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Marlene

  • #421
Zitat von FAZ:
nach einer langen Ehe sind 3 Jahre, glaube ich, im Bereich des Üblichen.
Ja, es kommt natürlich auch auf die Länge der Beziehung und ihrer Intensität an. Mein letzter Beziehungsversuch war nur drei Monate, das geht eben schneller zu überwinden, eigentlich kennt man sich da noch gar nicht so richtig. Da gab es fast nur Schönes, keinen Alltag, keine konkreten Probleme zu bewältigen. Man hat sich gegenseitig alles - oder viel - erzählt, aber gelebt hat man es zusammen nicht.
 
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Gast

  • #422
Intensität, es ist etwas anderes, wenn man sich drei Monate nur 1, 2 mal pro Woche gesehen hat oder drei Monate auch Alltag gelebt hat, pauschale Regeln, wer wie lange trauern darf, gibt es sowieso nicht.
 
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  • #423
Es geht besser, die Frage ist warum ich an alten Sachen fast verzweifel...
 
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Philippa

  • #424
Zitat von Kimba1970:
Es geht besser, die Frage ist warum ich an alten Sachen fast verzweifel...
Schön, dass es dir besser geht!

Dass du die alten Sachen nicht loslassen kannst, bedeutet vielleicht, dass du daraus noch etwas lernen solltest. Irgendetwas daran macht dir noch zu schaffen, das heisst doch, dass es stark mit dir zu tun hat.
 
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  • #425
Ja, das wird wohl so sein. Eigentlich bin ich ein sehr zuverlässiger Mensch der niemanden im Stich lässt, dass mein Expartner einfach so die Beziehung als für ihn als abgeschlossen ansieht hat mich mehr als schwer getroffen, habe gedacht dass ich Menschenkenntnis habe, und dann sowas...
 
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Marlene

  • #426
Ja, die Menschenkenntnis, wenn ich die so richtig hätte, ja dann.......das Einzige, was bleibt: im Nachhinein weiß man vielleicht ein wenig mehr. Blöder Spruch, stimmt aber, habe ich feststellen müssen. Da können die Alten noch so viel predigen, nützt alles nichts, man muss selber auf die Schnauze fallen. Ist echt hart.
 
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  • #427
Zitat von Kimba1970:
..., dass mein Expartner einfach so die Beziehung als für ihn als abgeschlossen ansieht hat mich mehr als schwer getroffen, ...
Aber warum hängst Du ihm dann noch nach? Oder sind es "nur" die schönen Momente, denen Du nachhängst und nicht wirklich ihm? So ähnlich geht's mir grad. Glaub ich...
 
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Philippa

  • #428
Ich glaube nicht, dass es darum geht, noch etwas über den anderen zu lernen. Sondern über sich selbst. Das heftige Scheitern meiner letzten Beziehung hat mir beispielsweise ganz klar gezeigt, dass ich noch sehr viel zu lernen habe, dass ich eben gerade nicht besser bin, darin, Beziehungen zu führen als andere (was ich zuvor irgendwie dummer- und arroganterweise dachte, vielleicht weil meine bisherigen Beziehungen eigentlich gar nicht derart nah gingen, wie ich mir das im Grunde wünschen würde, weil sie nicht wirklich ans Eingemachte gingen) sondern, dass ich - je näher es mir kommt - desto heftiger, irrationaler und unreflektierter, reflexhafter reagiere und damit das Risiko eingehe, dass es zu schwierigen Dynamiken kommt, die nur schwer zu durchbrechen sind.
Es nützt doch nichts, wenn ich mir im Nachhinein über den Partner und sein Verhalten den Kopf zerbreche! Wichtig für mich ist, zu verstehen, was ich selbst nicht so gut gemacht habe, und daraus für die Zukunft zu lernen.
 
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Philippa

  • #429
Noch etwas:
Wenn man sich nach dem Ende einer Beziehung einfach sagt "es war nicht der richtige Partner" oder auch "meine Menschenkenntnis hat versagt", dann verpasst man die Schätze, die sich in den Ruinen eines gebrochenen Herzens befinden. Und wenn es (nur) mehr Bescheidenheit ist.
 
