fafner

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  • #1

Warum Großstädter an der Liebe scheitern

http://www.faz.net/-gum-8f11j

Die Generation Y gilt als konsumsüchtig, selbstverliebt, perfektionistisch und nicht selten vegan. Junge Erwachsene, zwischen 1980 und 1995 geboren, die so krampfhaft nach Individualität streben wie ihre Eltern einst nach dem Eigenheim. Doch die Selbstoptimierer von heute haben mehr gemein als den Zwang, sich voneinander abzuheben. Sie sind bindungsscheu. Nast, der zuzuspitzen weiß, sagt prompt „beziehungsunfähig“.
 

Pit Brett

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  • #2
Kennichnich, den Herrn Michael Nast. Scheint eine Art Mario Barth für die Seele zu sein.
 
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Dr. Bean

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  • #3
Diese Sicht auf meine Generation - selbstverliebt, Individualismus suchend, konsumsüchtig - ist extrem fehlerbehaftet, da sie meistens aus der Sicht derjenigen kommt, die am wenigsten Ahnung von uns haben. Ich möchte dazu mal ein paar Zeilen schreiben: Konsumsucht kann man in erster Linie der kompletten westlichen Zivilisation unterstellen. Was früher das Auto war, ist heute das Handy. Die Shopping-Krankheit als Befriedigung ist auch nichts Neues. Was jedoch anders ist in der Generation Y, es gibt dort viele Menschen, die den Konsum hinterfragen. Viele Menschen, die sogar zurück kehren zu den alten Werten; was früher Schrebergarten hieß, heißt heut Urban Gardening. Vegetarier und Veganer achten besonders darauf, wo ihre Produkte herkommen. Und Trends wie ein "ReparaturCafe" zeigen, dass es Menschen immer wichtiger wird, Wert zu erhalten und nicht ständig alles wegzuschmeißen und neuzukaufen. Ich sehe diese Einstellung, seit der Zeit meines Opas, zum ersten Mal wieder in dieser Generation Y; also verstehe ich nicht, warum er uns Konsumsucht unterstellt.

"Wir streben krampfhaft nach Individualität" ist ja schon eine extreme Beleidigung aus dem Mund der konformistischen Generation X. Wir streben nicht danach, wir wurden dazu gemacht. Meine Eltern haben mich bereits mit 12 schon nicht mehr verstanden. Ich bin mit dem Internet und der globalen Welt groß geworden und die kamen mir mit Heinz Rühmann Filmen. Was soll man dann anderes werden außer Individualist, wenn du in einem Milieu aufwächst, wo die Kinder bereits mit 12 mehr Ahnung von der Welt haben, als ihre Eltern. Also Individualismus ist nichts, was sich da wirklich bewußt ausgesucht wird.

Ganz im Gegenteil sind die meisten Generation Y'er diesen Individualismus eher satt und streben wieder zur Konformität. Der neue Hipster lebt die German-Angst. Der Deutsche an sich ist viel zu brav, um aus der Reihe zu tanzen. Langweilig mag man meinen, aus der Sicht eines Charakterindividualisten. Ich kann die Befürchtungen des Autors in keinster Weise teilen noch bestätigen.

Zum Punkt Selbstoptimierung bekenne ich mich schuldig. Jeder Mensch, der nicht an Sportlichkeit, gesundem Essen und mentalem Ausgleich interessiert ist, wird da früher oder später die Rechnung für bezahlen müssen. Aber darstellen, als spaßbefreiten ehrgeizigen Athleten lass ich mich auch nicht. Die Selbstoptimierung hat den wichtigen Bestandteil des Spaßes. Ohne Spaß geht gar nichts. Und ein mentaler Ausgleich ist auch mal ein Kneipenbesuch mit anschließendem Vollrausch. Also wenn ich in der Woche 4x Sport mache und darauf achte mich mit viel Obst und Gemüse zu ernähren, gerne aber auch mal nach McDonalds zum essen gehe oder den Schnaps der Woche trinke, bin ich da gleich Selbstoptimierer ?

