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  • #1

Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Hier soll es NICHT um Schilderungen von Praktiken gehen. Hier ist kein Platz für "Sessions".

Hier geht es um die speziellen Freuden, aber auch Anforderungen, von BDSM als Teil einer liebevollen Partnerschaft.

Ich freue mich gleichermaßen auf Beiträge von erfahrenen Doms und Subs, aber genauso auf Fragen und Anmerkungen von Menschen, die nur Interesse an liebevollem BDSM haben. Oder Skeptikerinnen.
 
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  • #2
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Als Eingangsstatement kopiere ich einen Text von mir aus einem anderen Thread hier herein:

Für mich ist die Grundidee, dass der Mann der aktive Pol ist, der Gebende und Bestimmende, der daher auch Verantwortung nicht nur für sich selbst, sondern auch ein Stück weit für das Glück und die sexuelle Befriedigung seiner Partnerin trägt.

Die Frau ist der passive, empfangende Pol, ihre Stärke ist ihre Fähigkeit der Hingabe. Es braucht viel Mut und innere Kraft, sich dem Geliebten bewusst zu unterwerfen, sich ihm ein Stückchen weit zu schenken.

Im gemeinsamen Erleben spürt der Mann mehr als sonst seine Männlichkeit, die Frau mehr als sonst ihre Weiblichkeit. Und Beide spüren, dass sie etwas besonderes verbindet, so stark, dass sie Konventionen (zB Gewaltfreiheit, Gleichberechtigung, ...) hinter sich lassen können und sich ganz intensiv als Liebende fühlen.

Man darf nicht den Fehler machen und SM-Pornos für die Wirklichkeit halten. Diese werden für Männer produziert, die "Liebe an und für sich" :) praktizieren. Und "Shades of Grey" ist das Pendant dazu für Frauen, die einmal ihre Wäscheklammern an sich selbst erproben möchten.
 
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  • #3
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

...ich bin mal mit 'rübergekommen

Erstmal danke für deine Erläuterung - ich glaube, ich kann dir soweit (theoretisch) folgen.

Meine Erfahrung (auch kein Kücken mehr, 51J) mit Männern ist, daß - naklar - der Mann sich als solcher fühlen (können) muß, im besten Fall genießt und liebt er es, einer zu sein.

Dazu gehört, daß er "in seiner Kraft" ist (vielleicht als Bild vorstellbar) - so daß seine männlichen Energien fließen können - mit all den "typisch männlichen" Verhaltensweisen und Bedürfnissen.
Alle "meine Männer" hatten aber auch andere Seiten - ganz entgegengesetzte Bedürfnisse:
nach Passivität, sich-fallen-lassen, nach Hingabe, Schwäche-zeigen, sich-Anlehnen, bei-der-Frau-geborgen-sein.

Ich, als Frau, habe ebenso beide Seiten, wohl mit etwas anderer Gewichtung - aber: ich kann stark und schwach - hart und weich - aktiv und passiv - und ich habe das Gefühl, daß genau dieses sowohl-als-auch MICH ausmacht - nicht mich persönlich, oder nur zum Teil, sondern mich als Mensch.

Meiner Erfahrung nach wird in keinem anderen Lebensbereich meine/seine tatsächliche Übereinstimmung mit dem eigenen Selbstbild so deutlich wie in der körperlichen Nähe und Liebe. Spätestens da - wird offenbar, wer ich bin - und wen ich vor mir habe.

Im Zusammenhang mit deinem Thema interessiert mich - wie ist das bei dir?

Hast du auch "beidseitige" Bedürfnisse - oder sind die dominanten einfach - übermächtig ?
Vielleicht lebst du z.B. Passivität in einem ganz anderen Lebensbereich aus?
Oder empfindest du dich grundsätzlich ganz anders als z.B. ich mich ?

Wenn ich dir hiermit zu nahe komme, ignorier' es einfach :) ist völlig okay

Die Sicht von Charina als Frau würde mich auch sehr interessieren - wenn sie mag :)
 
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  • #4
@ Elli

Also beim Sex überwiegen meine dominanten Gefühle deutlich. Danach und dazwischen gibt es natürlich auch einfach zärtliches Kuscheln, mit einander reden, streicheln, und das genieße ich auch. Aber die stärkeren, erregenderen Gefühle, auch die Liebe zu und die Schicksalverbundenheit mit meiner Frau, ihre Liebe und Hingabe, ihr Vertrauen, ihr Frausein, ihre Sexualität erlebe ich viel stärker als Dominus. Also da zeigt sich schon der Kern meiner Persönlichkeit und dass ich eine angeborene Neigung oder Veranlagung habe, die eher die Ausnahme als der Regelfall ist. DAs macht die Partnersuche viel schwerer und die Partnerschaft viel intensiver erlebbar.

Für andere Aspekte von Partnerschaft und Liebe bietet der Alltag ja Raum genug. Ich bin gerne "Kavalier der alten Schule" und zeige meiner Partnerin meine Wertschätzung, meine Verehrung, mache Komplimente, halte ihr Türen auf, stürze mich ins Gedränge, um ihr Lieblingsgetränk zu besorgen, ... Das ist das Gegengewicht zu ihrer erotischen Unterwerfung.

