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  • #1

Partnersuche trotz Krankheit

Kann man trotz einer Erkrankung darauf hoffen einen Partner zu finden?
 
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Wasserfee

  • #2
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Zitat von Jusika123:
Kann man trotz einer Erkrankung darauf hoffen einen Partner zu finden?
Diese Frage ist ganz leicht mit einem "Ja" zu beantworten. Und doch ist das, was dahinter steckt weitaus komplexer ...

Wenn ich im normalen Leben einem Menschen "einfach so" begegne, nehme ich ihn mit all dem wahr, was ich sehe, höre, erspüre und vielleicht fühle. Ich kann ihn 10-mal sehen und erleben, mit ihm in Kontakt sein, ohne von seiner Erkrankung etwas wissen zu müssen. Das heißt, ich habe ganz andere Voraussetzungen, um ihn als Mensch wahrzunehmen.

Online habe ich dagegen ein ziemlich kleines Fenster. Und hier stellt sich natürlich die Frage, ob man auf die Erkrankung bereits im Profil hinweist oder nicht. Lässt man es sein, steht einem möglicherweise irgendwann der "normale" Weg offen. Weist man darauf hin, wird dies in besagtem Fensterausschnitt einen wesentlichen Teil darstellen. Mit allen Konsequenzen.

Vielleicht konkretisierst du etwas deine Frage: Stehst du (oder jemand anderes) vor der Entscheidung, ob du die Erkrankung gleich erwähnst oder eher zurückhältst? Oder geht es dir darum, wie du es im Profil am besten formulierst, damit du Erfolg haben kannst?
 
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jolie_geloescht

  • #3
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Liebe Fragestellerin, ich denke hoffen kann man immer. Natürlich, aber ich denke es kommt auch auf die Krankheit drauf an. Manchmal muss man sich eher auf sich konzentrieren, damit man gesund wird. Wenn jemand Diabetes hat, so ist es was anderes als wenn einer Krebs mit Chemotherapie hätte. Natürlich könnte man sagen, dass die Liebe viel Kraft spendet, aber erst einmal dorthin zu gelangen, wo man sie hat und annehmen kann...
Ich hoffe doch sehr, dass du bald wieder gesund wirs, egal was du hast um einen netten und liebevollen Mann kennenzulernen und glücklich wirst. Alles Liebe, J.
 
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  • #4
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Ich denke, ja. Zuneigung, Zuwendung und Liebe gehen immer :)
 
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  • #5
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Leider habe ich vom Schicksal die Bürde auferlegt bekommen, dass sich meine Erkrankung nicht heilen lässt. Meine Professoren in der Uniklinik sind happy, dass ich noch so fit bin. Seit letztem Jahr im Mai wurde ich bis Januar diesen Jahres 4mal operiert. Weil sich mein Kreislauf, meine Atmung zu schwach und die Gewebeschicht die dünn geworden sind, musste ich nun ein halbes Jahr Pause einlegen. In einigen Wochen geht es dann weiter.
Ich lebe schon seit über 30 Jahren mit dieser Krankheit und habe natürlich auch mit meinem Exmann und Expartner diverse schlechte Erfahrungen gemacht. Beide hatten nach wenigen Jahren keine Kraft mehr, es mit mir durchzustehen. Sie konnten mit meiner Erkrankung nicht umgehen. Ich weiß nicht, vielleicht bin ich zu stark für einen Mann. Denn ich habe 2 Kinder erzogen, habe gearbeitet, bis mich die Rentenversicherung zwangsberentet hat. Ich durfte nicht mehr arbeiten. Ich bin stolz darauf, dass beide heute studieren. Zeitweise schaffe ich es die Krankheit zu kontrollieren. Aber jetzt habe ich für ungewisse Zeit zwei Bauchdrainagen, die immer erneuert werden müssen, damit das Eiter aus dem Bauchraum laufen kann. Ich habe eine Autoimmun-Erkrankung bedingt durch einen Genabweichung. Dieses Gen attackiert mit aggressiven Eiweisstoffen meine Innereien, erzeugt Entzündungen mit Sekretbildung, dieses Sekret sammelt sich in der Bauchhöhle und verursacht Fisteln.
Das heißt, ich muss auch weiter mit dieser Erkrankung leben und hoffen, dass mir nicht noch mehr Teile entfernt werden.
Aber nun zu meinem eigentlichen Anliegen:
Kann ich nach diesen Erfahrungen und Enttäuschungen, sowie mit meinen gesundheitlichen Handicaps wirklich noch hoffen, den Partner für die restlichen Jahre zu finden. Sollte ich nicht lieber Single bleiben? Würde ich nicht zuviel erwarten? Kann ich einem Partner dieses Leid aufbürden? Sicher wird es schöne Zeiten geben, aber hat er die Kraft, die er dafür braucht, die Tiefschläge wegzustecken?
Ich bin davon überzeugt, dass auch ich eine gewisse Zeit brauchen werde, das Vertrauen an und in einen Mann wieder aufzubauen.
 