Ich finde die Ausführungen polemisch überhöht. Ich denke aber, dass sie bei den mehr konformeren Generation Y'ern oder solchen, die sich nach mehr Konformität sehnen mit Sicherheit gut ankommt.

P.S.: ob ich beziehungsunfähig bin ? Gegenfrage: wie stellt sich ein Individualist seinen Traumpartner vor ?
 

Tim1987

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  • #4
Ich glaube, ihr habt beide Recht. Nach dem, was die Deutschen unter Hitler angestellt haben, sollte es nun wirklich niemandem wundern, dass wir der Welt zeigen wollen, dass wir auch anders können. Andererseits fehlt uns nun ein bisschen das gemeinsame Ziel. Also sucht sich jeder sein eigenes Ziel, was zur Selbstoptimierung führt.

Beziehungen beruhen m.E, auf seinem Du-ergänzt-mich-Prinzip. Wenn man aber mit der Selbstoptimierung übertreibt, versucht man seine Schwächen selbst auszugleichen (bekenne mich da schuldig). Dadurch wird die Lücke, die der Partner / die Partnerin zu stopfen hat, recht klein, was dazu führt, dass einem die Beziehung nicht so wichtig ist, wie Partner(in) es gern hätte.

Und wer möchte schon mit jemandem eine Beziehung haben, für den das keine große Sache ist?
 
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  • #5
Zitat von Tim1987:
Ich glaube, ihr habt beide Recht. Nach dem, was die Deutschen unter ****** angestellt haben, sollte es nun wirklich niemandem wundern, dass wir der Welt zeigen wollen, dass wir auch anders können. Andererseits fehlt uns nun ein bisschen das gemeinsame Ziel. Also sucht sich jeder sein eigenes Ziel, was zur Selbstoptimierung führt.
Ist Selbstoptimierung jetzt die Alternative oder die Fortführung dessen, was die 88-Deutschen so angestellt haben? Also damals stand die Selbstoptimierung hoch im Kurs, und auch ähnlich "biologisch" begründet wie heute.

Beziehungen beruhen m.E, auf seinem Du-ergänzt-mich-Prinzip. Wenn man aber mit der Selbstoptimierung übertreibt, versucht man seine Schwächen selbst auszugleichen (bekenne mich da schuldig). Dadurch wird die Lücke, die der Partner / die Partnerin zu stopfen hat, recht klein, was dazu führt, dass einem die Beziehung nicht so wichtig ist, wie Partner(in) es gern hätte.
Ja. Aber oftmals führt der Perfektionismus und der Unabhängigkeitsglauben auch dazu, daß man die offenen Stellen einfach leugnet statt sie zu verschließen. Das erschwert die Partnerfindung dann ganz "unnötig". Denn eigentlich sind die Lücken ja riesig.
 
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  • #6
Ich habe andere Erfahrungen mit der altersmäßig benannten Großstadtgeneration. Es gibt unterschiedliche Gruppen.Die Einen leben in einem Netzwerk über viele Länder verteilt, hinterfragen die Hinterlassenschaften ihrer Eltern, setzen sich ein für Umwelt und Natur, demonstrieren gegen Unrecht, wohnen in WGs, gehen neben dem Studium jobben, weil die Zimmer so teuer sind, fahren mit dem Fernbus (wir trampten halt), sind vegan, vegetarisch, fleischessend ohne Missionarsauftrag, sind als Gruppe unterwegs, haben Beziehungen, die aus der Gruppe meist resultieren und die ab Mitte 20 fester werden, haben die Sehnsucht nach einem Job, der zu ihnen passt und sie nicht auffrisst, also, ich finde, im Großen und Ganzen sind sie gar nicht so viel anders als wie ich damals, nur sogar ein bisschen bräver. Sie haben die Medien zur Verfügung, die dienen vorwiegend zum .Kontakthalten. Wenn ich so darüber nachdenke, hängt es vielleicht am Geld. Sie haben alle nicht viel Geld und da gibt es die anderen, die das schicke Appartement von den Eltern bezahlt bekommen, in Designerklamotten in schicken Bars abhängen, sich teure Drinks leisten, ein teures neues Auto fahren und keinen klappernden VW-Bus usw., die werden von der ersten Gruppe gemieden und als "äußerlich" befunden. Die sind sicher auch auf der Suche.
Mit der Individualisierung, wie im Artikel beschrieben, die beziehungsunfähig macht, habe ich so meine Probleme. Ich sehe immer Gruppen: die Hippies, die Yuppies, die Faschisten, die Antifas usw. So wird jedenfalls in meinem Umfeld darüber geredet.
 

