von sich drin hat mit lächeln und guter Frisur (und soweit ist fast jeder den ich kennen gelernt habe neidisch auf meine Haare geworden, überwiegend Frauen).

Lass mich gerne die Lösung wissen, das Frauen es mal hinbekommen eine Nachricht zu lesen. Nur lesen, das reicht schonmal für den Anfang
 
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Syni

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  • #13
@Cestlavie
Glaubst du, du hast dir einen Anspruch darauf erkauft, dass deine Nachrichten gelesen (und beantwortet) werden?
 

Klaus123

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  • #14
Nach reichlich einem Jahr mit Online Dating ist mir jetzt klar geworden, warum diese Art der Kontaktanbahnung nicht funktionieren kann. Und vielleicht findet sich ja jemand hier in diesen Zeilen wieder, dann erspare ich ihm (oder ihr) hoffentlich weitere zeitverschlingende oder gar schmerzhafte Erfahrungen auf diesem Feld.

Der Groschen fiel, als ich mich, wie aus dem Nichts, an eine Schlüsselszene aus dem Film „World War Z“ mit Brad Pitt erinnerte. Hier eine kurze Zusammenfassung des Films: Eine weltweite Zombie Epidemie ist ausgebrochen und Pitt ist ein Wissenschaftler der UNO, der eine effektive Gegenmaßnahme sucht – und sie schließlich auch findet. In betreffender Szene rennt eine Horde Hunderter Zombies auf ein Kind zu. Der Zuschauer denkt, dieses Kind ist gleich erledigt und wird selbst zum Zombie mutieren, aber, falsch gedacht. Kurz bevor die Horde auf das wie versteinert da stehende Kind trifft, teilt sie sich und rennt links und rechts vorbei. Es erinnert an Moses, der das Rote Meer teilt. Pitt beobachtet diese Szene und erkennt schließlich, was dieses Kind so einzigartig macht, warum es von den Zombies nicht attackiert wird, warum es verschmäht wird. Das Kind leidet an einer Krankheit, und scheinbar mögen Zombies nur gesunde Opfer.

Und da wurde mir klar, warum Online Dating nicht funktioniert. Männer, die online nach Frauen suchen sind – im wahrsten Sinne des Wortes – bedürftig, bedürftig nach Nähe, bedürftig nach Liebe, bedürftig nach Partnerschaft. Alles sehr verständliche und im Grunde sogar sympathische Gefühle. Aber wenn Frauen etwas nicht mögen, dann sind das bedürftige Männer. Und wenn wir ehrlich sind, dann mag niemand bedürftige Menschen (mit Ausnahme der eigenen Kinder natürlich, was aber biologisch begründet ist).

Ein Mensch, dem mit unsichtbarer Tinte auf der Stirn geschrieben steht „Hab mich bitte, bitte lieb!“, schreckt ab, wirkt unangenehm, weckt Erinnerungen an die eigene Einsamkeit. Wie bei einem Kranken möchte man/frau sich nicht anstecken. Es entsteht eine Atmosphäre, die unterschwellig anstrengend und unangenehm ist. Man/frau möchte eigentlich fliehen. Und das Gegenüber online eigentlich perfekt zu passen schien. Was stimmte nur nicht?

Und da wären wir bei der Biologie. Ein Mann, der bedürftig ist, stinkt. Er stinkt nach Versager. Er stinkt nach Einsamkeit. Er stinkt nach Hilflosigkeit.

Natürlich muss er nicht wirklich ein hoffnungsloser, bedürftiger Tropf sein. Aber selbst ein Porsche fahrender Kinderarzt mit Vorortvilla wirkt bedürftiger als der arbeitslose Prolet in der 2-Zimmer-Sozialwohnung, weil Ersterer eine Partnerin sucht und Letzterer mit seinem Leben zufrieden ist und mit dem Thema „Weiber“ abgeschlossen hat.

Woher kommt das?

Ich behaupte, es sind – wie so vieles – unsere Gene. Wir sind noch in der Steinzeit. So wie unser Körper in Furcht vor Nahrungsmittelknappheit gnadenlos jede überschüssige Kalorie in Fettpolster umwandelt, braucht Frau immer noch den Ernährer, auch wenn sie sich dieser Tatsache überhaupt nicht bewusst ist. Selbst die Ärztin trifft sich lieber mit dem Chefarzt als mit dem Pfleger. Die Ratio kann noch so sehr aktiv werden: passt das Einkommen, passt das Alter, passen die Interessen, passt der Bildungsstand, stimmt die Entfernung der Wohnorte? Man/frau kann diese Suche nach dem perfekten Partner bis ins kleinste Detail aufschlüsseln und mit (scheinbar) wissenschaftlicher Genauigkeit betreiben. Beide Seiten können das. Es wird ihnen nur nichts nützen. Die Gene gewinnen. Frau sucht den gesunden Steinzeitmenschen, der Kinder zeugt, in den ersten Jahren den Kühlschrank füllt, und mehr nicht. Mag er danach verschwinden, so ist das biologisch absolut in Ordnung. Ist es da ein Wunder, dass so viele Partnerschaften am Ende sind, sobald das Kind in der Grundschule angekommen ist?

Selbst der auf dem Papier großartigste Partner kann den Eindruck nicht verwehren, dass er im Grund hilfsbedürftig ist.