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jolie_geloescht

  • #6
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Liebe Jusika!
Das ist wirklich ein hartes Los, welches du gezogen hast! Es tut mir unendlich leid für dich. Ich muss aber auch sagen, dass ich es ganz toll finde, dass du so offen damit umgehst. Ich finde es super, dass du 2 Kinder erzogen hast und es so gut gemacht hast, dass diese studieren.
Ich denke, es ist nicht egoistisch, dass du dein Leben mit einem Mann trotz dieser erkrankung teilen möchtest. Ich finde es gut, denn du scheinst eine nette Person zu sein. Und immerhin wirst du ja keinen Mann zwingen ;-) Du hast, wie wir alle das Recht auf ein glückliches Leben und hoffentlich wirst du bals einen Mann finden. Inzwischen ist es schwierig einen Mann kennenzulernen, der "vernünftig" ist, denn ab einem bestimmten Alter, sind die meisten Herren endweder "geschädigt" oder vergeben. Also denk bloß nicht daran, dass es ausschließlich an deiner Erkrankung liegt, wenn es etwas länger dauern sollte. Solltest du einen Mann kennenlernen, der damit Probleme hat, dann ist das sein Problem und er war nicht der Richtige! Du musst weiterhin Positiv denken und alle die dich nicht wollen, sind selbst schuld, denn die verpassen etwas totels! Somit Kopf hoch und alles Gute, J.
 
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  • #7
AW: Partnersuche trotz Krankheit

@jusika123
... das ist heftig. Ich halte die Daumen hoch, dass du einen Mann kennen lernst, der zu dir paßt. Der ohne Helfersyndrom ist und das Leben mit dir erlebt. Der dich so nimmt, wie du bist.
Es bedarf sicher mehr an Balance, als wie 'normal'. Aber was ist normal? Du hast viel mehr zu bieten, als wie dein Handicap. Sei frohen Mutes!

Du schreibst, ob du zu stark für einen Mann bist... meinst du, immer die Starke sein zu müssen?

Du hast so offen von deiner Krankheit geschrieben. Darf ich fragen, wie die im Fachjargon bezeichnet wird?
 
