tina*

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  • #151
Ja, ich hatte irgendwann das Gefühl, das Trauma ist überwunden.
Ein schönes Ergebnis.
Als sie das Gefühl hatte, wir stecken irgendwie fest, hat sie das angesprochen
Was war ihr Therapieansatz zum täglichen Heulen? Bzw. hattet ihr denn ein Therapieziel vereinbart?
Ich wollte an dem Co-Narzissmus Thema arbeiten, welches ich für den Kern von allem hielt.
Und war dies Bestandteil vom Therapieziel?
Aber wir kamen immer auf andere, naheliegende Themen, die viel mit der Arbeit zutun hatten und dem Alltag der Scheidungsfamilie.
Wenn du Hakomi gemacht hast, kennst du sicher die Idee dahinter: das Unbewusste kooperiert nur soweit, wie es sich sicher fühlt. Da war der innere Wächter wohl noch aktiviert.

ich habe jetzt regelmäßig Beratungsgesprächstermine bei einer anderen Therapeutin. Das Thema ist meine Tochter mit dem Fokus, wie ich klarkommen und Kraft für den Rest des Alltags behalten kann.( ... ).So recht pragmatisch.
Das klingt eher nach Coaching als nach Therapie, ist sicher auch wichtig, da jetzt eine ganz praktische Unterstützung zu haben.
Meine letzte Frage bezog sich nicht auf die Therapie deiner Tochter, ich hatte das auf deine "neue" Therapie bezogen, das hatte ich wohl falsch gelesen.
Zur Behandlung deiner Tochter will ich hier nichts schreiben.
Hast du das Thema Co-Narzissmus als Inhalt deiner neuen Therapie vereinbart? Oder ist das jetzt "nur" Beratung und du suchst noch jemand dafür?

Ein bisschen wunderte ich mich ja über deinen Eingangspost. Wie Chrissie schrieb,
Bezüglich deiner Eingangsfrage: na klar, das ist aber ein alter Hut, dass man erlernte Beziehungsmuster übernimmt oder bekämpft, sich oftmals daran abarbeitet.
also dass das bei mehrjähriger Therapie komplett ausgeklammert blieb.

Was Ich nicht beurteilen kann ist, wie die Ursachenforschung für ihre Probleme aussieht und welchen Raum das einnimmt.
Wie würdest du das denn rückwirkend hinsichtlich deiner Therapie betrachten? Wie wichtig war es dir beim Beenden?
 
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tina*

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  • #152
Ah, jetzt hast du noch mehr geschrieben.

1. Ich hab Themen mit meinen Eltern. (...)
2. (...) das stünde mir auch gar nicht zu. Ich hätte gern so eine für mich sichere Distanz und daraus einen entspannten Umgang mit ihm.
Wäre vielleicht eine allgemeinere Formulierung für ein Therapieziel.

Edit: sofern du das noch angehen willst, weiß nicht, ob ich das komplett missverstanden habe.
 
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  • #153
Liebe chrissi22 und liebe Marlene: Vielen Dank für Eure Beiträge, über die ich mich richtig gefreut habe beim Lesen. Es tut gut zu sehen, dass es gut ausgehen kann. Für die Kinder und die Eltern. Im Zusammenhang damit ist mir aufgefallen: Warum ziehe ich nicht die gleiche positive Energie aus Euren Beiträgen wie ich mir negative aus kritischen Beiträgen "anziehe"?
Das Ding ist, man erwartet von sich selbst immer, irgendwann fertig mit all dem zu sein, damit man dann endlich sein richtiges Leben leben kann. Jetzt bin ich ü50 und reibe mir die Augen, wie viele Runden ich eigentlich noch drehen will, bis ich mich angekommen fühle. Dabei bin ich verliebt, die Kinder gesund und munter, Eltern noch da usw. Und doch sitzt da immer noch die eine oder andere Verletzung und Verwirrung und die sch... Wechseljahre tun ihr übriges. Dann kommt das schlechte Gewissen und mit ihm die Rechtfertigung, warum man immer noch auf dem Weg und nicht miss perfect ist. Warum man so und nicht anders tickt. Hilfe braucht, Ruhe will, es anders als die anderen macht oder nicht schafft.... Drauf gepfiffen, @Claudi, weder dein Vater noch hier irgendeine/r steckt in deinen Schuhen. Anregung ist gut, Bewertung ist Anmaßung! Liebe Grüße, ich bin erstmal wieder wech 🙋🌞
 