Das Bedürfnis nach Ankuscheln wie bei Mutti hätte ich höchstens, wenn ich bettlägrig krank bin und mich ganz schwach fühle.
 
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  • #5
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

@ Ingenieur
...ja, klingt alles nachvollziehbar, und "Kavalier der alten Schule" sehr angenehm! - aber....
was passiert z.B., wenn deine Frau auch mal (die Domina sein) will?

Oben fragst du, was emanzipierte Frauen davon halten, wenn eine Frau sich einem Mann unterwirft - das ist ganz schön vielschichtig:
(ob ich emanzipiert bin, lass ich mal dahingestellt - wenn es bedeutet, sich als Frau mit Verve und gleichzeitiger Verbitterung gegen "die Männer" abzugrenzen, bin ich's wohl eher nicht...)

Ich empfinde bei der Vorstellung eine Mischung aus leicht gruseliger Neugier (was wohl in ihr vorgeht - warum macht sie das?), Mitleid, ja, auch Angst - Angst vor Gewalt, Ohnmacht, dem Gefühl der Demütigung.
Ein Gefühl der Erregung finde ich da bei mir nicht - das käme ziemlich entgegengesetzt aus dem anderen Lager - wo ich Sicherheit und Vertrauen verorte.

Du schreibst, daß diese Erfahrungen sehr viel Vertrauen voraussetzen (was ich sofort glaube!) und selber auch zu noch mehr Vertrauen und Intensität führen (können).

Wie gesagt, theoretisch kann ich wohl folgen - aber praktisch im Sinne von nachfühlen - kann ich das nicht.
Wenn ich mich vergleiche, bin ich ganz froh, im "normalen Mittel" zu leben - wenn es auch vielleicht(?) nicht so intensiv ist, wie das, was du beschreibst.

Ich glaube dir, daß die Partner-Finde nicht leicht ist..
Hilfreich ist dabei sicher dein offener Umgang damit.
 
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  • #6
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Hallo Ingenieur,
wie würde sich denn das Alltagsverhalten der Frau ohne dich abspielen? Wärest du da wie Mr. Grey, dürfte sie keinen Schritt ohne dich machen? Überwachst du sie? "Darf" sie auch allein unterwegs sein, ein eigenes leben neben dir haben? Oder dominierst du auch ihren Alltag mit all ihren "Shades"?
 
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  • #7
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von Dreamerin:
Hallo Ingenieur,
wie würde sich denn das Alltagsverhalten der Frau ohne dich abspielen? Wärest du da wie Mr. Grey, dürfte sie keinen Schritt ohne dich machen? Überwachst du sie? "Darf" sie auch allein unterwegs sein, ein eigenes leben neben dir haben? Oder dominierst du auch ihren Alltag mit all ihren "Shades"?
Mr. Grey ist die Erfindung einer simpel gestrickten Frau, die noch keine einzige Minute BDSM praktiziert hat.

Wenn meine Frau alleine unterwegs ist, dann erwarte ich von ihr nur Eines: dass sie mir treu ist. Sonst kann sie selbstverständlich tun und lassen, was sie für richtig findet. Ich überwache sie nicht, ich vertraue ihr.
 
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  • #8
@ Elli

Abwechselnd Dom/Sub zu sein gibt es und wird in der BDSM-Szene "Switcher" genannt.

Habe ich einmal mit experimentierfreudiger Partnerin versucht, aber passt nicht zu meiner Veranlagung.

Frauen mit BDSM-Erfahrung wissen sehr gut, ob sie SwitcherInnen sind oder stets devot. Nur Letztere kommen für mich als Partnerin in Frage.
 
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  • #9
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Wie wäre das ganze, wenn du eine Frau kennenlernen würdest, die deine Veranlagung hat, aber auch kleine Kinder? Ließe sich dies in einem gemeinsamen Haushalt vereinbaren?
Ich frage deshalb, weil es sich für mich heraus las, dass die Liebesspiele sehr zeitintensiv sind. Und sicher ja auch so etwas wie ein "spielzimmer" mit den "Utensilien" vorhanden sein müsste? Oder ist das auch mit ein Klischee der Bücher?
Kriegt man das alles im "normalen" Alltag mit kindern unter?
 