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  • #8
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Hallo Polly,
vorab muss ich erzählen, dass fast 15 Jahre an mir herumgedoktert wurde, ohne dass man mir zuhörte, wo und welche Schmerzen ich habe. Ich bin von einem Internisten zum nächsten, sogar sogenannte Professoren befassten sich mit meinem Syndrom. Sie konnten immer anhand vom Blutbild nur erklären, dass eine Entzündung im Körper sein muss, die sich immer weiter ausdehnt. Ich hatte ständig Beschwerden nach dem Essen im Unterbauch, Durchfälle, Gewichtsverlust und Erbrechen. Schließlich entfernten diese Metzger mir die Gallenblase, obwohl ich nie Beschwerden von dieser Seite her hatte. Sie bestanden aber darauf, noch am Nachmittag nach der OP sagten sie mir wörtlich: "Wir hoffen, dass es das gewesen ist." Da wusste ich, oh mein Gott. Ich konnte ab dem Zeitpunkt gar nichts mehr essen, meine Verdauung funktionierte nur noch bei flüssigen oder breiigen Lebensmitteln. Nach einem Jahr hatte ich nur noch 38 kg, war kaum noch fähig mich auf den Beinen zu halten. Der letzte Arzt gab mir dann noch Morphium, damit ich zumindest keine so große Schmerzen mehr habe. Monatelang mussten meine Kinder (5 und 6 Jahre) mit ansehen, wie ihre Mutter verzweifelt Hilfe suchte und immer weniger wurde. Mein damaliger Ehemann verzog sich mit dem Satz, er könne dieses Martyrium nicht mehr mit ansehen. Mein Vater brachte mich nach Erlangen in die Uniklinik, wo sie schockiert über meinen Zustand waren.
Mein Krankenhaus in der nähe weigerte sich trotz eindringlichen Bitten die Untersuchungsbilder, die sie noch vor 2 Monaten machten, ihnen zuzusenden. Also mussten sie die Untersuchungen wiederholen und entschieden eine halbe Stunde nach Auswertung der CT-Bilder zur sofortigen OP. Sie holten den Chefchirurgen vom Urlaub zurück und 7 weitere Chirurgen machten sich an die Arbeit. Als sie den Bauch geöffnet hatten sahen sie das ganze Ausmaß erst richtig. Der ganze Unterbauch war mit Eitersekret verklebt, sie sehen weder den Dickdarm noch den Enddarm, die Gebärmutter war ebenfalls befallen und im Dünndarm waren etliche Teilstücke drastisch befallen. Die Nieren, die Blase, die Leber, die Milz und das Zwerchfell mussten auch gereinigt werden. Dann wurden die befallenen Darmstücke entfernt, was gravierende Folgen mit sich zog. Nach den 13 Stunden der OP wussten sie nicht, ob der vorhandene Darm noch funktioniert und sich mein Zustand verbessert. Nach 5 Tagen waren alle hochzufrieden. Der verantwortliche Chirurg Dr. Klein sagte zu mir, dass sie keine große Hoffnungen hatten, dass ich es überhaupt überlebe. Er erklärte mir, dass es sich bei meiner Erkrankung um Morbus Crohn handelte, nun aber das Kurzdarmsyndrom und andere Nebenerkrankungen wie Glucose- und Fructose-Unverträglichkeit, Unterzucker im Blut, der zu Bewusstlosigkeit führt, Kreislaufprobleme, Fistelbildung und Darmverengungen an den Nahtstellen (Stenosen) kommen kann. Der Darmtrakt, der jetzt noch vorhanden ist muss mit allen Mitteln erhalten bleiben, denn sonst müssten sie mir einen künstlichen Ausgang setzen.
Seit Mai letzten Jahres habe ich einen Vessel-Loop und eine Banddrainage damit das Eitersekret ablaufe kann. Diese müssen alle 3 Monate erneuert werden, weil sie sonst verkleben. Zusätzlich muss ich nach jedem Stuhlgang die Ausgänge kräftig spülen. Ich habe täglich 10 bis 15 wässerige Stuhlgänge (Durchfall). Tagsüber kann ich gar nichts essen, sonst muss ich Nachts ebenfalls auf die Toilette. Also esse ich erst ab 17.00Uhr und begebe mich anschließend in die Horizontale, sprich ich lege mich hin, damit der Darm nicht gleich wieder geleert wird.
Allein komme ich ganz gut damit zurecht. Kannst du meine Zweifel jetzt verstehen? Wie kann man diese Handicaps einem neuen Partner erklären? Ich brauche kein Mitleid, ich bin in der Uniklinik Erlangen in guten Händen.
Obwohl ich kräftemäßig oft Pausen einlegen muss, mache ich handwerklich alles selber. Ich habe einen großen Gemüse- und Blumengarten, repariere mein Auto selber, baue meine Möbel selber, habe meine Terrasse selbst gepflastert, nähe meine Kleidung selber, koche mit Liebe und tanze mit Leidenschaft.
Ich bin trotz meiner Erkrankung lebenshungrig, habe viel Humor, neugierig auf alles Neue, wissbegierig und lache für mein Leben gerne.
Auch an meinem Äußeren sieht man mir die Erkrankung nicht an. Meine Ernährung habe ich auf meinen Körper abgestimmt, halte meine Muskulatur dadurch und mit den Arbeiten total fit.
Seit dieser OP 1995 kann mich nichts mehr unterkriegen. Ich frage nicht warum ich, dass bringt nichts. Ich frage, wie und was kann ich das Beste daraus machen.
Wenn ich irgendwann ein Buch schreibe lautet der Titel: "Untergang => Auferstehung mit Glanz und Gloria"
 
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Wasserfee

  • #9
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Liebe Jusika,

es gehört Mut und Tapferkeit dazu, die Dinge so zu sehen, wie du sie siehst - auch die Sache mit der Partnerschaft. Du schreibst, du bist stark, und das glaube ich dir. Deshalb glaube ich, dass auch ein potenzieller Partner innere Stärke und Reife haben sollte.

Du bist die Expertin, was deine Krankheit betrifft. Das ist ein Vorteil, auch wenn es so nicht erscheinen mag. Niemand wird von der Sache an sich überrascht, höchstens von dem, was sie mit sich bringt. Du weißt, wie dein Umfeld und fremde Menschen auf dich reagieren, wie du im Leben eingeschränkt bist oder auch nicht. All dieses Wissen kannst du weitergeben, das ist sehr hilfreich.

Zitat von Jusika123:
Kann ich einem Partner dieses Leid aufbürden? Sicher wird es schöne Zeiten geben, aber hat er die Kraft, die er dafür braucht, die Tiefschläge wegzustecken?
Na ja, letztlich liegt die Entscheidung über das "Leid aufbürden" in der Verantwortung des Partners. Alles andere wäre Bevormundung ... Zu mir hat mal ein Mann (!) sinngemäß gesagt, dass es doch nicht auf die Länge der Zeit ankommt, die man zusammen verbringen kann, sondern auf die Qualität der Zeit. Und ich glaube, dafür reichen dann auch die "schönen Zeiten". Für die Tiefschläge braucht es die Freiheit, dich gewissermaßen loslassen zu können. Ich bin sicher, es gibt Menschen, die damit umgehen können.