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tina*

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  • #154
Aus meiner Zitatesammlung hilfreicher Weisheiten:

"Wir sind alle mit der Idee der Veränderung beschäftigt, und die meisten gehen da heran, indem sie Programme machen, sie wollen sich ändern. „Ich sollte so sein“ und so weiter und so weiter. Was aber tatsächlich geschieht, ist, dass die Idee einer vorsätzlichen Änderung niemals, nie und nimmer, funktioniert. Sobald man sagt: „Ich möchte mich ändern“ - ein Programm aufstellt – wird eine Gegenkraft in einem erzeugt, die von der Veränderung abhält. Änderungen finden von selbst statt.
Wenn man tiefer in sich hineingeht, in das, was man ist, wenn man annimmt, was da vorhanden ist, dann ereignet sich der Wandel von selbst. Das ist das Paradoxe des Wandels." (Fritz Perls)

Das habe ich für mich auch bestätigt gefunden :rolleyes:o_O☺️.

(ich hoffe, dass du meine Beiträge nicht als Aufforderung zur Rechtfertigung liest).
 
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  • #155
Warum ziehe ich nicht die gleiche positive Energie aus Euren Beiträgen wie ich mir negative aus kritischen Beiträgen "anziehe"?
Achso äh, das noch: das Hirn ist aufs Überleben gerichtet, negative Störungen werden präferiert bearbeitet, will sagen, vor dem Säbelzahntiger weglaufen ist wichtiger fürs Überleben als in der Sonne sitzen. Für den Moment. Und wenn man eh doof drauf ist, holt man sich die Bestätigung für den gedimmten Seelenzustand, indem man der negativen Energie mehr Aufmerksamkeit schenkt. Bestätigung ist offenbar wichtiger als Wohlbefinden. Komische Sache und macht die Abwärtsspirale so schön gängig. Also immer schön bewusst positive Erlebnisse suchen und die bestätigen. Lebenskraft tanken, Du darfst froh sein! Also - Säbelzahntigern ausweichen oder austricksen, und dann in der Sonne sitzen :) 🌞🌞
 
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  • #156

Also immer schön bewusst positive Erlebnisse suchen und die bestätigen. Lebenskraft tanken, Du darfst froh sein! Also - Säbelzahntigern ausweichen oder austricksen, und dann in der Sonne sitzen :) 🌞🌞
Synchronizität von Jung, hab mich da grad eingelesen....deine Bestätigung zu meinen Gedanken im richtigen Moment.....Säbelzahntiger werden aussortiert....verjagt weggeschickt.

Schön zu lesen, dass es Dir gut geht @chrissi22🙂
 
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  • #157
Synchronizität von Jung, hab mich da grad eingelesen....deine Bestätigung zu meinen Gedanken im richtigen Moment.....Säbelzahntiger werden aussortiert....verjagt weggeschickt.

Schön zu lesen, dass es Dir gut geht @chrissi22🙂
Oder schauen, wie groß der "Tiescher" tatsächlich ist 😁 und es tun wie der lütte da: was ihm an Größe fehlt, macht er mit Wagemut wett 💪 extra für Dich @LenaamSee :)
 
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Marlene

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  • #160
Irgendwer hat hier mal geschrieben, dass Heilung nur dadurch eintritt, dass negative Erfahrungen mit entsprechenden positiven Erfahrungen überschrieben werden. Das könnte auch sein. Zumindest kann man mal festhalten, dass ich es vorher nicht geschafft habe, alleine glücklich zu werden.
Ich würde vorschlagen, an deiner Stelle den Blickwinkel zu ändern und dies so betrachten:
"Ich habe es geschafft, wieder mit jemandem glücklich zu werden."
Als Anregung. Es ist nicht hilfreich, sich vorwiegend die negative Seite anzuschauen und sich dadurch zu blockieren.