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  • #430
Zitat von Philippa:
Wichtig für mich ist, zu verstehen, was ich selbst nicht so gut gemacht habe, und daraus für die Zukunft zu lernen.
Ich habe im Moment große Zweifel, daß das gelingt... Weil vieles, oder das wichtigste, was ich "falsch" gemacht hab, einfach wesentliche Teile meiner personality sind. Ich hätte schon ein ziemlich anderer Mensch werden müssen, was ich ja teilweise probiert habe. Es geht dann in die Richtung des "Verbiegens", und zwar so, daß man dies vielleicht sogar möchte, aber schlicht nicht kann.

Zitat von Philippa:
Noch etwas:
Wenn man sich nach dem Ende einer Beziehung einfach sagt "es war nicht der richtige Partner" oder auch "meine Menschenkenntnis hat versagt", dann verpasst man die Schätze, die sich in den Ruinen eines gebrochenen Herzens befinden. Und wenn es (nur) mehr Bescheidenheit ist.
Meinst Du mit Bescheidenheit dies hier:

"13.) Wie schaffen wir es, in der Liebe wieder bescheidener zu werden?
Der Autor Sven Hillenkamp rät zur Vernunftehe. Das klingt auf den ersten Blick ziemlich verstaubt und beengend. Es hat aber weniger damit zu tun, gegen innere Widerstände bei einem Partner zu bleiben, sondern einen Partner zu wählen, der einem guttut, rät der Soziologe. Der Heidelberger Paartherapeut und Autor Arnold Retzer ("Lob der Vernunftehe") spricht von "resignativer Reife". Man akzeptiert, einen Menschen gefunden zu haben, mit dem sich zufrieden zusammenleben lässt, und bleibt bei ihm. Und gibt die Illusion auf, dass es in der Partnerschaft immer nur positive Wahnsinnsgefühle geben muss."

Ich hab diese "resignative Reife" vielleicht etwas mehr gekonnt (sie hat es aber auch versucht, sehr sogar). Wobei wir dann am Ende eben doch wieder (wie zuvor mit dem Nicht-verbiegen-können) beim Nicht-passen sind...
 
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fleurdelis

  • #431
Zitat von fafner:
Ich habe im Moment große Zweifel, daß das gelingt... Weil vieles, oder das wichtigste, was ich "falsch" gemacht hab, einfach wesentliche Teile meiner personality sind. Ich hätte schon ein ziemlich anderer Mensch werden müssen, was ich ja teilweise probiert habe. Es geht dann in die Richtung des "Verbiegens", und zwar so, daß man dies vielleicht sogar möchte, aber schlicht nicht kann.
Ein anderer Mensch zu werden macht ja keinen Sinn, im Gegenteil es führt automatisch zu der Frage: wen mag der andere denn, mich wohl nicht. Weil wenn ich so bin, wie ich bin, dann mag er mich nicht, also nur dann wenn ich so bin, wie er will.
 
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  • #432
Ich sollte akzeptieren dass es nicht nur schöne Momente in einer Beziehung gibt und die Erlebnisse nicht verherrlichen, das ist eins meiner Aufgaben für die nächste Zeit. Einfach im hier und jetzt sein und keine Panik haben dass "es das schon war,", bzw dass in meinem Leben nichts mehr in punkto Liebe passiert...
 
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Philippa

  • #433
Zitat von Kimba1970:
Ich sollte akzeptieren dass es nicht nur schöne Momente in einer Beziehung gibt
Ja, das ist sicher etwas Wichtiges.

Ist denn das, was du dem anderen gibst/geben kannst immer schön? Und was genau ist mit "schön" gemeint? Friede, Freude, Eierkuchen? Oder vielleicht auch Ehrlichkeit, die schmerzt? Wahrheit, die Angst macht? Beschränktheit, die Sehnsucht hervorruft?
 