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  • #10
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von Elli:
Ich empfinde bei der Vorstellung eine Mischung aus leicht gruseliger Neugier (was wohl in ihr vorgeht - warum macht sie das?), Mitleid, ja, auch Angst - Angst vor Gewalt, Ohnmacht, dem Gefühl der Demütigung.
Ein Gefühl der Erregung finde ich da bei mir nicht - das käme ziemlich entgegengesetzt aus dem anderen Lager - wo ich Sicherheit und Vertrauen verorte.
Ich glaube, dass BDSM ein sehr verquertes Alltagsverständnis erzeugt - allerdings ist so eine Aussage als Laie auch sehr fragwürdig, weshalb ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen mag. *g*
Du hast eigentlich ein sehr, sehr intensives Vertrauensverhältnis und auch Sicherheit. Als Sub weißt du, dass du jemanden hast, der dich mindestens genauso gut kennt wie du dich selbst - der immer ausnahmslos das richtige Maß für dich findet und dich dadurch viel, viel weiter bringt als du es selbst jemals schaffen würdest. Zumindest stelle ich es mir so vor - und ich muss auch sagen, dass diese Vorstellung dafür sorgt, dass die Position des Dom für mich alles andere als attraktiv wäre: So viel Verantwortung mag ich gar nicht übernehmen. o_O

Aber eventuell können die "Profis" ja dazu nochmals ein paar Gedanken äußern - würde mich sehr freuen. Vielleicht habe ich ja auch ganz falsche Vorstellungen. :)
 
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  • #11
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

@ Ingenieur
danke für den Einblick, den du gewährst :)
 
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  • #12
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von agony:
Du hast eigentlich ein sehr, sehr intensives Vertrauensverhältnis und auch Sicherheit. Als Sub weißt du, dass du jemanden hast, der dich mindestens genauso gut kennt wie du dich selbst - der immer ausnahmslos das richtige Maß für dich findet und dich dadurch viel, viel weiter bringt als du es selbst jemals schaffen würdest.
ich weiß nicht so recht - ich kann das so wenig attraktiv finden - ich möchte doch auch geben!
 
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  • #13
@ Dreamerin

Das mit Abstand wichtigste für BDSM ist bei Mann und Frau zwischen den Ohren.

Utensilien werden überbewertet. Ich kann mit einer devoten Partnerin tage- und nächtelang Sex haben mit nichts als unseren Körpern.

Trotzdem habe ich auch Utensilien wie gepolsterte Ledermanschetten für Arme und Beine, Seile, Ketten, Augenbinde, Gerte, usw. Frauen haben gerne Korsett, schwarze Strümpfe, HHs usw. Aber das ist Ergänzung, Erweiterung der Spielmöglichkeiten, nicht essentiell. Ein eigenes Zimmer, ganz in schwarz mit Andreaskreuz usw braucht man nur im Film oder Roman.

Natürlich schränken Kinder die frei verfügbare Zeit der Eltern ein. Aber von zB 20:00 bis 24:00 Sex finde ich persönlich etwas kurz, aber besser als nichts und ein paar Orgasmen für Jede(n) gehen sich da schon aus.
 
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  • #14
AW: Partnerschaftliche Liebe und BDSM

Zitat von agony:
Du hast eigentlich ein sehr, sehr intensives Vertrauensverhältnis und auch Sicherheit. Als Sub weißt du, dass du jemanden hast, der dich mindestens genauso gut kennt wie du dich selbst - der immer ausnahmslos das richtige Maß für dich findet und dich dadurch viel, viel weiter bringt als du es selbst jemals schaffen würdest. Zumindest stelle ich es mir so vor - und ich muss auch sagen, dass diese Vorstellung dafür sorgt, dass die Position des Dom für mich alles andere als attraktiv wäre: So viel Verantwortung mag ich gar nicht übernehmen. o_O
Ein Dominus ist auch nur ein Mensch und daher keineswegs unfehlbar. Natürlich kennt man seine Sub gut, kann auch ihre Reaktionen deuten. Und für den Notfall gibt es ja das Safeword, mit dem die Sub augenblicklich aus ihrer untergeordneten Position entkommen kann.

Ich denke, zu den Erlebnissen einer Sub sollte besser eine solche Stellung nehmen.

Die Verantwortung als Dom trage ich mit Freude, das ist meine Welt, da fühle ich mich sicher und ganz im Einklang mit meiner Natur. Es ist ein sehr schönes, sehr männliches Gefühl. Und ich erlebe es ja nicht allein, sondern es stellt eine ganz innige Verbindung zu meiner Sub her. Neben der Liebe, die uns verbindet, ein fast gleich starkes Gefühl auf einer zweiten Ebene.
 
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  • #15
AW: @ Dreamerin

Zitat von Ingenieur:
Natürlich schränken Kinder die frei verfügbare Zeit der Eltern ein. Aber von zB 20:00 bis 24:00 Sex finde ich persönlich etwas kurz, aber besser als nichts und ein paar Orgasmen für Jede(n) gehen sich da schon aus.
Ok, ich frage ja auch wegen einer möglichen integrierbarkeit in einen familienalltag. Vier Stunden Sex pro "mal", ist nicht grad wenig und es erscheint dir zu kurz. Von wieviel mal pro Woche reden wir denn in deinem fall? Kriegt man da den Alltag (mit Kindern z.b.) überhaupt noch gebacken? Oh Gott, ich mag schon gar nicht mehr weiterfragen. Du sagst schon, wenns zuviel wird, oder?
Ist doch bestimmt ein Unterschied, ob die Beziehung mit oder ohne Kinder ist, oder?
 
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