Dann auch mal so ein Gedanke, der sich beim Lesen deiner Zeilen mir auftut: vielleicht ist dein Leben seit der Trennung zu stark ausgefüllt mit dem Thema "Therapie". Jetzt in dieser Situation natürlich wieder hilfreich, ich finde aber, dass langfristig es heilsamer ist, das Leben irgendwann einmal ohne stattfinden zu lassen, damit sich wirklich die Ringe über das Vergangene ziehen können.

In der Klinik sagte mal ein Therapeut: manchmal hilft es mehr, einfach in den Wald zu gehen, oder ein Beet anzulegen, einen Freund zu finden usw.
Das heisst nun nicht, dass Therapie nicht hilfreich wäre, nur würde ich sie zeitbegrenzt betrachten. Wenn das so möglich wäre.
 
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Claudi

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  • #161
Dann auch mal so ein Gedanke, der sich beim Lesen deiner Zeilen mir auftut: vielleicht ist dein Leben seit der Trennung zu stark ausgefüllt mit dem Thema "Therapie". Jetzt in dieser Situation natürlich wieder hilfreich, ich finde aber, dass langfristig es heilsamer ist, das Leben irgendwann einmal ohne stattfinden zu lassen, damit sich wirklich die Ringe über das Vergangene ziehen können.
Ohne mich jetzt rechtfertigen zu wollen...:)))...
Ich fang nochmal an: die Geschichten und die Menschen dahinter sind sehr facettenreich. Und selbst wenn man ein Schnell- und Vielschreiber ist, kann man hier immer nur ganz kleine Ausschnitte thematisieren. Dabei kann dann der Eindruck entstehen, das eine Thema sei so hochpräsent "top of mind", dass es bei dem Menschen andere wichtige Dinge in den Hintergrund drängt. Und das sei das Problem. Was tatsächlich eine Reflexion und innere Revision verdient. Ich denke dann aber auch, so eindimensional ist die Sache nicht, bin ich nicht, war das Problem nicht...Dann erklär ich das und beiße mich an einem anderen Aspekt fest. Der kommt vielleicht noch nicht mal von mir, sondern aus der Unterhaltung hier heraus. Soll heißen: Therapie ist gerade tatsächlich immer im Programm bei mir, weil ich gerade fast jeden Tag Berührungspunkte mit dem Thema habe. Zwischendurch war es ein paar Jahre weg. Finanzen sind ein Thema, das sich hier entwickelt hat. Das hatte ich nicht so auf dem Schirm, als ich den Thread gestartet habe. Anregungen zum Nachdenken sind immer gut, müssen ja nicht immer zielführend mit einem klaren Ergebnis sein. Man kann ja auch mal was in den "Wer weiß, wozu es gut ist" Ordner schieben. Seit gestern bin ich wieder mehr mit den ungünstigen Beziehungmustern befasst. Da hat mich *tinas Beitrag dran erinnert. Also hab ich gestern mal ein bisschen in meiner Musik Playlist aus der Zeit gestöbert, als ich erwachsen hätte werden sollen (was nicht so richtig gelungen ist bis heute wahrscheinlich). Also, als ich von zu Hause ausgezogen bin, neue Freunde im Studium gefunden habe, die sich auch alle mit einer gewissen Rotzigkeit auf die Fahnen geschrieben hatten, nie erwachsen werden zu wollen. War chic damals, Anfang der Neunziger. Generation Golf. Das (in der Musik stöbern) war sehr spannend. Wir waren wohl nicht nur die Ravers Nation, sondern auch eine Allianz aus Narzissten und Co Narzissten, wobei ich im zweiten Team gespielt habe. Meine Hymne war "Wonderwall" von Oasis:

"...And backbeat, the word is on the street that the fire in your heart is out
I'm sure you've heard it all before, but you never really had a doubt
I don't believe that anybody feels the way I do about you now
And all the roads we have to walk are winding
And all the lights that lead us there are blinding
There are many things that I would like to say to you, but I don't know how
Because maybe
You're gonna be the one that saves me
And after all
You're my wonderwall"

Nee, is klar. Schnapp Dir den kaputtesten, traurigesten, schönsten Typen und rette ihn. Entfachen das Feuer in seinem Herzen wieder, halte alles aus. Wenn sich alles schmerzhaft, kalt und irgendwie nicht richtig für Dich anfühlt, ist das nur die winding road "per aspera ad astra". Er wird irgendwann erkennen, dass Du die Eine bist und von Kälte und Distanz auf Liebe und Dankbarkeit umschalten. Nur noch ein bisschen, ein Jahr gibst Du Euch noch. Nora Tschirner hat einen Super Dialog dazu mit Til Schweiger in "Keinohrhasen". Er fragt sie, warum Frauen nicht verstehen, wenn Mann sagt "Ich will nur Sex und nichts Festes." Und sie sagt so ungefähr: "Sie hört das und versteht es auch, aber sie denkt: Der Typ kennt mich noch nicht, der weiß ja noch nicht, dass ich die letzte Cola in der Wüste bin. Das muss ich ihm ja bloß noch klarmachen." Genial. Leider hat der Film dann doch ein klassisches Happy end, das hätte man aus didaktischen Gründen auch anders lösen können :).
 
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Marlene

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  • #163
Schnapp Dir den kaputtesten, traurigesten, schönsten Typen und rette ihn.
In der Hoffnung/Sehnsucht, dass du durch seine Liebe auch gerettet wirst? Erlöst wirst?
Hast du irgendwann es geschafft, dem Narzissten die Bühne zu entziehen? Oder, ist er trotz Bühne gegangen?
Manchmal quält ja auch diese Frage: hat er mich überhaupt geliebt, kann das ein Narziss überhaupt?
Auf seine Art - denke ich - kann er das manchmal schon irgendwie, ist genauso individuell ausgeprägt wie der Begriff "Narzissmus" in seiner persönlich ausgerichteten Ausdehnung. Ob er überhaupt jemandem mit seinen ganzen Facetten gerecht wird. Kommt darauf an. Man kann das nur ganz gezielt betrachten, denke ich. Dabei die Intensität der eigenen Gefühle sich anschauen. Von damals. Nicht nur das Leid betrachten, auch die schönen Seiten. Gab es die?
Das heilt mit der Zeit.
Nur so, aus eigener Erfahrung.
 
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erbswurst

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Thomas Müller vom FC Bayern ist bestimmt kein Narziss, ich glaube, da fehlt ihm einfach der Zugang. Und leider sind viele Frauen auch heute noch schnell dabei, einen Mann als Narziss zu bezeichnen, der die alte Rolle des harten und rechtschaffenen Kerls nicht übernehmen will.

Viele der Frauen, die ich kennengelernt habe, waren bestrebt, die Führung in der Beziehung zu übernehmen, wenn sie entdeckt haben, dass das mit mir nicht geht, waren sie enttäuscht bis wütend. Wenn man nicht bekommt, was man will, was liegt näher, als dem Typen Lieblosigkeit oder, noch besser, Liebesunfähigkeit zu unterstellen. In unsrer frauenverrückten Zeit wird niemand widersprechen, seht euch mal die Werbespots an oder Tatortfolgen, die Männer werden abgewatscht, auch physisch, dass es nur so kracht. Und genau die Typen gehen dann hin und preisen die Frau als .... überlegen, göttinnengleich und was nicht noch alles.

Man kann eine Sache nicht aus sich selbst heraus erklären, erst recht nicht beurteilen, da gab es eine Beziehung, es gab große Anziehung auf beiden Seiten, und irgendwann ist die Sache an die Wand gelaufen. Wer ist "schuld"? Diese ganze Schuldscheiße ist unerträglich, außerdem blöd. Und was ist dein - Claudis - Thread anderes als eine einzige Schuldzuweisung??