Viel Glück!
Wasserfee
 
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  • #10
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Liebe Jusika,

auch ich bin krank, habe zwar keine Autoimmunkrankheit, kein Krebs, keine Diabetes aber dafür bin ich psychisch krank, was auch zum Teil an den Genen liegt. Ich denke mir, ich habe soviele nette und mich liebende Menschen um mich, dass ich u.U. auch ohne Partner auskommen könnte. Das will ich aber gar nicht, sondern ich will schon einen liebevollen Partner noch finden. Habe aber lernen müssen alles kommt zu seiner Zeit, hört sich etwas blöd vielleicht an, aber lass Dir Zeit und versuche Dein Leben auch ohne Partner zu genießen. Aber es von vornherein verneinen würde ich nicht und tue es auch nicht für mich, erwähne aber anfangs nicht meine Krankheit sondern erst nach dem ersten Kennenlernen, so dass mir bzw. uns nicht die Chance genommen wird uns näher kennen zu lernen. Genieße doch die Anschreiben an Dich, das erste Herantasten, aber gib nicht Deiner Krankheit für ein evtl. Scheitern am näheren Kennenlernen sondern eher an der Fehlbarkeit Deiner Mitmenschen. Take it easy but take it! Dir alles, alles Liebe und erdenklich Gute
 
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  • #11
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Zitat von jolie:
... alle die dich nicht wollen, sind selbst schuld, denn die verpassen etwas totels!
Naja nu, passen oder gar "funken" muss es (wie bei allen anderen auch) aber trotzdem. Da kann man nicht von "schuld" oder "verpassen" reden. Und -- machen wir uns nichts vor -- die Latte liegt bei Jusika nunmal etwas höher als bei unsereins, und was das "Passen" angeht, kann der vermeintlich "Passende" auf den zweiten Blick gerade der Unpassende sein. Ich kann Polly da nur beipflichten: Helfersyndrom kann es nicht sein, so naheliegend das mit dem Topf und dem Deckel auch erscheinen mag. Damit haben, wie ich mal las, schon viele schlechte Erfahrungen gemacht, die nun ganz bewusst "ihresgleichen" suchen. Und da liegt auch die Lösung: Es gibt ja noch andere, die auch "ein Bündel zu tragen haben" und daher eine ganz andere Sicht auf die Sache haben als -- sagen wir, eine "kerngesunde Sportskanone".
 
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jolie_geloescht

  • #12
AW: Partnersuche trotz Krankheit

@Andre
Muss man denn jedes Wort auf die Goldwiege legen? Ich denke nicht! Wenn du es nicht getan hättest, wäre mein Beitrag jetzt nicht nötig. Sie soll es bloß nicht persönlich nehmen, wenn sie einen Korb bekommt. Mehr wollte ich nicht sagen. Und dass wir Menschen ab einem bestimmten Alter unsere Vergangenheit mit oftmals "Altlasten" haben, ist auch kein Wunder. Keiner ist "gesund", jeder hat sein Päckchen zu tragen. Schon während der Ausbildung gab es Diskussionen über das Wort "gesund". Du kannst dir die Def. laut WHO mal durchlesen... Ich will jetzt aber auch nicht lange schreiben, sondern einer Frau Mut zusprechen. Egal, wie ihr Schicksal aussieht, es gibt immer noch Menschen, die meinen es hätte sie schlimmer erwischt. Ich wünsche der Fs einen lieben Partner, der sie liebt und mit ihrer Krankheit umgehen kann.
 
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  • #13
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Erstmal danke schön für eure intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema.
Der Faktor "Zeit lassen" ist für mich kein Thema, denn ich bin eher zurückhaltend und springe ungern ins kalte Wasser. Mir ist auch sehr bewusst, dass in unserem Lebensabschnitt vergangene Ereignisse ihre Spuren hinterlassen haben. Doch mein Empfinden ist, dass dies eigentlich eine gesellschaftliche Fehlentwicklung ist. Zu Zeiten als die Generation meiner Eltern sich ein Versprechen gaben, hieß das, dass man Verantwortung übernimmt und ggf. verzeihen kann. Sicher war bei ihnen auch nicht jeder Tag ein Sonnentag, aber sie packten es miteinander und füreinander. Und wer sich dahingehend einbildet er wäre fehlerfrei und ohne Makel, lebt in einer Illusion, in der fast kein Entkommen möglich ist. Das Kennenlernen sollte in meinen Augen auch das Bemühen beinhalten. Bemühen in dem Sinn, dass ich mein Gegenüber Wertschätzung, Anerkennung und Respekt entgegenbringe. Doch der Egoismus vieler Menschen ist derart ausgeprägt, dass sie glauben man müsste sie anbeten. Dafür haben wir auf Erden schon genügend, die angebetet werden.
Und was die sogenannten Körbe betrifft, damit habe ich kein Problem. Ich mag doch auch nicht jeden oder jede. Mir ist es lieber gleich zu wissen, ob jemand mit mir klarkommen kann als abgedroschene Phrasen und Floskeln zu hören.
Was mir noch auffällt, ist dieses mimosenhafte Verhalten vermeindlicher Erwachsener. Können sie nicht akzeptieren, dass auch ich ein eingenständiges Wesen mit eigenen Erfahrungen, Vorstellungen, Wünschen und und Charakterzügen bin. Unterwerfung nur damit ich einen Partner herzeigen kann kommt nicht in Frage. Ein Partner sollte auf gleicher Augenhöhe und mit gleichen Rechten, Pflichten und Respekt behandelt werden wie ich es auch von ihm verlange.
 
