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Edit: ich habe meinen Beitrag kurz nach deinem „abgeschickt“ - falls er noch freigeschaltet wird: Dir alles Gute und viel Kraft für den weiteren Lebensweg.


Jedesmal wenn ich einer Frau näher komme, habe ich dieses Gefühl mit einem Messer bedroht zu werden.

Ja, ich wurde schon bedroht, NEIN es waren keine Frauen. Ich meine nur dass das Gefühl von Liebe ähnlich ist.. Vielleicht wurde das einfach nur unter der Kategorie "Liebe" gespeichert, weil da im Gehirn noch Speicherplatz frei war.
So ähnlich wird es sein. Mit welchen „Reizen“ unser Gehirn bestimmte Emotionen/Gedanken „verknüpft“, dass kann sehr unterschiedlich sein. Manchmal kann dies, wie bei dir, zu einer Blockade führen. Zuneigung und Liebe scheinen bei dir etwas Bedrohliches auszulösen. Dabei sind Begriffe wie Liebe und Zuneigung im Sprachgebrauch eigentlich positiv konnotiert. D.h. es gibt Erfahrungen in deinem bisherigen Leben, die sozusagen hier eine „falsche Verknüpfung“ hergestellt haben. Angst vor Nähe - weil mit „Nähe“ schlechte Erfahrungen/Ereignisse verbunden wurden.
Da du bereits 10 Jahre in Therapie bist, wirst du den Ursprung vermutlich inzwischen kennen und einen Großteil davon Dir erarbeitet haben.
Ist jetzt die Frage, wie sehr du motiviert bist, diese Verknüpfungen aufzulösen und neue herzustellen?
Es bedeutet, dass man an seine Grenzen und darüber hinaus gehen muss, dem unangenehmen entgegentreten muss.
Falls es sich um eine Art Angststörung handelt (?) kann ich total verstehen, wie schwer das ist, da man sich dem Angst-auslösenden Reiz stellen muss (Konfrontationstherapie). Ich habe Angst vor Nachtfaltern (natürlich nicht vergleichbar mit deinen Ängsten), jedoch könnte auch ich mich niemals (nie !) überwinden, einen zu berühren/anzufassen. Umso größer sie sind, umso panischer werde ich, wenn sie in der Wohnung sind oder mir zu nahe kommen. Jedoch bin ich dadurch nicht in meinem Leben großartig eingeschränkt oder empfinde großen Leidensdruck. Da ich mich niemals überwinden werde - und niemals nie nicht eine Konfrontationstherapie machen würde , kann ich zumindest ansatzweise nachvollziehen, wie sich das eventuell für dich anfühlt, wenn da diese Angst in Dir hoch kommt - und sich alles in Dir dagegen sperrt.
Ich kann mit meiner Phobie ganz gut leben. Es schränkt mich nicht allzusehr ein und mein engeres Umfeld weiß darüber Bescheid (und schreitet dann auch helfend zur Tat und nimmt Rücksicht darauf).
Jedoch scheint es bei dir einen höheren Leidensdruck hervorzurufen, der deine Lebensqualität doch eher maßgeblich beeinflusst? Vielleicht schöpfst du noch mal neuen Mut und gehst deine Ängste mit viel Energie und Kraft wieder an? Vielleicht lohnt es sich wirklich für dich, die „Überwindung“ zu üben?
Ich finde es ehrlich gesagt schon etwas traurig, dass du mit Zuneigung, Nähe, Liebe und Geborgenheit etwas schlechtes Verbindest und dies so bedrohlich auf dich wirkt. Da muss etwas sehr traumatisches passiert sein, in deinem Leben. Vielleicht schon in frühester Kindheit - die ersten drei Lebensjahre sind die prägendsten. Leider sind das auch die Lebensjahre, an die man idR kaum Erinnerungen hat, was die Ursachenerforschung erschwert.
Du könntest eventuell auch mal Hypnose probieren oder so eine „Rückführung“ machen. Ich bin auch nicht so der Esoteriker, würde aber an deiner Stelle nichts unversucht lassen. Auch Akupunktur kann in Frage kommen.


Der punkt ist: Ich weiß nicht was ich unter Liebe spühren müsste, weil dort einfach eine Panik-Erinnerung überspeichert wurde. So erkläre ich mir das zumindest.... Vielleicht ist es auch einfach nur Bindungsangst (oder wie das heißt)
Ja, hier beißt sich die Katze in den Schwanz: was man nicht kennt/weiß, vermisst man auch nicht. Frei nach dem Motto „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“.
Dennoch würde ich mal nachforschen und in mich gehen, ob da so gar keine Sehnsucht nach Nähe und Zuneigung ist. Vielleicht versucht du dir mal die Zeit zu nehmen, ganz tief in dich hineinzuhorchen. Vielleicht hilft dir Meditation dabei, oder ein anderes, entspanntes Situationsszenario.
Oder, wie schon oben geschrieben, vielleicht hilft auch eine Rückführung in die Situation als das Trauma entstanden ist?
Mir scheint, du hast auch durch die Angst, einen Teil deiner Gefühle/Emotionen stark unterdrückt und tief im Innern verborgen. Sie zu den Monstern im Keller gesperrt und 20 schwere Schlösser davor gehangen - und alle Schlüssel auf ewig entsorgt.
Ich denke, dass auch du dich nach Liebe und Zuwendung sehnst, da dies ein zu tiefst menschliches Bedürfnis ist. Nur scheint dieser Teil von Dir abgespalten worden zu sein.
Vielleicht gehst du doch noch mal auf Safari, tief in den Dschungel hinein, zu dem Giftschlangen, den Löwen, den Schlingpflanzen - kämpfst dich durch tiefst verwachsenes Unterholz hindurch ... nur geh nicht ohne „Ausrüstung“. Das passende „Rüstzeug“ bekommst du beim Therapeuten deines Vertrauens ;)
Die Reise musst du aber ganz allein antreten.
 
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hab keine Angzt ich bin mit dir
 
D

Deleted member 23363

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Bild © 15YXÖPCJÖUJ8 // Freie Nutzung für alle

Das hört sich nach einer blöden frage an oder nach einem Scherz, aber das ist es nicht.
Ich habe hier über die Monate gemerkt, dass ich das Konzept "Liebe" gar nicht verstehe.
Das was bei Wikipedia geschrieben steht kann ich nicht Nachvollziehen.

Das was ich bisher kenne ist Euphorie, aber das würde ich niemals für eine Person empfinden, sondern eher bei Snowboarding oder auf Achterbahnen.

Langsam zweifel ich sogar daran, ob ich überhaupt in der Lage wäre mit einer Partnerin zusammen zu leben.

Weil: Wenn man kein Führerschein hat, kann man nicht Autofahren (Nicht sicher...)
Wenn man Liebe nicht versteht, kann man keine Beziehung anfangen.


Dafür kann ich die Zeit hier nutzen und Grußkarten erstellen. Dann hat meine Existenz wenigstens einen Sinn hier :D *lol*
Dich nicht näher denken
und dich nicht weiter denken
dich denken wo du bist
weil du dort wirklich bist

Dich nicht älter denken
und dich nicht jünger denken
nicht größer nicht kleiner
nicht hitziger und nicht kälter

Dich denken und mich nach dir sehnen
dich sehen wollen
und dich liebhaben
so wie du wirklich bist

Erich Fried

DAS ist Liebe!
 
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  • #37
Och wie schön, du Romantiker! :)