P

Philippa

  • #434
Zitat von fafner:
Meinst Du mit Bescheidenheit dies hier:

"13.) Wie schaffen wir es, in der Liebe wieder bescheidener zu werden?
Der Autor Sven Hillenkamp rät zur Vernunftehe. Das klingt auf den ersten Blick ziemlich verstaubt und beengend. Es hat aber weniger damit zu tun, gegen innere Widerstände bei einem Partner zu bleiben, sondern einen Partner zu wählen, der einem guttut, rät der Soziologe. Der Heidelberger Paartherapeut und Autor Arnold Retzer ("Lob der Vernunftehe") spricht von "resignativer Reife". Man akzeptiert, einen Menschen gefunden zu haben, mit dem sich zufrieden zusammenleben lässt, und bleibt bei ihm. Und gibt die Illusion auf, dass es in der Partnerschaft immer nur positive Wahnsinnsgefühle geben muss."

Ich hab diese "resignative Reife" vielleicht etwas mehr gekonnt (sie hat es aber auch versucht, sehr sogar). Wobei wir dann am Ende eben doch wieder (wie zuvor mit dem Nicht-verbiegen-können) beim Nicht-passen sind...
Nein, ich habe das nicht gemeint. Es ging mir nicht um die Bescheidenheit in der Sehnsucht, sondern um die Bescheidenheit in der Selbsterkenntnis.
 
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Gast

  • #435
Zitat von Kimba1970:
Ich sollte akzeptieren dass es nicht nur schöne Momente in einer Beziehung gibt und die Erlebnisse nicht verherrlichen, das ist eins meiner Aufgaben für die nächste Zeit. Einfach im hier und jetzt sein und keine Panik haben dass "es das schon war,", bzw dass in meinem Leben nichts mehr in punkto Liebe passiert...
Wie machst du das praktisch? Ich weiß nämlich nicht, wie man das macht.
 
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Marlene

  • #436
Zitat von FAZ:
Wie machst du das praktisch? Ich weiß nämlich nicht, wie man das macht.
Mit der Gewißheit, dass das Leben dynamisch ist. Meine Single-Freundinnen z.B. sind deswegen Single, weil sie das innerlich beschlossen haben. Da gab es irgendwann einmal diesen festen Entschluss, lieber alleine zu bleiben. Es hatten sich durch Zufälle durchaus noch Chancen immer mal wieder ergeben, aber der Wunsch war nicht mehr da. Ich selber denke, irgendwann werde ich schon mal wieder jemanden kennenlernen, ich bin noch offen dafür. Solange man nicht tot ist, kann noch alles Mögliche passieren.
 
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Gast

  • #437
Zitat von Marlene:
Mit der Gewißheit, dass das Leben dynamisch ist. Meine Single-Freundinnen z.B. sind deswegen Single, weil sie das innerlich beschlossen haben. Da gab es irgendwann einmal diesen festen Entschluss, lieber alleine zu bleiben. Es hatten sich durch Zufälle durchaus noch Chancen immer mal wieder ergeben, aber der Wunsch war nicht mehr da.
Das sind doch eher Extrembeispiele. Sie sagen aus, wie man es NICHT machen sollte. Ich glaube auch nicht, daß Kimba1970 beschlossen hat, immer Single zu bleiben.
Ich würde schon gerne wissen, wie man es macht. Praktisch macht. Dieses "keine Panik" haben. Ich weiß nicht, wie das geht.
 
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Marlene

  • #438
Und, wenn die letzte Trennung noch so frisch ist und es wirklich eine tiefe Beziehung war, ist man halt noch nicht offen für etwas Neues. Das glaube ich. Auch, wenn man Wollen würde. Das wird nur Krampf, weil ein Neuer eigentlich irgendwann einmal dann abgelehnt wird. Man hängt in dieser Verarbeitung drin und da kommt auch immer dieser Punkt: das war es vielleicht für immer.
Geduld ist angesagt, Geduld mit sich selber.
 
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Gast

  • #439
Kannst du denn das alles gut umsetzen? Wie machst du das? Mir wird jetzt schon wieder übel, wenn ich an die kommende Weihnachtszeit denke, an Silvester und überhaupt.
 
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Marlene

  • #440
Zitat von FAZ:
Das sind doch eher Extrembeispiele. Sie sagen aus, wie man es NICHT machen sollte. Ich glaube auch nicht, daß Kimba1970 beschlossen hat, immer Single zu bleiben.
Ich würde schon gerne wissen, wie man es macht. Praktisch macht. Dieses "keine Panik" haben. Ich weiß nicht, wie das geht.
Hab ich erst jetzt gelesen. Wieso sind das "Extrembeispiele"? Finde ich nicht. Und, warum hast Du Panik?
 