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  • #14
AW: Partnersuche trotz Krankheit

@Jusika123
Das ist hammerhart, was du erlebt hast ......... und erlebst. Ja, du meisterst dein Leben. Das ist klasse! Bleib so wie du bist :)
 
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  • #15
AW: Partnersuche trotz Krankheit

"Helfersyndrom" ist so ein Etikett. Was genau spricht denn gegen einen Partner, der solche Züge aufweist?
 
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  • #17
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Zitat von Heike:
"Helfersyndrom" ist so ein Etikett. Was genau spricht denn gegen einen Partner, der solche Züge aufweist?
Im Speziellen: Bei Jusika kann ich mir nicht vorstellen, dass das passen würde. Ebensowenig passen würde es bei all jenen, die auf ein eigenständiges Leben wert legen. Laut einem Artikel über "Behinderte und Partnersuche" haben viele die Erfahrung gemacht, dass sie gehäuft von Leuten mit "Helfersyndrom" kontaktiert wurden, die sich in der Beziehung aber nicht als nur als helfend, sondern auch bevormundend ("lass mich das machen, das kannst du nicht") und damit herabsetzend erwiesen haben. (Solch demonstrativer Altruismus ist in meinen Augen ganz klar eine Form von Egoismus.) -- Die Betreffenden sind dann dazu übergegangen, sich als "Gleiche mit Gleichen zu gesellen", also Rollifahrer mit Rollifahrerin usw.

Ich hatte vor einigen Jahren mehrere Kontakte mit Blinden. U.a. mit einem damals 16-Jährigen, der gerade an einer FH studierte(?) und mit seiner Mannschaft (wenn ich mich recht erinnere) Deutscher Meister im Goalball war. Das ist ein Ballspiel für Blinde. Im Ball ist eine Glocke drin, die klingelt, wenn der Ball rollt. Die spielen also rein nach Gehör. Später hab ich im hiesigen Regionalfernsehen eine Reportage über diese Truppe gesehen, poah, das ging ab, wenn man's nicht wüsste, hätte man denken können, die *sehen* den Ball. Leider war der Name nicht eingeblendet, aber ich vermute stark, der Junge, den sie da interviewt haben, war mein besagter "Kontakt". Das war son Typ, bei dem ich keine Sorge hatte, dass der nicht das süßeste Mädchen aus der Klasse gekriegt hätte. Aber das nur nebenbei, mich beeindruckt bis heute, wie diese Leute ihr Leben "schmeißen" (u.a war da ein blindes Ehepaar), da hat sich keiner selbst bemitleidet, in diesem Bild wäre ein "Helfersyndromler" nur ein hässlicher Fleck.

Dass es auch die Fälle gibt, wo einer sich in der Rolle des Hilflosen und Hilfsbedürftigen wohlfühlt, ist schon klar. Da passt's dann. Ich nehme das zur Kenntnis, aber darüber hinaus ist das nichts, was es lohnt, breiter getreten zu werden als unbedingt nötig.
 
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  • #18
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Zitat von Andre:
in diesem Bild wäre ein "Helfersyndromler" nur ein hässlicher Fleck.
Wenn wir "Helfersyndrom" als Krankheitsbezeichnung nehmen, dann verwundert einfach, daß man in einem Thread "Partnersuche trotz Krankheit" Gefahr läuft, Menschen mit einer bestimmten Krankheit tendenziell als "partnerschaftsunwert" zu kategorisieren. "Häßlicher Fleck" ist eine etwas häßliche Formulierung.
Hingegen die Frage des Passens zu stellen, finde ich ok. Nur haben wir zu ihrer Beantwortung sehr wenig Anhaltspunkte. Zu wem paßt denn ein "Helfersyndromler"?
Und weswegen wird der so sehr auf seine Krankheit reduziert? Und welche Rolle darf oder soll demgegenüber die Krankheit der Threadstarterin für das Passen spielen?
 