fafner

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  • #7
Bisher hebt hier jeder darauf ab, daß der Autor unrecht habe in seiner Einschätzung der Generation Y. Daß die jungen Leute beziehungsscheu oder gar -unfähig seien, bestreitet aber niemand so richtig.

Woran liegt es also dann, wenn der Nast mit seiner Analyse angeblich so falsch liegt? Wieso füllt er ganze Hallen, und offenbar auch noch mit überwiegend weiblichem Publikum? Irgendeinen Nerv muß er doch getroffen haben.

Es wäre noch interessant, wenn man belastbare Zahlen hätte. Also ob z.B. der Anteil Singles bei den jüngeren tatsächlich höher ist als z.B. bei den 50plussern.

Zitat von Pit Brett:
Also mir begegnet der dauernd bei den täglichen Spaziergängen in meinen Medienportalen. Da müßte ich schon angestrengt drüber hinwegschauen. Finde aber so gesellschaftliche Trends ganz unterhaltsam. :)

Scheint eine Art Mario Barth für die Seele zu sein.
Den kenn ich nun wieder nicht (also nur den Namen mal gelesen, sonst nix). Na ja, man kann wohl nicht über alles und jeden informiert sein. :-/
 
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vivi

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  • #8
@ fafner

ich hab mir mal eine Kurzfassung von ihm durchgelesen. Na, eigentlich ist das ja weder eine richtige Analyse noch auf seinem "Mist" gewachsen. Es ist halt eine Zusammenfassung von Erzählungen aus seinem Umfeld. Das Phänomen ist m.E. das, wenn du mit den Menschen (und ich finde es ist altersunabhängig .... irgendwie) alleine sprichst, sagen bzw. geben sie halt zu das es so ist, wie er es beschreibt. Aber in der "Öffentlichkeit" muss man cool sein und wirken und darf sich keine Schwächen erlauben oder zeigen.
Bezüglich der vollen Hallen würde ich fast vermuten das Pit recht hat....er bringt es halt locker und amüsant rüber. Das brauchen und wollen die Leute heutzutage....wie Liebesromane vor 25 Jahren :).

Du kennst Mario Barth nicht???....ich bin entsetzt! :)))))
 
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  • #9
Marlene,
sind erstere die Guten?
Ich wohne in einem Univiertel mit sehr vielen jungen Menschen und kenne weder die erste noch die zweite Gruppe.
Niemand fährt Busse mit Blumen drauf und niemand demonstriert für vegane Designerdrinks.
 