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  • #441
Zitat von fleurdelis:
Ein anderer Mensch zu werden macht ja keinen Sinn, im Gegenteil es führt automatisch zu der Frage: wen mag der andere denn, mich wohl nicht. Weil wenn ich so bin, wie ich bin, dann mag er mich nicht, also nur dann wenn ich so bin, wie er will.
Jein. :) Ein bißchen Veränderung kann man m.E. immer zulassen, oder erreichen. Verliebt man sich nicht auch deswegen in jemand, weil der anders ist, etwas hat oder ist, das man auch gerne haben oder sein möchte? Bzw., wie groß ist die Chance, jemanden kennenzulernen, der Dich für perfekt hält und Du ihn...? :-/

Zitat von Philippa:
Es ging mir nicht um die Bescheidenheit in der Sehnsucht, sondern um die Bescheidenheit in der Selbsterkenntnis.
Also sich lieber mit weniger Erkenntnis zufrieden geben, oder wie?

Zitat von FAZ:
Wie machst du das praktisch? Ich weiß nämlich nicht, wie man das macht.
Es wirkt bei Kimba jetzt auch nicht grad überzeugend, daß sie es selber glaubt. Mehr so ein "wäre schön, man könnte so sein"...

Zitat von Marlene:
Da gab es irgendwann einmal diesen festen Entschluss, lieber alleine zu bleiben. Es hatten sich durch Zufälle durchaus noch Chancen immer mal wieder ergeben, aber der Wunsch war nicht mehr da. Ich selber denke, irgendwann werde ich schon mal wieder jemanden kennenlernen, ich bin noch offen dafür. Solange man nicht tot ist, kann noch alles Mögliche passieren.
Ich glaube, es hat was mit der "Vertrauensfähigkeit" zu tun. Wer vertraut, wird verletzlich. Das wollen oder können viele "im Alter" dann nicht mehr...
 
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Gast

  • #442
Zitat von Marlene:
Hab ich erst jetzt gelesen. Wieso sind das "Extrembeispiele"? Finde ich nicht. Und, warum hast Du Panik?
Weil ich eigentlich nur eine Person kenne, die beschlossen hat, alleine zu bleiben. Alle anderen, die ich kenne, haben oder sehnen sich nach einer Partnerschaft.
Ich bin älter als du. Ich habe Panik, daß mir die Liebe oder eine gute Partnerschaft nicht mehr begegnen wird.
 
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Marlene

  • #443
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Gast

  • #444
Zitat von FAZ:
Weil ich eigentlich nur eine Person kenne, die beschlossen hat, alleine zu bleiben. Alle anderen, die ich kenne, haben oder sehnen sich nach einer Partnerschaft.
Ich bin älter als du. Ich habe Panik, daß mir die Liebe oder eine gute Partnerschaft nicht mehr begegnen wird.
wie alt bist du?
 
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Marlene

  • #447
Zitat von FAZ:
Ich bin älter als du. Ich habe Panik, daß mir die Liebe oder eine gute Partnerschaft nicht mehr begegnen wird.
Das glaube ich jetzt zwar nicht, aber ich finde, dass das Alter egal ist. Auch, wenn die Schönheit verblüht :), hat Frau noch Chancen, oder? (Ich weiß, gaaanz heißes Thema....) Jedenfalls bei solch einem Mann, der auch so gewickelt ist, dass ihm nicht nur "Jugendfrische" wichtig ist. Und, so einen will man doch, oder?
 
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Gast

  • #448
Die, denen nicht nur Jugendfrische wichtig ist, sind meistens auch mit den dementsprechenden Nachteilen des Alters gesegnet :)
 
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Gast

  • #450
Zitat von Marlene:
In einer Hinsicht, körperlich, haben Frauen den Männern einiges voraus :)
Davon abgesehen, ich habe gerade in letzter Zeit einige Männer erlebt, die mehr krank als gesund waren. Ich habe auch einen wesentlichen Unterschied in den Aktivitäten und Interessen älterer Herren, im Gegensatz zu mir, festgestellt. Auch zunehmende Müdigkeit.