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Wasserfee

  • #19
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Zitat von Heike:
Wenn wir "Helfersyndrom" als Krankheitsbezeichnung nehmen, dann verwundert einfach, daß man in einem Thread "Partnersuche trotz Krankheit" Gefahr läuft, Menschen mit einer bestimmten Krankheit tendenziell als "partnerschaftsunwert" zu kategorisieren. ... Zu wem paßt denn ein "Helfersyndromler"?
Und weswegen wird der so sehr auf seine Krankheit reduziert? Und welche Rolle darf oder soll demgegenüber die Krankheit der Threadstarterin für das Passen spielen?
Ich fände es schade, wenn wir hier zu definieren versuchen, was was ist und wer welchen Begriffe wie versteht, gemeint oder eingesetzt hat. Mir ist wichtiger, dass verstanden wird, was André gemeint hat - und ich persönlich habe das. Ich finde, er hat es gut erklärt:

Zitat von Andre:
... Ebensowenig passen würde es bei all jenen, die auf ein eigenständiges Leben wert legen. ... Laut einem Artikel über "Behinderte und Partnersuche" haben viele die Erfahrung gemacht, dass sie gehäuft von Leuten mit "Helfersyndrom" kontaktiert wurden, die sich in der Beziehung aber nicht als nur als helfend, sondern auch bevormundend und damit herabsetzend erwiesen haben.
 
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  • #20
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Zitat von Wasserfee:
Ich fände es schade, wenn wir hier zu definieren versuchen, was was ist und wer welchen Begriffe wie versteht, gemeint oder eingesetzt hat. Mir ist wichtiger, dass verstanden wird, was André gemeint hat - und ich persönlich habe das. Ich finde, er hat es gut erklärt:

Ja, ich fände es auch schade, wenn man das immer machen müßte. Aber ich fände es verkehrt, wenn man meinte, daß es nie sinnvoll wäre. Das ist eben von Fall zu Fall zu schauen. Und in einem Thread, wo es um das sensible Thema Krankheit und Partnersuche geht, finde ich es schon angemessen, auch sensibel mit einem Konzept wie dem des Helfersyndroms umzugehen. Das halt ein sehr problematisches Konzept ist.
Von vornherein zu sagen: also keinen Helfersyndromler nehmen!, übersieht, daß es bei Krankheiten nicht einfach nur darum geht, ob man sie hat oder nicht, sondern auch wie ein Partner und auch der Betroffene selbst damit umgehen.
Es wäre etwa wie in einem anderen Thread zu schreiben: also keinen Autoimmunler nehmen!
Aber in all diesen Fällen handelt es sich um Menschen, die nicht nur durch ihre Krankheit definiert sind. Und wo andererseits die Krankheit durchaus wesentliche Aspekte der Partnerschaft prägen kann.
Das scheint mir ganz zentral zum Threadthema zu gehören. Ich sehe da durchaus Ähnlichkeiten in den Anforderungen im Umgang mit physischen wie eher psychischen Krankheiten.
 
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  • #21
AW: Partnersuche trotz Krankheit

hallo jusika123

ja man kann! :))

ich wünsch dir von ganzem herzen viel glück und jeden tag etwas mehr gesundheit!

lieber gruss itatschi
 
W

Wasserfee

  • #22
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Zitat von Heike:
Ich sehe da durchaus Ähnlichkeiten in den Anforderungen im Umgang mit physischen wie eher psychischen Krankheiten.
Also, dann ziehe ich jetzt mal den Bogen und stelle "Mensch mit Helfersyndrom" neben Jusika an den Anfang dieses Threads. Dann stehen wir wieder vor der Frage: Kann Mann/Frau hoffen, trotz Krankheit eine Partnerin oder einen Partner zu finden? Auch hier wieder ein Ja, und wir können von vorne beginnen.

Ich denke, was es braucht, um eine Partnerschaft mit einem psychisch oder physisch kranken Menschen zu erhalten, ist einen unabhängigen, freien Geist - so will ich es mal nennen. Jemand, der mit "komischen Reaktionen" von außen genauso gelassen umgehen kann, wie mit Krisen, Rückschlägen oder was auch immer im Innern der Zweierbeziehung. Jemand, der die verschiedenen Muster und Rollen, die wir oft vor uns hertragen, schnell durchschaut. Jemand, der reflektieren kann. Und ja, dieser jemand sollte auch bereit sein, einen Beitrag zu leisten, sprich: zu helfen. Er sollte aber auch fähig sein zu sagen: "Ich kann nicht mehr, bitte lass uns eine Lösung finden, die auch mich entlastet." Und er sollte den anderen, erkrankten Partner als gleichwürdigen Menschen sehen. Soweit meine Theorie ...
 
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  • #23
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Hallo an alle,

ihr solltet erst einmal einen Unterschied zwischen krank und krank machen. Krankheit kann sich so vielfältig offenbaren. Ich kann nur von meiner konkreten Situation ausgehen. Noch einmal ganz deutlich, ich brauche keinen Partner, der mir bei was weiß ich hilft oder sich meiner erbarmt oder Mitleid hat. Ich habe gelernt mit der Krankheit zu leben, "wirklich zu leben", habe sie akzeptiert und komme ganz gut damit zu recht. Ich habe keine Altlasten, meine Kinder sind selbständig und erwachsen und meine finanzielle Seite ist gesichert.

Was ich durch die Fragestellung eigentlich erreichen wollte, kann ich einem Mann/Frau, der/die verwitwet ist zumuten sich evtl. in ein solches Schicksal wieder zu begeben. Riskiert dieser Partner nicht, dass vergangene Ängste und Traumata wiederkehren und er selbst daran zerbricht.