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  • #10
Zitat von chiller7:
Marlene,
sind erstere die Guten?
Ich wohne in einem Univiertel mit sehr vielen jungen Menschen und kenne weder die erste noch die zweite Gruppe.
Niemand fährt Busse mit Blumen drauf und niemand demonstriert für vegane Designerdrinks.
Grins - ich hab mir das auch überlegt, dass das so rüberkommt. Nein, die Ersteren sind natürlich nicht die Guten, die kenne ich halt nur mehr.
Wahrscheinlich ist es in München total anders als hier bei mir im "tiefsten Osten" der Republik. Individualisierung ist hier immer noch schwierig, gedanklich befasst man sich damit, aber in der Wirklichkeit ist mehr die Gruppe angesagt. Die Erzieher sind oftmals noch im alten System verwurzelt, gut, jetzt werden ihre Kinder langsam zu "Erziehern", aber erzogen wurden diese auch. Jedes zweite Wort ist: "ordentlich. Mach das ordentlich!" usw. Das dauert.
​Also, hier ist es angesagt, mit klapprigen Bussen, in denen man schlafen kann, mit Strohhut auf männlichen/weiblichen langen Haaren rum zu fahren. Das bedeutet immer noch bzw. jetzt wieder Freiheit und Abenteuer und Abgrenzung zu den "Alten", die ordentlich versuchen, den Kapitalismus zu leben, aber innerlich einen ordentlichen Sozialismus hochhalten. Diese Geborenen nach dem Mauerfall lehnen Beides ab, etwas Neues muss her, eine Utopie, die Beides verbindet und die nach der Wende gescheitert ist. Und da gibt es die Anderen, die teilhaben möchten und bestrebt sind, an ihrer Karriere zu basteln, im Westen arbeiten wegen dem Geld, aber im Osten wohnen und Familie gründen.
Das ist jetzt halt sehr pauschalisierend von mir.
Und politische Themen sind auf der Tagesordnung. Da muss man nur in die Innenstadt gehen, da prallen Welten aufeinander.
Die Grundfrage wäre halt: ist im Jahr 2016 die angesprochene Generation im Westen anders als im Osten? Das würde mich schon sehr stark interessieren.
 
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  • #11
Zum Osten habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Es gibt dort, soweit ich das weiß, eine Goth-Szene, in Leipzig treffen sie sich. Fand ich immer gut. Bin auch Romantiker. Avantgarde-Romantiker.
Das mit den Szene-Leuten ist hier vermutlich nicht so stark ausgeprägt. Vieles ist hier schon abgefeiert.
Öko, Eso, Yuppie, Punk, Hipster aso.

Eigentlich wird hier ein Mix aus allem gelebt, was nicht das Schlechteste ist. Die reine Lehre hat keiner. Beim Discounter kauft man dieses und in einem Luxusladen jenes. Auch gedanklich. Sehr ideologiefrei das Ganze und das Miteinander geht meistens schwer in Ordnung.
 
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  • #12
Zitat von Marlene:
Jedes zweite Wort ist: "ordentlich. Mach das ordentlich!" usw.

Sind hier eigentlich auch die meisten aus dem Osten? Denn hier ist ja nicht nur davon die Rede, daß man aber gefälligst sein Beziehungsleben in Ordnung gebracht haben muß, bevor man sich hochoffiziell auf den Weg ins Beziehungseinkaufszentrum machen darf, sondern gerne auch alle naslang davon zu lesen, es sei absolutes Must, "gepflegt" zu sein (und nicht etwa so etwas "Subjektives" wie gut auszusehen oder so). Ich glaube, Gepflegtsein ist einfach Forumsjargon für Ordentlichkeit.
 

Victor

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  • #13
Fafner

Du kannst eine Millon solcher Artikel lesen, sie werden Dir trotzdem nicht sagen, wer Du bist. Das musst Du ganz alleine herausfinden.

Ich weiss nicht was an Nast so toll sein soll. Er ist einfach einer mehr, der jammert "es ist nicht mehr wie früher", nur tut er das im ganz grossen Stil und wirft gleich eine komplette Generation in den selben Topf. Und als Lösung sollen sich jeder etwas mehr am Riemen reissen. Wow, etwas ganz Neues.

Ganz egal ob Nast recht hat oder nicht, es ändert nichts an der Situation des Einzelnen. Wir scheitern nicht an der Generation Y sondern an unseren eigenen Fehlern. Da ist der Hebel anzusetzen und nur dort können wir mit unserer eigenen Kraft auch etwas bewirken.