Natürlich wird jeder sofort ein Gegenbeispiel parat haben: „Ja, aber ich kenne ein Paar, das hat sich online kennengelernt.“ – Natürlich, das mag ja sein. Und es gibt mit Sicherheit auch Partner, die sich durch einen Autounfall kennengelernt haben. Nur will man wirklich diesen Stress? Steht der Aufwand, den Mann und Frau bei der Online-Suche noch betreiben, wirklich in einem gesunden Verhältnis? Ich sage: Nein.

Ich bin jetzt seit knapp einem Jahr bei Parship. Ich habe fünf oder sechs Dates gehabt, alle so unterhaltsam wie ein Tatort – kann man gucken, muss man aber nicht. Natürlich waren die meisten Treffen nicht unbedingt langweilig oder gar peinlich. Aber beide Seiten haben sofort vom ersten Augenblick an instinktiv gefühlt: Das wird nichts. Im Grunde hätte ich auf jedes Date verzichten können. Nur „dank“ Corona kann ich konstatieren, dass ich meist wirklich nichts Bessere zu tun hatte, und froh gewesen war, mal ein Wochenende auf diese Art füllen zu können.

Und allen (sic!) meinen erfolglosen Dates, die ich nach mehreren Monaten nochmal kontaktiert habe, ging es ähnlich. Bei keiner hatte es inzwischen Zoom! gemacht. Alle waren ernüchtert, ermüdet, wenn nicht sogar zermürbt. Im Grund sitzen sie nur ihre Abos aus und warten darauf, dass Corona endlich vorüberzieht.

Darum mein Tipp: Finger weg vom Online Dating. Sucht euch den Kick, das Glitzern in den Augen des Anderen, die Romantik des Augenblicks, die Spannung, das Herzflattern in realen Treffen, in der wirklichen Welt: im Buchladen, im Wartezimmer, beim Job, im Hobby, in der Nachbarschaft oder im Verein.
Schön :)
Und da kommt nicht einmal ein "aber"...
Vermutlich erkennt man beim realen Treffen viel schneller, ob es passt. Leider weiß man da nicht, ober der andere sucht.
Alle sind wir bedürftig und lechzen nach Liebe, oder zumindest nach dem Weg dorthin, wenn wir auch bei weitem micht bereit sind dafür.
Da sind wir alle gleich, wir Frauen und Männer. Und in gewisser Weise beeinsträchtigen uns unsere Erfahrungen. Wenn wir auf die Schnauze gefallen sind, dann kann man daraus lernen. Oder man rennt ein zweites, drittes, viertes Mal ins selbe Desaster.
Der Blick wird nüchterner und fokussierter. Und man wägt ab, ob es lohnt die nötige Energie aufzuwenden.
Es lohnt immer. :)
Überleg mal, welche Eigenschaften dir bei einer Frau wichtig sind. Denn das Spiel geht auch umgekehrt.
Es soll Leute geben, die beim Warten auf den "Flash" alt werden. Warum sucht man sich nicht jemanden, mit dem man gemeinsam darauf wartet und wer weiß, vielleicht "flashts" ja gemeinsam.
Ich wünsch dir viel Erfolg beim Partnerinfinden! 👍
 
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Klaus123

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  • #15
Vielleicht ist das der unterschied? Das du eine Frau bist.
Als Mann werden 95% deiner Nachrichten nicht mal gelesen, Profil wird überhaupt nicht angeschaut und nur die wenigsten kriegen eine HALBE Nachricht auf die Reihe - das wars dann aber auch wieder mit ihrem Basic Account.

Davon abgesehen dass, das Profil ja nicht mal geöffnet wurde kann man also nur das Bild und den Namen/Job sehen.. ich frage mich was an einem Azubi so schlimm ist der ein ordentliches nicht-operiertes Bild von sich drin hat mit lächeln und guter Frisur (und soweit ist fast jeder den ich kennen gelernt habe neidisch auf meine Haare geworden, überwiegend Frauen).

Lass mich gerne die Lösung wissen, das Frauen es mal hinbekommen eine Nachricht zu lesen. Nur lesen, das reicht schonmal für den Anfang

Man "kauft" sich hier keine Konversationen... sondern nur die Möglichkeit darauf.
Du wirst dein Glück finden. 👍
Bei vielen führt der Weg allerdings über Erkenntnis. Das dauert dann etwas länger.
 
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chrissi22

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  • #16
Dieser Frust mein Gott, so wird das nix. Klar, hier wird optimiert bis die schwarte knackt, aber beidseits. Und so wie du hier im Forum dich ausk....t @mann_neuss hast du ein ziemliches Aggressionslevel, dass aus enttäuschter Illusion kommt. Wenn man OD als Versuch ansieht und nicht eine gelingensgarantie einfordert, bleibt man zumindest gechillter. Deinen Frust jedenfalls riecht jede durch 20km Nebel. Vielleicht sind ganz viele der Damen auch nur Basismitglied mit Spaß am Testen des Marktwertes?
 
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Odysseus

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  • #17
Nach reichlich einem Jahr mit Online Dating ist mir jetzt klar geworden, warum diese Art der Kontaktanbahnung nicht funktionieren kann.
Online Dating hat viel mit meiner Odysee gemein. Ich lief so manche Insel an, um festzustellen, dass diese von Riffen umgaben ist, welche eine Landung verunmöglichen. Andere Inseln, die aus der Ferne einladend erschienen, erwiesen sich als unwirtlich oder gar gefährlich. Auf der Fahrt vo Insel zu Insel lauern Strudel, Ungeheuer und andere Gefahren.
Aber eines Tages erreichte Ithaka und fand meine Penelope.
Ich wünsche auch dir, dass du eines Tages ankommst.
 
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