Anderseits sehe ich im Profil geschieden/ledig. Wie ich in anderen treads lesen kann, werden im Profil auch Unwahrheiten angegeben. Meine Naivität und Gutgläubigkeit legte ich schon vor Jahren ab akta. So ist es mir auch zugestanden die Gründe der Scheidung oder des Status ledig zu hinterfragen und mir Gedanken dazu machen.

Doch meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass meine Partner nicht mit meiner Erkrankung an sich Schwierigkeiten hatten, sondern weil ich mich nicht als krank klassifizieren lasse. Ich leiste nach wie vor meine alltäglichen und auch außergewöhnlichen Angelegenheiten selber. Das mache ich gerne und mit Freude und empfinde jeden neuen Tag, den ich "erleben" darf als wunderbares Geschenk. Doch es gibt Situationen, da braucht man einen Partner, der einem in den Arm nimmt, tröstet, Streicheleinheiten gibt und einfach nur sagt, "ich habe dich lieb und ich bin froh dich zu an meiner Seite zu haben. Dich kennen lernen zu dürfen war ein Geschenk des Himmels".

Aber seien wir doch mal ehrlich, es gibt da auch noch die sexuelle Seite einer Beziehung.
Meine Erkrankung ist nun so, dass ich des Öfteren diese Seite nicht erfüllen kann. Malen wir doch das Bild konkret aus. Er und sie umarmen sich, küssen und liebkosen sich, beide wollen mehr, einer kann und darf aber nicht weiter gehen. Was glaubt ihr wie oft darf oder kann der andere es verstehen und akzeptieren "zurückgewiesen" zu werden, was im Grunde keine Zurückweisung ist, dies aber jedesmal so empfunden wird. Ich kann auch verstehen, dass die Lust dann anderweitig befriedigt werden will. Und damit ist der erste Stein eines Lügen- und Misstrauengebäudes gelegt. Ende und Ausgang wie gehabt.
 
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  • #24
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Liebe Jusika,
jeder Single im RL oder hier hat das Recht (ich schreibe bewusst nicht "darf") sich eine glückliche Beziehung zu wünschen. Wir alle müssen uns aber auch im Klaren darüber sein, dass wir (nicht mehr 18) unsere "Lebenspäckchen" mitbringen (Kinder/Exmenschen/Krankheiten etc) die ein neuer Partner nicht ignorieren aber auch nicht von Anfang an wissen muß, ob er dieses "Päckchen" tragen kann. Deine Erkrankung hat größere Auswirkungen auf das tägliche Leben als andere Lebensumstände. Andererseits kann keiner von uns erwarten, dass ein neuer Partner, der sich auf eine aufkeimende Beziehung einlässt mit uns und den (Weihnachts :))Päckchen wirklich klar kommt. ..und wenn nicht, hat es weder etwas mit uns als Mensch noch mit Verfehlungen des anderen zu tun.
 
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  • #25
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Zitat von Heike:
Wenn wir "Helfersyndrom" als Krankheitsbezeichnung nehmen, dann verwundert einfach, daß man in einem Thread "Partnersuche trotz Krankheit" Gefahr läuft, Menschen mit einer bestimmten Krankheit tendenziell als "partnerschaftsunwert" zu kategorisieren.
Ich denke, ich habe in meinem Posting zu meinen Schlussfolgerungen deutlich genug die jeweiligen Prämissen genannt und auch mit praktischen Erfahrungswerten unterlegt.

Zitat von Heike:
"Häßlicher Fleck" ist eine etwas häßliche Formulierung.
Wenn man das in dem dem Kontext belässt, in dem ich das schrieb, passt das schon.

Zitat von Heike:
Meine Meinung dazu steht in o.g. Posting.
 
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  • #26
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Zitat von Wasserfee:
Ich denke, was es braucht, um eine Partnerschaft mit einem psychisch oder physisch kranken Menschen zu erhalten, ist einen unabhängigen, freien Geist - so will ich es mal nennen. Jemand, der mit "komischen Reaktionen" von außen genauso gelassen umgehen kann, wie mit Krisen, Rückschlägen oder was auch immer im Innern der Zweierbeziehung.
Hmhmhm, ja, kann sein, kann nicht sein. Ich denke, es muss einfach "passen", wie auch immer. Es geht ja nicht nur darum, dass jemand mit Jusikas Krankheit umgehen können muss, da gibt's ja auch noch vieles anderes.
 