Abgesehen davon, wieso soll die Welt so klein sein wie Nast sie darstellt? Passen den alle Menschen in den selben Topf? Ich glaube, Nast kennt nur seine eigene Welt und diese vielleicht etwas besser als ein anderer, aber zu einem weiseren Mann macht es ihn definitiv nicht.
 

fafner

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  • #14
Zitat von Victor:
Du kannst eine Millon solcher Artikel lesen, sie werden Dir trotzdem nicht sagen, wer Du bist. Das musst Du ganz alleine herausfinden.
Ich lese so Artikel als Ausgleich zur Arbeit. So, wie andere z.B. fernsehen. Selbsterkenntnis findet woanders statt.

Er ist einfach einer mehr, der jammert "es ist nicht mehr wie früher", nur tut er das im ganz grossen Stil und wirft gleich eine komplette Generation in den selben Topf.
Der weiß doch gar nicht, wie "früher" war. Er hat nur so'n Gefühl, daß wenn mit 40 die längste Beziehung drei Jahre war vielleicht was nicht ganz rund läuft. Und mit dem Gefühl füllt er offenbar ganze Hallen.
 
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  • #15
"Gemeinsam blicken sie ratlos in die Zukunft." So ging es mir auch mit dem FAZ-Artikel. Auch berlinert er mir zu viel. Vielleicht war ja der Milchkaffee früher besser. Who knows.
 
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  • #16
Butte, hast Du gemerkt, dass ich meinen Text nachträglich ergänzt habe, um eine Brücke zu schlagen. So beliebig wie ein Milchkaffee, aka Latte macchiato/Café au lait. *lach*
 

Victor

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  • #17
Zitat von fafner:
Der weiß doch gar nicht, wie "früher" war. Er hat nur so'n Gefühl, daß wenn mit 40 die längste Beziehung drei Jahre war vielleicht was nicht ganz rund läuft. Und mit dem Gefühl füllt er offenbar ganze Hallen.
Michael Nast baut sich seine Thesen nicht auf Felderfahrung, sondern auf den Hirngespinsten sozialer Medien auf. Wahr ist es nur für diejenigen, die daran glauben, weil ihr Weltbild dann davon geprägt wird. Wenn Du nicht an gute Menschen glaubst, wirst Du keine finden, weil du zu beschäftigt bist, um vor falschen Menschen auf der Hut zu sein.

Generell glauben Partnersuchende Singles häufig, dass die Welt und die Liebe ihnen etwas schulden würde. Das ist aber nicht so. Eher schulden sie es sich selber, aus ihrem Leben etwas lebenswertes zu machen. Dann wird es auch mit der Liebe viel besser klappen, weil man das Thema zuversichtlicher, selbstbewusster und weltoffener angeht.

Das eigene Weltbild und die daraus folgende Lebenseinstellung bestimmt massgeblich das Ergebnis all unserer Bemühungen unabhängig davon, welche Hindernisse uns die Reale Welt entgegensetzt. Was als unmöglich erachtet wird, wird auch unmöglich bleiben. Erst wer seine Grenzen testet, wird darüber hinauswachsen.

Hast Du im Ausgang noch nie einen Typen gesehen, der total gut mit Frauen reden kann? So einer bin ich heute. Vor drei Jahren hielt ich das noch für völlig unnmöglich. Aber in der Partnerbörse hält man mich immer noch für einen schmierigen Heuchler mit gefälschtem Profil, weil die Frauen vor falschen Menschen auf der Hut sind.

Ich habe in meinem Leben sehr wenige "falsche Menschen" getroffen, dafür umso mehr Leute, die es als Ausrede brachten, um sich nicht mit ihren Mitmenschen oder sich selber auseinderzusetzen.
 

fafner

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  • #18
Zitat von Victor:
Hast Du im Ausgang noch nie einen Typen gesehen, der total gut mit Frauen reden kann? So einer bin ich heute. Vor drei Jahren hielt ich das noch für völlig unnmöglich.
Abgesehen davon, daß ich nicht so recht die Problematik sehe... Hat es Dir denn mittlerweile 'ne Partnerin beschert? Wenn nicht, warum nicht?
 