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  • #27
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Zitat von Jusika123:
Doch meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass meine Partner nicht mit meiner Erkrankung an sich Schwierigkeiten hatten, sondern weil ich mich nicht als krank klassifizieren lasse.
...
Aber seien wir doch mal ehrlich, es gibt da auch noch die sexuelle Seite einer Beziehung.
Meine Erkrankung ist nun so, dass ich des Öfteren diese Seite nicht erfüllen kann. Malen wir doch das Bild konkret aus. Er und sie umarmen sich, küssen und liebkosen sich, beide wollen mehr, einer kann und darf aber nicht weiter gehen. Was glaubt ihr wie oft darf oder kann der andere es verstehen und akzeptieren "zurückgewiesen" zu werden, was im Grunde keine Zurückweisung ist, dies aber jedesmal so empfunden wird.
Meinem Dafürhalten nach hilft Offenheit und Genauigkeit. Wenn der Partner den Grund solcher "Zurückweisung" erfährt, dann wird er sich vermutlich nicht so zurückgewiesen fühlen.
Es könnte also darum gehen, einigermaßen klar die Auswirkungen der Krankheit zu kommunizieren - also sie weder aus Angst vor "Klassifizierung" zu verschweigen noch andererseits Gefahr zu laufen, die Krankheit als Ausrede für irgendetwas zu gebrauchen oder beim Partner das Ressentiment zu züchten, man verwende sie dazu. Ich glaube, durch diese beiden Gefahren hindurch muß man allein und gemeinsam einen Weg bahnen.
 
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  • #28
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Zitat von Jusika123:
Was glaubt ihr wie oft darf oder kann der andere es verstehen und akzeptieren "zurückgewiesen" zu werden, was im Grunde keine Zurückweisung ist, dies aber jedesmal so empfunden wird. Ich kann auch verstehen, dass die Lust dann anderweitig befriedigt werden will.
"Anderweitig" muss aber nicht zwangsläufig "mit jemand anderem" bedeuten. Kann auch heißen: "auf eine andere Art und Weise". Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.
 

vhe

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  • #29
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Zitat von Jusika123:
Aber seien wir doch mal ehrlich, es gibt da auch noch die sexuelle Seite einer Beziehung.
Meine Erkrankung ist nun so, dass ich des Öfteren diese Seite nicht erfüllen kann. [...] Was glaubt ihr wie oft darf oder kann der andere es verstehen und akzeptieren "zurückgewiesen" zu werden, was im Grunde keine Zurückweisung ist, dies aber jedesmal so empfunden wird.
Wie Heike schon sagte, das ist eine reine Kommuniktionsfrage. Männer wollen gern wissen, worauf sie sich einlassen. Und wenn man da ehrlich ist, sind sie oft bereit, überraschend viel Kompromisse einzugehen, während ein "nach und nach" meistens als Betrug oder Täuschung empfunden wird.
 
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Wasserfee

  • #30
AW: Partnersuche trotz Krankheit

Zitat von Jusika123:
ihr solltet erst einmal einen Unterschied zwischen krank und krank machen. Krankheit kann sich so vielfältig offenbaren. Ich kann nur von meiner konkreten Situation ausgehen.
Das ist schön, dass du das so schreibst. Denn eingangs stand nur die Frage im Raum, ob man mit einer Erkrankung auf eine Partnerschaft hoffen kann. An den vielen Reaktionen und Posts kannst du ablesen, wie sehr diese beeinflusst sind von unser aller Erfahrungen und Empfindungen in Bezug auf Krankheit. Daraus kannst du deine Schlüsse ziehen. "Krank" bedeutet in der Definition eines potenziellen Partners vielleicht auch etwas anderes als in deiner persönlichen. Deshalb kann ich dich nur ermutigen, das, was du jetzt ausgeführt hast, möglichst bald auch auf den Tisch zu bringen. Sonst sind Missverständnisse vorprogrammiert.

Zitat von Jusika123:
Was ich durch die Fragestellung eigentlich erreichen wollte, kann ich einem Mann/Frau, der/die verwitwet ist zumuten sich evtl. in ein solches Schicksal wieder zu begeben. Riskiert dieser Partner nicht, dass vergangene Ängste und Traumata wiederkehren und er selbst daran zerbricht.
Das ist eine wichtige Information, die die Ausgangsfrage in ein ganz anderes Licht rückt! Vielleicht wäre hier dein Lebensalter ganz hilfreich gewesen, die Frage einzuordnen.

Zitat von Jusika123:
Doch meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass meine Partner nicht mit meiner Erkrankung an sich Schwierigkeiten hatten, sondern weil ich mich nicht als krank klassifizieren lasse. Ich leiste nach wie vor meine alltäglichen und auch außergewöhnlichen Angelegenheiten selber. Das mache ich gerne und mit Freude und empfinde jeden neuen Tag, den ich "erleben" darf als wunderbares Geschenk. Doch es gibt Situationen, da braucht man einen Partner, der einem in den Arm nimmt, tröstet, Streicheleinheiten gibt und einfach nur sagt, "ich habe dich lieb und ich bin froh dich zu an meiner Seite zu haben. Dich kennen lernen zu dürfen war ein Geschenk des Himmels".
Das deckt sich m. E. mit dem, was hier teilweise schon geschrieben wurde.