IMHO

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  • #19
Zitat von fafner:
Woran liegt es also dann, wenn der Nast mit seiner Analyse angeblich so falsch liegt? Wieso füllt er ganze Hallen, und offenbar auch noch mit überwiegend weiblichem Publikum? Irgendeinen Nerv muß er doch getroffen haben.

Durch die Überspitzung und Übertreibungen polarisiert der Autor. Dieses dient dem Zwecke, ein Schwarz-Weiß-Schema aufzubauen. Und es bleibt der Leserschaft die Möglichkeit sich entweder für oder gegen seine Ansichten zu stellen.

Dieses Prozedere vereinfacht den Gedankenvorgang erheblich. Endlich einmal scheint es leicht zu sein, eine Entscheidung zu fällen. Endlich einmal keine Kompromisse, kein Herumdiskutieren. Seine Fans und Anhänger fühlen sich mit ihren Gedanken nicht mehr allein. Endlich einml einer, der es so sieht, wie ich empfinde. Man wird aufgefangen von einer Gruppe vermeintlich Gleichdenkender- /fühlender.

Und das ist das, was vielen Menschen in der heutigen Zeit fehlt. Rückhalt, Verständnis, Geborgenheit. Meist ist man doch Einzelkämpfer, muss sich im "lebensfeindlichen" RL nicht nur zurechtfinden, sondern auch noch behaupten. Da ist es doch schön, wenn man das Gefühl bekommt, dass es noch ganz viele andere Leute gibt, die ähnlich denken.

Vielen Menschen fehlen derartige EINDEUTIGE Gruppierungen. Diese andauernden, schier endlosen Diskussionen über alles, das weichgespülte, verschwurbelte Resultat, das als Ergebnis dann als "Kompromiss" dargestellt wird - aber letztlich nicht mehr viel von dem repräsentiert, was man anfangs eigentlich wollte.

Diese Gedanken vielleicht mal zur Erklärung, wieso diese Polarisation so gut funktioniert. Das kann man auf die verschiedensten Bereiche des Leben projezieren.

Dieses Phänomen in seiner Extremform hat Sascha Lobo in seiner Spiegel-Online-Kolumne "Entwederoderismus" genannt.
 
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  • #20
Das Superstarphänomen. Die eine Hälfte denkt: einer von uns und damit auf der großen Bühne gelandet: das find ich toll! Die andere Hälfte denkt: einer von uns und damit auf der großen Bühne gelandet: das find ich schlecht, denn da bin ich neidisch.
Ja, man will so erscheinen, als würde man nachdenken. Interessiert zu sein an gesellschaftlichen Phänomenen macht sich oft besser als nur dröge aus dem Fenster aufs Nachbarhaus zu schauen. Meinungen zu haben verschafft Individualität, hat man irgendwo gelesen, und das kommt gut an. Also bemüht man sich um ein paar Meinungen. Und weil man sich nicht anstrengen will, konsumiert man sie eben. Möglichst billig. Und dabei macht dieses angestrengte Imitieren von Interesse und Nachdenken doch Falten! Und unsere Gesellschaft ist doch so narzißtisch, daß sich viele die Falten gerade wegspritzen. Ein Phänomen! Vielleicht wie die Fensterglasbrillen einst.
 
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  • #21
Der Titel des Threads ist schon so.
"Warum Großstädter an der Liebe scheitern" und dann schwupdiwups die Erklärung: blablablabla ", weil sie beziehungsunfähig sind".
 
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  • #22
Hamburg scheitert nicht, warum auch. Ich respektiere meine Partnervorschläge aus HH. Ganz gute Jungs, die sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.
 

Suxxess

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  • #23
@maxi.mumm
Aber warum bist du dann noch hier? Oder warum bin ich noch hier wenn es in Hamburg doch so leicht wäre. ;) Ich wollte letztens in eine WhatsApp-Hamburg Kennlerngruppe. Ihhhh ein Mann geh bitte. :p

Sorry, aber so wird das nix mit der Verbesserung des Schnitts von 1,4 Kindern pro Frau... :D